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Lübeck Gollan bietet Platz für Parkhaus an
Lokales Lübeck Gollan bietet Platz für Parkhaus an
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21:44 27.03.2018
Seit zwei Jahren ist die Kulturwerft Gollan in den früheren Werft- und Fabrikhallen auf der Roddenkoppel in Betrieb. Zur Nördlichen Wallhalbinsel – hier der Blick vom Strandsalon aus – ist es nur ein Katzensprung, aber es fehlt eine Brücke.
Seit zwei Jahren ist die Kulturwerft Gollan in den früheren Werft- und Fabrikhallen auf der Roddenkoppel in Betrieb. Zur Nördlichen Wallhalbinsel – hier der Blick vom Strandsalon aus – ist es nur ein Katzensprung, aber es fehlt eine Brücke. Quelle: Foto: Lutz Roessler
Lübeck

Auf der Standortkonferenz Nordwest, die die Industrie- und Handelskammer zu Lübeck (IHK) am vergangenen Freitag in der MuK veranstaltete, machte der Besitzer und Betreiber der Kulturwerft quasi beiläufig diesen Vorschlag. „Das Parkhaus der Nördlichen Wallhalbinsel könnte man auch bei uns bauen“, sagte Thilo Gollan. Platz genug wäre beispielsweise neben dem Spitzbunker. Die Idee war ihm spontan gekommen, als er in den LN las, dass der Gestaltungsbeirat Probleme mit dem Parkhaus auf der Nördlichen Wallhalbinsel hat. „Wenn das Parkhaus bei uns entsteht, schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe“, erklärt der Unternehmer. Für die Nördliche Wallhalbinsel wäre das Parkhaus-Problem gelöst und die Roddenkoppel würde an die Insel angeschlossen – mit einer Brücke.

Um die kämpft Thilo Gollan nämlich schon länger. Denn die Kulturwerft auf der Roddenkoppel liegt nur 300 Meter Luftlinie von der Altstadtinsel entfernt. Wer sie erreichen will, muss aber zwei, drei Kilometer fahren. „Wir würden uns eine Brücke wünschen“, erklärte der Unternehmer bereits im März vergangenen Jahres im Kulturausschuss der Bürgerschaft.

Die Investorengruppe PIH will die Schuppen auf der Nördlichen Wallhalbinsel umbauen. Auch die Lübecker Nachrichten planen, dort ein Gebäude zu errichten. Für PIH ist das zur Marienbrücke hin geplante Parkhaus das größte Problem. Der Gestaltungsbeirat der Hansestadt hat bei seiner Sitzung Anfang März deutlich gemacht, dass er eine solche Anlage mit 300 Stellplätzen am Eingang zur Nördlichen Wallhalbinsel absolut unpassend findet. „Wir sind sicher, dass das Parkhaus falsch steht“, erklärte der Vorsitzende des Gestaltungsbeirates, Prof. Zvonko Turkali aus Frankfurt. Denkbar wäre, Stellplätze in geplante Hochbauten zu integrieren, empfahl der Gestaltungsbeirat. Lösungen sollte ein städtebaulicher Wettbewerb bringen. Die Investorengruppe PIH führt in Sachen Parkhaus aktuell Gespräche mit den Fachbereichen Bauen und Wirtschaft der Hansestadt.

Jörg Sellerbeck von der PIH sieht kaum Chancen für den Gollan-Vorschlag. Für die Stadt bestehe der Grundsatz, dass Parkraum dort geschaffen werden solle, wo er anfalle, erklärt Sellerbeck. Neue Parkplätze seien vor allem deshalb notwendig, weil bisher genutzte Stellplätze wegfallen. Besucher der Media Docks stellen ihre Autos dort ab, wo früher der Schuppen E stand und wo künftig ein Hotel stehen soll. „Ein Parkhaus auf dem Gelände von Gollan ist aber auch bei einer Anbindung des Geländes über eine Brücke eher nicht geeignet, um Besucher einer Veranstaltung in den Media Docks abzufangen, die mit dem Auto anreisen“, erklärt Sellerbeck. Ein Parkhaus auf der Gollan-Seite sei nur für Autofahrer interessant, die von Nordwesten anreisen. Alle die von Süden oder Osten auf die Nördliche Wallhalbinsel wollen, müssten einen großen Umweg zur Gollan-Werft fahren. „Im Moment ist das Parkhaus bei Gollan nicht die Lösung“, bestätigt Karsten Schröder, Chef der Stadtplanung, „Stellplätze müssen in erreichbarer Entfernung liegen.“ Die Brücke, die sich Thilo Gollan wünscht, sei noch in weiter Ferne. Schröder: „Wer bezahlt sie? Lübeck hat dafür kein Geld.“ Zumal das Bauwerk nicht so klein ausfallen werde. Schröder: „Die Distanz ist nicht unerheblich.“

 Von Kai Dordowsky