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Lübeck Gründungsviertel: Baustart im Mai
Lokales Lübeck Gründungsviertel: Baustart im Mai
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21:10 17.02.2017
Baustelle Gründungsviertel: Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) schaut sich den Fortschritt dort an. Derzeit werden von der Stadt die Fundamente gegossen, damit der Bau der Häuser dann reibungslos funktioniert.
Baustelle Gründungsviertel: Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) schaut sich den Fortschritt dort an. Derzeit werden von der Stadt die Fundamente gegossen, damit der Bau der Häuser dann reibungslos funktioniert. Quelle: Foto: Felix König
Innenstadt

Zunächst werden in diesem Jahr neue Leitungen verlegt. Ab nächste Woche ist die Fischstraße daher für ein Jahr gesperrt.

„Alle 38 Grundstücke sind vergeben“, sagt Bausenator Franz-Peter Boden (SPD). Davon sind 15 Architekturentwürfe schon im Gestaltungsbeirat gewesen, für drei wurde bereits ein Bauantrag gestellt.

Jetzt werden die Kaufverträge unterschrieben. Damit ist Phase eins dieses aufwendigen Projektes beendet. Die Stadt wagt mit dem Bauen im Gründungsviertel ein bundesweit bislang einmaliges Experiment:

Mitten in der Unesco-Weltkulturerbe-Altstadt wird gebaut – und zwar von Privatleuten. Dabei werden die Grundstücke in Parzellen geschnitten wie sie es zur Gründerzeit der Hansestadt auch waren. Die Fassaden sind zwar neu – orientieren sich aber an der Gestaltung der alten Kaufmannshäuser. Die Stadt hält dabei viele Fäden in der Hand: Sie verkauft die Grundstücke, bestimmt die Fassaden via Gestaltungsbeirat mit – und organisiert den Bauablauf auf dem Areal.

Im Gründungsviertel werden von Privatleuten errichtet: fünf Einfamilienhäuser, neun Häuser für Baugemeinschaften sowie 24 Gebäude, in denen Eigentums- und Mietwohnungen entstehen. Das Besondere dabei: Das größte Gebäude davon wird an der Einhäuschen Querstraße gebaut. Auf dem 1200 Quadratmeter großen Grundstück werden Geschosswohnungen errichtet. Unter dem Gebäudeblock entsteht eine Tiefgarage, zudem ein Blockheizkraftwerk für das gesamte Gründungsviertel. Der Spatenstich für diese Energieversorgung ist im April.

Weitere Besonderheit: Die Braunstraße 14. Dort steht ein kleines Haus, das zur abgerissenen Hanseschule gehörte. Es sollte ebenfalls weichen. Doch ein Abriss könnte das benachbarte denkmalgeschützte Haus schädigen. Jetzt saniert und verkauft die Stadt es.

Viel diskutiert wurde über die Erdgeschosse im Gründungsviertel. Denn dort sollten sich Läden ansiedeln, damit Leben ins Quartier kommt. Geplant sind bisher Buchladen, Bio-Bäcker mit Café, Gastronomie, Architekten-Büro, Physiotherapie-Praxis sowie kulturelle und soziale Einrichtungen. „Wir sehen es sehr positiv, dass im Gründungsviertel auch urbanes Leben entsteht“, freut sich Boden.

Natürlich will die Stadt mit dem Verkauf der Grundstücke auch Geld einnehmen. Geplant war, dass unterm Strich eine Million Euro an Einnahmen für die Hansestadt übrig bleiben. „Wir sind im Plus – und werden es auch bleiben“, sagt Boden. Erst in einem halben Jahr liegen die genauen Zahlen vor. Die Stadt hat einige Grundstücke für mehr Geld verkauft als gedacht. Sie musste aber auch mehr Geld ausgeben. Denn im Boden steckten Überraschungen, die die Archäologen nicht ausgegraben hatten: Überbleibsel von den Schulen, die dort in der Nachkriegszeit errichtet wurden.

 Josephine von Zastrow