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Lübeck Golden Girl: Mit 83 bei McDonald’s
Lokales Lübeck Golden Girl: Mit 83 bei McDonald’s
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20:08 24.07.2011
Ingeborg Stübs (83) ist nicht nur die älteste Mitarbeiterin bei McDonald’s in Lübeck, sondern auch die langjährigste. Quelle: Lina Timm
Lübeck

„Schönen guten Tag, Ihre Bestellung bitte!“ Die Stimme schallt klar aus dem Lautsprecher heraus. Sie ist nur ein bisschen tiefer, rauer und zittriger, als man es in einem McDonald's-Drive-In erwarten würde. Pommes, Cola, Big Mac, ja, als Menü. „Das macht dann 5,99 Euro am nächsten Schalter bitte.“

Am nächsten Schalter, da steht Ingeborg Stübs hinter dem Fenster. Unter dem Headset locken sich die grau-braunen Haare, durch große Brillengläser schaut sie auf zwei Touchscreens mit bunten Tasten. Ihr gehört die Stimme, mit der sie immer wieder die Kunden in der Geniner Straße überrascht.

83 Jahre ist Ingeborg Stübs alt, die letzten 28 davon hat sie bei McDonald's gearbeitet. Damit ist sie nicht nur die älteste, sondern auch die langjährigste Mitarbeiterin des Konzerns in Lübeck. 1982 eröffnete die erste Filiale in der Holstenstraße, ein Jahr später suchte Stübs wieder Arbeit. 55 Jahre war sie damals alt und hatte schon ein ganzes Leben hinter sich: einen Weltkrieg, die Ausbildung zur Kindergärtnerin, eine Hochzeit, vier Kinder, die Scheidung. Sie arbeitete in der Vorwerker Diakonie, bis die Schmerzen kamen. Rheuma, Reha, fast der Rollstuhl. Heute sind ihre Hände gezeichnet von der Krankheit, die Gelenke haben sich verschoben. Trotzdem tippen ihre Finger flink über den Eingabebildschirm. „Noch 'ne Pommes dazu?“

Eigentlich wollte Ingeborg Stübs gar nicht bei McDonald's arbeiten. „Ich kannte den Konzern nicht. Beim Vorstellungsgespräch waren überall nur junge Leute, das war nichts für mich.“ Doch der Chef brauchte sie dringend und Stübs brauchte nach der Reha Arbeit.

Ihr gefiel die Arbeit und die Chefs nahmen Stübs mit zur neuen Filiale in der Breiten Straße, an die Lohmühle, in die Geniner Straße. „Ich arbeite aus finanziellen Gründen, aber der Umgang mit Menschen macht mir auch Spaß. So komme ich raus und bleibe fit.“ Für ihre jungen Kollegen ist Stübs stets Ansprechpartner bei allen Sorgen. Bei den jungen Kunden greift sie auch mal resolut mit einem „So, nun ist aber Schluss!“ durch, wenn die sich nicht entscheiden können.

Früher hat Ingeborg Stübs auch Burger gebraten, am besten war sie aber immer schon an der Kasse. Vor zehn Jahren stürzte sie bei der Arbeit, bekam zwei Knieprothesen, seither arbeitet sie im Drive- In. 30 Stunden die Woche, im Schichtdienst. Doch auch am Ende der 8,5-Stunden-Schicht hören die Kunden von ihr stets ein freundliches „Recht schönen Dank auch!“ Dafür bekommt sie Komplimente und viel Respekt vor so viel Elan.

„Auf dem Sofa sitzen möchte ich nicht, ich will unter Menschen“, sagt die 83-Jährige, die sich ihr Brot selbst mit zur Schicht nimmt aber trotzdem jeden neuen Burger ausprobiert. In zwei Jahren feiert sie 30 Jahre Arbeit bei McDonald’s, bis dahin will sie weiter machen. „Wenn mein Körper mitspielt.“

Rheuma und künstliche Kniegelenke mögen sie körperlich lähmen, geistig kann Stübs noch immer sehr gut mithalten. Im Drive-In muss sie im Minutentakt gleichzeitig Bestellungen aufnehmen, richtig eingeben und passgenau das Wechselgeld herausgeben. Keinen Unterschied merkt man zu den jungen Kollegen – außer der Stimme, die aus dem Lautsprecher schallt.

Lina Timm

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