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Lübeck Großbaustellen: Es wird eng in St. Jürgen
Lokales Lübeck Großbaustellen: Es wird eng in St. Jürgen
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08:30 17.02.2015
Mitarbeiter einer Reinbeker Firma bereiten die Baustelle in der Ratzeburger Allee vor. Seit gestern geht es hier für den Verkehr in beide Fahrtrichtungen nur noch einspurig voran. Quelle: Fotos: Holger Kröger
St. Jürgen

Lange Wartezeiten, Pkw und Lkw im Stau und vor allem zur Feierabendzeit kein Durchkommen — die beiden großen Baustellen in St. Jürgen rufen bei vielen Autofahrern und Anwohnern Albträume hervor. Denn seit gestern wird in der Ratzeburger Allee und auch in der Geniner Straße gegraben. Verantwortlich für die Baustellen an den beiden Hauptverkehrsstraßen sind die Entsorgungsbetriebe Lübeck. In der Ratzeburger Allee werden die unterirdischen Abwasserkanäle erneuert; in der Geniner Straße finden Suchgrabungen statt.

Mitarbeiter einer Reinbeker Firma bereiten die Baustelle in der Ratzeburger Allee vor. Seit gestern geht es hier für den Verkehr in beide Fahrtrichtungen nur noch einspurig voran.

„In den kommenden Jahren soll in ganz Lübeck die Trennung der Mischwasserkanäle erfolgen“, erklärt Cornelia Tews von den Entsorgungsbetrieben. Zukünftig sollen dann Abwasser und Regenwasser nicht mehr wie bisher durch eine, sondern durch zwei getrennte Leitungen fließen. Der Vorteil: „Es entlastet die Klärwerke“, erklärt Tews. Aber der Weg dahin führt zunächst einmal über Baustellen und damit auch über Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmer.

Einspurig statt wie bisher auf zwei Spuren geht es für Autos und Busse deshalb seit gestern in der Ratzeburger Allee in beiden Fahrtrichtungen voran. Am Morgen hatten Mitarbeiter einer Reinbeker Firma mit den Vorbereitungen für die unterirdischen Baumaßen zur Trennung des Mischwasserkanals begonnen. Gelbe Fahrbahnmarkierungen, Schilder und Ampeln weisen nun stadteinwärts zwischen den Hausnummern 57 bis 35 und stadtauswärts von Hausnummer 44 bis 80 auf die Baustellen hin. „Insgesamt werden die Baumaßnahmen in der Ratzeburger Allee 14 Monate dauern und sich in sechs Bauphasen stadtauswärts ziehen“, sagt Sprecherin Cornelia Tews.

Während es in der Ratzeburger Allee zumindest noch auf einer Spur in jede Richtung vorangeht, wurde die Geniner Straße gestern stadtauswärts Richtung A20 zur Einbahnstraße umfunktioniert. Auch hier sollen ab Herbst getrennte Abwasserleitungen verlegt werden. „In den nächsten zwei Wochen prüfen wir mit Suchaufgrabungen den Boden“, sagt Cornelia Tews. Das sei wichtig, erklärt sie weiter, damit festgestellt werden könne, wo die späteren Leitungen verlegt werden müssten. Wer in der Geniner Straße in Richtung Stadt fahren möchte, muss einen Umweg in Kauf nehmen: Über die Straße „Hinter den Kirschkaten“ wird der Verkehr bis Anfang März Richtung Berliner Platz geführt.

Auch, wenn es sich bei beiden Straßen um zwei Hauptverkehrsachsen Lübecks handelt, blieb zumindest gestern der große Stau in beiden Straßen aus. Im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), das unter anderem über die Ratzeburger Allee zu erreichen ist, sieht man die Fahrbahnverengungen mit Gelassenheit. „Wir gehen davon aus, dass unsere Rettungswagen durch die Baustellen nicht weiter beeinträchtigt werden“, sagt Sprecher Oliver Grieve. Und auch beim Stadtverkehr Lübeck lösen die Baumaßnahmen keine Panik aus: „Baustellen gehören in einer Stadt dazu, und deshalb sind wir gut darauf eingestellt“, sagt Gerlinde Zielke, Sprecherin des Stadtverkehrs.

Keine Behinderungen im Busverkehr trotz der Baustellen
Kein Problem sieht Gerlinde Zielke, Sprecherin des Stadtverkehrs Lübeck, in den beiden Baustellen der Entsorgungsbetriebe in der Ratzeburger Allee und der Geniner Straße.
Und das, obwohl es sich bei beiden Straßen um Hauptverkehrsachsen des Stadtverkehrs handelt. Trotzdem sollten sich Fahrgäste in der Ratzeburger Allee vor allem während des Berufsverkehrs auf ein paar Minuten Verzögerungen einstellen, sagt Zielke. „Bei der Rushhour kann es auch mal fünf bis zehn Minuten länger dauern.“
Die Buslinie 7, die in der Geniner Straße unterwegs ist, wird ebenfalls ganz normal nach Fahrplan fahren. „Trotz der Umleitung des Verkehrs über die Straße Hinter den Kirschkaten können alle Haltestellen ganz normal angefahren werden, da im Abschnitt der Baustelle in der Geniner Straße ohnehin keine Haltestelle des Stadtverkehrs ist“, sagt Gerlinde Zielke.

Marieke Stender