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Lübeck Großer Abschied in der MuK: Hunderte sagen Saxe Lebewohl
Lokales Lübeck Großer Abschied in der MuK: Hunderte sagen Saxe Lebewohl
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22:10 26.04.2018
Bernd Saxe mit Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer im Hintergrund
Bernd Saxe mit Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer im Hintergrund Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer war von Saxe um die Laudatio gebeten worden. Eine gute Wahl: Der 45-jährige würdigte Saxes Wirken auf muntere Weise, ohne sich dabei anzubiedern. „Junger Mann“, so habe ihn der um 19 Jahre ältere Saxe in E-Mails angeredet und damit „gleich die Hackordnung hergestellt“. Nicht vergessen werde er die Demütigung, dass Saxes Team bei der Rotsponregatta gegen ihn im zweiten Rennen einen Fehler vortäuschte, um dann im entscheidenden Durchgang locker davonzusegeln.

Das Pflegen der Rivalitäten beider Städte habe er erst lernen müssen, führte Kämpfer aus und frotzelte, der Doppeladler mache die bipolare Seele Lübecks deutlich, mal euphorisch, mal depressiv.

Versöhnlich schloss Kämpfer an: „Wenn wir Kieler ganz ehrlich sind, müssen wir uns eingestehen: Auch wir mögen Lübeck.“ So attraktiv, wie die Lübecker Innenstadt inzwischen geworden ist, „das müssen wir in Kiel erst noch schaffen“. Er verwies auf das Hansemuseum, auf die Uni-Rettung und auf den erfolgreichen Kampf um Ansiedlung oder Verbleib wichtiger Unternehmen, während Saxes dreijähriger Enkel Jules auf der Bühne herumstromerte und bei Zwischenapplaus eifrig mitklatschte.

Mehr als 700 Lübeckerinnen, Lübecker und auswärtige Gäste sind am Donnerstagabend in die MuK gekommen, um Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe nach 18 Jahren im Amt zu verabschieden. Klicken Sie sich durch die Bilder des Abends.

„Du bist ein feiner Mann“, sagte Kämpfer an Saxe gewandt und meinte den Charakter, aber auch die Erscheinung: „Deine Anzüge waren immer schicker geschnitten als meine.“ Kiel und Lübeck seien die Doppelspitze des Landes, schloss Kämpfer, „in unseren Städten liegt die Zukunft des Landes“.

Saxe revanchierte sich mit einer Spitze gegen die Halbwertzeit von Oberbürgermeistern in der Landeshauptstadt („Du bist schon der fünfte in meiner Amtszeit“) und verband das mit einem Kompliment: „Im fünften Versuch haben die Kieler einen ganz netten Kerl gewählt.“ Dass sich die beiden Städte manchmal „so streiten wie die Kesselflicker“ sei gut so, denn ohne Wettbewerb, ob um Fördermittel oder Standorte für Landeseinrichtungen, werde man träge.

Ende April endet die letzte Amtszeit von Bernd Saxe. 18 Jahre lang war er dann Bürgermeister der Hansestadt Lübeck. Die LN haben ihn für ein Portät getroffen. Klicken Sie sich durch die Bilder.

„Ich habe manchen viel zugemutet, meiner Verwaltung, meiner eigenen Partei, gelegentlich auch den Lübeckerinnen und Lübeckern“, sagte Saxe ans Publikum in der Rotunde gewandt. Einen besonderen Dank erhielten seine Assistentin, sein Referent und sein Fahrer – und Saxe erhielt von Kämpfer seine Entlassungsurkunde.

Aus der angekündigten ultimativen After-Work-Party wurde eher ein Defilee: In einer langen Schlange, die über eine Stunde lang kaum schrumpfte, sagten viele der Gäste Saxe persönlich Lebewohl.

Am Freitag wird die Bürgerschaft die Amtsübergabe besiegeln. Der noch amtierende Bürgermeister Saxe händigt seinem Nachfolger Jan Lindenau (38) die Ernennungsurkunde aus, der anschließend vereidigt wird.

Die Amtszeit Saxes endet aber erst am 1. Mai, 0 Uhr.

Von Lars Fetköter