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Lübeck Groß Steinrade: Eltern und Politiker kritisieren die Stadt
Lokales Lübeck Groß Steinrade: Eltern und Politiker kritisieren die Stadt
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22:15 12.03.2014

Der Tag, nachdem die Stadtverwaltung den Prüfbericht zur Grundschule in Groß Steinrade öffentlich machte: Eltern und Politiker sind nicht überrascht, dass die Verwaltung die Schließung der kleinen Grundschule und den Ausbau der Schule in Schönböcken bevorzugt (die LN berichteten). „Das hat Schulsenatorin Annette Borns (SPD) schon bei der Bürgerversammlung klipp und klar gesagt“, erklärt Thomas Rathcke (FDP).

„Der Prüfantrag ist einseitig aus der Sicht der Grundschule Schönböcken übernommen worden, ohne dass die Sicht der Grundschule Groß Steinrade berücksichtigt wurde“, kritisiert Ursula Becker, Mutter von zwei Grundschülerinnen scharf. „Trotz geringer Erwartungen sind wir von der offensichtlich politisch motivierten Parteilichkeit der Verwaltung entsetzt.“ Kirsten Schneier, die zwei Töchter auf der Schule hat, vermisst die städtebaulichen Perspektiven des Dorfes. Ellinor Gutjahr fordert, dass unabhängig von einer Standortentscheidung sofort Container aufgestellt werden müssen. Denn die Eltern sind unzufrieden mit dem Busverkehr zur Pestalozzi-Schule. Am Sonntag wollen sie an der Ecke Drögeneck/Ludwig-Suhl-Ring einen „Schulrettungsbaum“ pflanzen und eine Freiluft-Schulstunde abhalten (15 Uhr).

Die Rathaus-Mehrheit aus SPD, Grünen und Freien Wählern hat noch keine „finale Entscheidung“ über das Schicksal der Dorfschule getroffen, erklärt SPD-Fraktionschef Jan Lindenau. Sicher sei, dass im März ein Beschluss falle. Lindenau zeigt sich überrascht, dass die Schönböckener Schule keine Kooperation mit Groß Steinrade will und dass sich auch die Stiftungen mit einer Förderung zurückhalten.

Die Grünen wollen mit Verwaltung und Eltern diskutieren und womöglich die Basis befragen. Die Freien Wähler halten die Lösung, dass Steinrade Außenstelle der Schule Schönböcken wird, für denkbar.

Gregor Voht: „Wir sind enttäuscht, dass die Schönböckener Eltern sich nicht solidarisch zeigen.“

Die CDU fordert die Verwaltung auf, bis Ende März ein Finanzierungskonzept aufzustellen. Fraktionschef Andreas Zander: „Es muss eine Million Euro für eine langfristige Lösung bereitgestellt werden.“

Die Liberalen zweifeln an den hohen Kosten, die die Verwaltung für die verschiedenen Lösungen ausgerechnet hat. Fraktionschef Rathcke: „Die neue und teure Kita in Groß Steinrade hat 1,6 Millionen gekostet. Und eine neue Schule soll nochmal 600 000 Euro teurer werden?“ BfL-Fraktionschef Marcel Niewöhner vermisst eine Lösung — den Kauf von Containern, die als Ersatz für die Schule aufgestellt werden. Niewöhner: „Das wäre finanziell die mit Abstand attraktivste Lösung.“ Die Linken werfen dem Rathaus-Bündnis vor, die Eltern an der Nase herumgeführt zu haben. Fraktionschefin Antje Jansen: „Das Ergebnis des Berichts war von vornherein klar.“

Kein gutes Licht auf das Bündnis wirft eine interne Mail der Grünen. Darin schreibt Fürter, dass die SPD die Schule in Groß Steinrade schon im Februar schließen wollte. Fürter will das nicht öffentlich kommentieren. SPD-Fraktionschef Lindenau dementiert solche Pläne. Er vermutet, dass „Fürter versucht hat, Ruhe in seinen Laden zu bringen“.

dor

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