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Lübeck Lübecker Seemannsmission lädt zum „Sea Sunday“
Lokales Lübeck Lübecker Seemannsmission lädt zum „Sea Sunday“
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06:00 13.07.2019
Freude bei der Crew über den Besuch der Seemannsmission. Quelle: Deutsche Seemannsmission Lübeck
Travemünde

„Blick frei! Auf den Hafen und auf die Welt der Seeleute“ – so lautet das Motto des sogenannten „Sea Sunday“. Den weltweiten Tag des Gedenkens an die Seeleute begeht die Deutsche Seemannsmission in Lübeck mit einem maritimen Gottesdienst im Brügmanngarten.

Die Zusammenhänge erklärt Bärbel Reichelt, Leiterin der Seemannsmission Lübeck. 90 Prozent der Güter würden auf den Meeren dieser Welt transportiert – auf der Ostsee und anderswo. Dafür seien die Seeleute oft monatelang unterwegs – fern von Heimat, Familie und Freunden. Oft arbeiteten sie viele Stunden in der Woche unter hohen Anforderungen und großem Druck. „Ist der Hafen erreicht, ist die Zeit meist knapp. Die Waren müssen gelöscht, neue an Bord genommen werden. Liegezeiten kosten Geld und so geht es dann weiter, wieder auf See.“

Seeleute bleiben oft unsichtbar“

Seeleute sind es, die unser Leben reich machen; schließlich werden 90 Prozent der Waren in unseren Regalen per Schiff transportiert. Und dennoch sind die Seeleute kaum im Blick. Sie selbst bleiben auf den Meeren und abseits in den Häfen oft unsichtbar“, sagt Bischöfin Kirsten Fehrs, die die Predigt hält. Der maritime Gottesdienst soll den Blick auf diese verborgene Welt richten. Er lässt Seeleute zu Wort kommen. Sie berichten von der Verantwortung für Ladung, Schiff und Crew, von kräftezehrender Arbeit, manchen Stunden der Einsamkeit, aber auch von der Möglichkeit, die Familie in der Heimat zu unterstützen.

Bischöfin Kirsten Fehrs hält die Predigt. Quelle: Marcelo Hernandez

Ein Landgang in den Häfen sei oft nicht möglich. Und wenn doch, sei die Zeit knapp. „So freuen sich die Seeleute über den Besuch der Deutschen Seemannsmission in Lübeck“, weiß Kirsten Fehrs.

Seit 1906 im Dienste der Seeleute

Die Deutsche Seemannsmission in Lübeck wurde 1906 gegründet, sie ist ein gemeinnütziger Verein und finanziert sich unter anderem über Spenden. Geleitet wird sie von Theologin Bärbel Reichelt, 14 Ehrenamtliche sind mit dabei. Allein im vergangenen Jahr wurden 1950 Seeleute an Bord besucht. Sie gehen auf die Schiffe, sind da für Gespräche, bringen ein Stück Außenwelt mit in Form von Telefonkarten, die den Kontakt zur Familie ermöglichen, oder in Form von Zeitungen in der Landessprache.

Club am Lehmannkai

Weitere Seeleute kamen im vergangenen Jahr in den Club. Der ist beheimatet am Lehmannkai 2, die Räume werden von der Reederei Lehmann kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Club bietet mit freiem W-LAN, Billard-Tisch und Sofaecke die Möglichkeit, einmal vom Leben an Bord abzuschalten. Die Seemannsmission setzt sich, unabhängig von der Religion, der Hautfarbe und der Nationalität, für die Würde der Seeleute ein. Dazu ist sie im Hafen gut vernetzt.

Gottesdienst mit Shanty- und Posaunenchor

Der maritime Gottesdienst im Rahmen der Travemünder Woche richtet den Blick auf die Welt der Seeleute. Beginn ist am Sonntag, 21. Juli, um 11 Uhr im Brügmanngarten, neben Bischöfin Kirsten Fehrs spechen Christoph Ernst, Generalsekretär der Deutschen Seemannsmission, und Kapitän Mathias Ullrich von der Hafenbehörde Lübeck. Der Lübecker Shantychor „Möwenschiet“ und der Posaunenchor der Kirchengemeinden Scharbeutz / Gleschendorf umrahmen den Gottesdienst musikalisch.

Sabine Risch

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