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Lübeck GroKo will neue Großsporthalle an der Falkenwiese
Lokales Lübeck GroKo will neue Großsporthalle an der Falkenwiese
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17:03 20.05.2019
Das Sportzentrum Falkenwiese wird am Mittwoch offiziell eröffnet. Die GroKo will auf dem Gelände eine Großsporthalle unterbringen. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Wohin mit der geplanten Halle für Schul- und Vereinssport? Die Verwaltung von Sportsenatorin Kathrin Weiher (parteilos) bevorzugt das Geniner Ufer. Im Schulausschuss der Bürgerschaft machte dagegen die GroKo aus SPD und CDU jetzt klar: Sie will an die Falkenwiese.

Georg Schopenhauer (SPD): „Wir müssen an die Schüler denken.“ Quelle: Agentur 54°

„Die SPD ist für den Standort Falkenwiese“, erklärten die SPD-Politiker Georg Schopenhauer und Jörg Haltermann. Dieser Standort für eine Großsporthalle sei geeignet für alle Schüler der Innenstadt-Schulen. „Auch die CDU ist für den Standort Falkenwiese“, sagte Dagmar Hildebrand (CDU). Parkplatz-Probleme sieht die CDU dort nicht. Hildebrand: „An der Kanalstraße stehen ausreichend Stellplätze zur Verfügung, da muss man nur über die Brücke gehen.“

Dagmar Hildebrand (CDU): „An der Kanalstraße stehen genug Parkplätze zur Verfügung.“ Quelle: LN-Archiv

Doch dieser Standort bereitet Sportsenatorin Weiher Bauchschmerzen. Sie erinnerte an eine Informationsveranstaltung zu den neuen Sportanlagen an der Falkenwiese. Weiher: „Viele Bürger haben sich nicht gefreut, sondern gefragt: Wo parken die alle?“ Die neue Halle solle nicht nur von Schülern, sondern auch von Vereinssportlern genutzt werden. Die Senatorin: „Erfahrungsgemäß kommen Sportler mit dem Auto, und in dem Viertel gibt es bereits einen großen Parkdruck.“

Eine Halle mit einer Tribüne für 400 Besucher

SPD-Politiker Schopenhauer verwies auf das Parkhaus der KWL an der Falkenstraße: „Die Parkgebühren sind günstig.“ Sportlern, die mit dem Auto kommen, könne man das zumuten. Aber die Kapazitäten in dem Parkhaus seien begrenzt, erwiderte Frank Schröder vom Bereich Schule und Sport: „Das Sportzentrum wird im Sommer richtig boomen. Wenn wir dann noch eine Sporthalle hinsetzen, wird es noch voller.“ Zumal die Großsporthalle eine Tribüne mit 400 Plätzen bekommen soll, damit dort große Turniere mit Publikum stattfinden können. Schröder: „Das gibt ein riesiges Verkehrschaos.“

Sportzentrum wird eingeweiht

Am Mittwoch wird das Sportzentrum Falkenwiese feierlich eingeweiht. Für rund 4,1 Millionen Euro wurde eine moderne Anlage für verschiedene Sportarten errichtet. 2,7 Millionen Euro hat der Bund zugeschossen, 500 000 Euro die Possehl-Stiftung und 900 000 Euro hat die Stadt aufgebracht.

Die Schüler der Innenstadt-Einrichtungen müssten allerdings einen deutlich längeren Weg zum Geniner Ufer als zur Falkenwiese zurücklegen. Laut Schulverwaltung benötigen Katharineum, Geschwister-Prenski-Schule, Dorothea-Schlözer-Schule, Emanuel-Geibel-Schule, Hanse-Schule sowie die Oberschule zum Dom dringend weitere Hallenzeiten, um den Sportunterricht sicherzustellen. „Momentan gelingt eine Unterrichtsversorgung nur, weil Klassen sich die Hallenflächen teilen und die Lärmbelästigung hinnehmen“, erklärt die Verwaltung.

Bildungssenatorin Weiher hält die Wege aber für zumutbar. „Es kann den Schülern nicht schaden, sich auf das Fahrrad zu schwingen“, sagte die Senatorin im Schulausschuss, „so weit ist das Geniner Ufer nicht entfernt.“ Wiebke Hartmann von den Unabhängigen hielt entgegen: „Viele Berufsschüler kommen mit der Bahn nach Lübeck, haben kein Fahrrad an der Schule und brauchen die Halle an der Falkenwiese.“

Fünf Standorte hat die Verwaltung geprüft

Fünf Standorte hat die Verwaltung geprüft, auch die Falkenwiese. Bauhof und Umkleidegebäude müssten für eine neue Halle abgerissen werden, zu den bestehenden 82 Pkw- und 104 Fahrradstellplätzen müssten weitere 51 für Autos und 100 für Fahrräder gebaut werden, für die auf dem Gelände kein Platz sei. Für den Bau der Halle müsste zudem der bestehende Parkplatz für eineinhalb Jahr gesperrt werden. Außerdem müssten 16 Ahorne, eine Birke und eine Eiche gefällt werden.

Sportsenatorin Kathrin Weiher (parteilos) – hier bei einer Veranstaltung in der Hansehalle – hält es für zumutbar, mit dem Rad zur Sporthalle zu fahren. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Aus Sicht der Verwaltung ist nur der Standort Geniner Ufer „geeignet, die Verkehrsströme so zu lenken, dass keine Zusatzbelastungen entstehen.“ Am Standort der jetzigen Feuerwache könnten eine Kita, eine Grundschule und eben eine Sporthalle entstehen. Der Standort liege in der Nähe des Sportplatzes Buniamshof, wovon Vereine wie Lübecker Ruder-Klub (LRK), die Lübecker Turnerschaft (LT) und der Männer-Turn-Verein (MTV) profitieren würden.

Der Schulausschuss hat keine Standort-Entscheidung gefällt. Am Montag beraten der Bauausschuss und am Donnerstag die Bürgerschaft über die Großsporthalle.

Kai Dordowsky

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