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Lübeck Großbaustellen in Travemünde: Ortsrat befürchtet Verkehrschaos
Lokales Lübeck Großbaustellen in Travemünde: Ortsrat befürchtet Verkehrschaos
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18:32 14.03.2019
Potenzielles Nadelöhr: Die Bundesstraße 75, die in den Gneversdorfer Weg mündet, ist die einzige direkte und am stärksten frequentierte Zufahrt von der Autobahn nach Travemünde. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Im November soll es losgehen: Dann starten zeitgleich die Aushubarbeiten auf den Großbaustellen am Fischereihafen und auf dem Baggersand. Bis März 2020 werden etwa 2500 Lkw-Ladungen durch Travemünde gefahren. Und noch in diesem Sommer sollen etwa 300 Laster insgesamt 16 000 Tonnen Material für das Sandskulpturen-Festival in die drei Bootshallen bringen. Der Ortsrat befürchtet deshalb ein Verkehrschaos auf den Zufahrtsstraßen und im Ort. „Die Lkw müssen über den Skandinavienkai geführt werden“, fordert Vorsitzender Gerd Schröder (CDU).

Der Travemünde Ortsrat sieht den kommenden Bautätigkeiten mit Sorge entgegen. Der starke Lkw-Verkehr könnte zu Chaos führen.

Großprojekte werden im Frühjahr 2020 gebaut

Während der Ortsratssitzung am Mittwochabend im Gesellschaftshaus hatte Stadtplanungs-Chef Karsten Schröder den neuesten Stand der Projekte vorgestellt. Nachdem die Stadt Vorgespräche mit den Bauherren geführt habe, würden jetzt von diesen die Bauanträge gestellt. Nach den Aushubarbeiten werde mit dem Baubeginn beider Wohnprojekte im Frühjahr 2020 gerechnet. Zwei Jahre später solle alles fertig sein.

Die Frage von Ulf von Danckelmann (Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft), ob es einen „Plan B“ gebe, wenn es zu einem Verkehrskollaps komme, beantwortete Verkehrsplaner Benjamin Werner. 500 Lkw pro Monat seien grundsätzlich keine große Belastung bei einer gleichmäßigen Verteilung. Allerdings könne diese nicht gesteuert werden. Aber: „Die Verkehrsführung in Travemünde lässt diese Belastung zu.“ Stadtplaner Schröder stellte fest: „Wir haben eben keine andere Trasse.“

LHG lehnt Öffnung des Skandikais ab

Die Forderung von Ortsratschef Gerd Schröder, die Zufahrt über den Skandinavienkai für den Baustellenverkehr zu öffnen, ist nicht neu. Doch die Lübecker Hafengesellschaft (LHG) als Eigentümer des Areals lehnte bisher aus Sicherheitsgründen eine Öffnung ab. Karsten Schröder bekannte: „Uns sind da die Hände gebunden. Wenn die Lkw über den Hafen fahren sollen, müsse das die Politik entscheiden.“

Ortsrat befürchtet Engpässe

Einen Engpass befürchten Ortsratsmitglieder und Besucher der Versammlung nicht nur auf der stark frequentierten Zufahrt über die Bundesstraße 75 in den Gneversdorfer Weg, sondern auch an der Abbiegung an der Torstraße beim Rewe-Markt. „Bereits jetzt müssen die Linienbusse teilweise über den Gehweg fahren. Kommt da ein Lkw bei Gegenverkehr überhaupt durch?“, fragte eine Besucherin. Verkehrsplaner Werner: „Die Ecke ist in der neuen Verkehrsplanung für Travemünde bereits berücksichtigt. Wir werden es aber nicht schaffen, zum November eine Änderung zu realisieren.“

Stadtplaner Schröder betonte, dass bei jeder Baumaßnahme der Bauherr bei der Straßenverkehrsbehörde anzeigen müsse, welche Wege und Zufahrten er für den Transport von Material benötige. Die Behörde prüfe die Möglichkeiten und achte darauf, dass der normale Straßenverkehr wegen der Baustellenaktivitäten nicht zum Erliegen komme. Dass mit dem Fischereihafen und dem Baggersand zwei Großprojekte zeitgleich stattfinden, liege auch an der Konjunktur: „Zurzeit wollen eben alle bauen.“ Die Stadtplanung hätte sich eine gewisse Entzerrung gewünscht.

Viele Baustellen auf kleinem Gebiet

Ortsrats-Vize Haltern warnte: „Wir haben in Travemünde viele Baustellen in einem relativ kleinen Gebiet. Das Seebad bringt zwar Geld ins Stadtsäckel, wir müssen aber aufpassen, dass die Touristen nicht irgendwann sagen, dass sie nicht mehr kommen wollen. Wir bauen überall neue Ferienbetten, sorgen aber nicht für die notwendige Infrastruktur.“

Thomas Krohn

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