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Lübeck Wo gibt es den besten Glühwein rund um Lübeck?
Lokales Lübeck Wo gibt es den besten Glühwein rund um Lübeck?
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20:10 11.12.2019
Der Lübecker Weihnachtsmarkt ist eine Reise wert. Vor allem, wenn es Marzipanpunsch gibt, finden Christian Borchert und Michaela Jahnecke. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Lübeck

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Was sind das eigentlich für Leute, die schon morgens um 11 Uhr am Glühweinstand auf dem Weihnachtsmarkt anzutreffen sind? Sie heißen zum Beispiel Michaela Jahnecke und Christian Borchert. Nach einem kurzfristig zugesagten und absolvierten Arzttermin in Lübeck, zu dem das Paar, aus Sachsen-Anhalt drei Stunden mit dem Auto anreiste, bot sich gestern der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt an.

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Frau und Mann, die sich per Verlobung einander versprochen haben, stehen am Stand von William Wenig und prosten sich zu. Michaela Jahneckes Getränkewahl fiel auf einen Marzipanpunsch. Christian Borchert bevorzugt den Kakao, da es nachmittags wieder nach Hause geht. Dennoch, eine kleine Geschmacksprobe lässt sich der 42-Jährige nicht nehmen. Das Urteil fällt eindeutig aus: „Dieser Marzipanpunsch ist wirklich ein Traum, nicht zu süß, absolut auf den Punkt. Schulnote Eins.”

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Michaela Jahnecke ist ein Weihnachtsmärkte-Fan. Christian Borcherts Begeisterung hält sich dagegen grundsätzlich in Grenzen: „Liegt es an meinem Alter“, fragt er, „oder werden die Menschen immer griesgrämiger?“ Weihnachtsmärkte seien seiner Meinung nach längst nicht mehr so romantisch wie früher und irgendwie recht kommerziell geworden.

Hochzeit nach Weihnachtsmarktbesuch

Schausteller William Wenig hat da eine ganz andere Wahrnehmung: „Vor etwa fünf Jahren begegneten sich an unserem Stand eine Frau und ein Mann scheinbar zum ersten Mal. Mehrere Tage hintereinander kamen sie her und schmachteten sich regelrecht an.“ Irgendwann beschloss der Standbetreiber die Einsamkeit der beiden zu beenden. „So, ich muss hier in dem Bereich die Gläser abstellen“, sagte er der Frau und bat sie, zu ihrem Schwarm aufzurücken. Als die beiden Gäste nebeneinander standen, habe Williams gesagt: „Ihr schaut euch die ganze Zeit an, sprecht doch auch mal miteinander“.

Die Kontaktanbahnung fruchtete. Die beiden sprachen miteinander, verliebten sich, und hätten nun sogar geheiratet. Woher William Wenig das weiß? Das Paar besuchte ihn vor einigen Tagen und berichtete von der Hochzeit.

Hier erleben die Besucher einiges: Skurrile Getränkenamen, exotische Punschmischungen und berührende Geschichten bescheren dem Lübecker Weihnachtsmarkt bundesweit einen guten Ruf.

Von einer besonders emotionale Begegnung kann auch Ilona Fehlauer berichten. Während die Feuerzangenbowle aus großen Kesseln herausdampft, die sie mit Sohn Dieter anbietet, erzählt sie: „Mehrere Jahrzehnte kam ein Ehepaar und ließ es sich bei uns immer gut gehen. Eines Tages trat der Mann alleine vor den Stand. Er brach in Tränen aus und erklärte, dass seine Frau gestorben ist.“ Ein ergreifender Moment sei das gewesen. Ilona und Dieter Fehlauer sehen wie die Leute älter werden. Umgekehrt ist es natürlich genauso.

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„Punsch kommt von Panschen“

„Punsch kommt von Panschen“, erklärt Jürgen Kaiser einige Stände weiter. „Während der Punsch mit Wasser verlängert werden darf, unterliegt der Glühwein einer klaren Richtlinie.“ Die Familie von Jürgen Kaiser ist schon seit 100 Jahren auf dem Lübecker Weihnachstmarkt vertreten, der Antrieb, sich immer wieder neu zu erfinden, ungebrochen. Kaisers Sohn hat einen Ginpunsch entwickelt. Besucher können sich in diesem Jahr von der ungewöhnlichen Kreation überzeugen. Den Mitarbeiterinnen schmeckt er, bekräftigen diese. Neben ungewöhnlichen Getränkerezepturen klingen auch einige Namen sehr exotisch. „Drachenblut“ steht zum Beispiel auf der Getränkekarte eines Standes auf dem Mittelaltermarkts.

Die exakten Rezepturen rückt niemand heraus. Betriebsgeheimnis heißt es an allen Ständen. Bis auf eine Ausnahme: „Pfand“ gibt es an jedem Stand. Es ist der Name für die Becherkaution, auf deren Rückerstattung viele Weihnachtsmarktbesucher verzichten. Der eine oder andere Skandinavier soll hinter „Pfand“ schon ein Getränk vermutet haben.

Von Marian Prill