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Lübeck Grundstein gelegt: Neuer Schulbau für St. Jürgen
Lokales Lübeck Grundstein gelegt: Neuer Schulbau für St. Jürgen
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18:40 08.05.2019
Grundsteinlegung für den Neubau der Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen: Bausenatorin Joanna Hagen, Projektleiterin Elke Mikkelsen, Anja Klie vom Gebäudemanagement, Schulleiter Stefan Pabst und Architekt Klaus Petersen (v. l.). Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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St. Jürgen

„Wir wachsen zusammen, Stein auf Stein“, singen die Schüler der Grund- und Gemeinschaftsschule (GGS) St. Jürgen. Dazu erklingt die Melodie von „Was wollen wir trinken“. Und beides zusammen überrascht ihren Schulleiter Stefan Pabst. Denn der ist noch mitten in seiner Begrüßungsansprache, als die Musik schon beginnt.

Ersatz für Altbau an der Kalkbrennerstraße

„Wir wachsen zusammen“: Das ist für die GGS St. Jürgen ganz wörtlich zu nehmen. Sie wird in den nächsten anderthalb Jahren zur Hälfte neu gebaut. Für 14,7 Millionen Euro entsteht auf dem großen Schulhof zwischen Mönkhofer Weg und Am Klosterhof ein neuer Gebäudekomplex. Es ist eines der größten Schul-Bauprojekte der letzten Jahre in Lübeck. Am Mittwoch legte Bausenatorin Joanna Hagen den symbolischen Grundstein.

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Geschichte des Gebäudes

Die Grund- und Gemeinschaftsschule (GGS) St. Jürgen entstand 2009 aus der Zusammenlegung der Klosterhof-Schule (Grund- und Hauptschule) am Mönkhofer Weg mit der St.-Jürgen-Realschule an der Kalkbrennerstraße.

Das Hauptgebäude der ehemaligen Klosterhof-Schule entstand 1931 und galt damals als eines der modernsten Schulgebäude Deutschlands. Es steht unter Denkmalschutz. Das Gebäude der ehemaligen Realschule wurde 1963 in Betrieb genommen.

Das Land gibt einen Zuschuss von neun Millionen Euro. Das Geld stammt aus Mitteln, die der Bund nach dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes zur energetischen Sanierung von Schulgebäuden zur Verfügung.

Alle Schüler an einem Standort

Der Neubau wird das 350 Meter entfernte Schulgebäude an der Kalkbrennerstraße ersetzen. Zum ersten Mal seit ihrer Gründung 2009 werden dann alle Schüler der GGS St. Jürgen an einem Standort unterrichtet. Stefan Pabst lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt, die Bauherrin ist: „Wir sind pädagogisch super eingebunden worden.“ Wie ein Schulbau gestaltet ist, hat viel mit Pädagogik zu tun. Im Zentrum des Komplexes aus Alt- und Neubau wird eine mehr als 500 Quadratmeter große, drei Geschosse hohe Halle stehen mit Galerien, von denen die Klassenräume abgehen. Balkone und Nischen stehen für Gruppenarbeit zur Verfügung.

Galerien statt langer Flure

Statt langen Gängen also ein großzügiger Raum, in dem alle einander begegnen. „Der Brandschutz sieht das eigentlich nicht vor“, sagt Projektleiterin Elke Mikkelsen vom Lübecker Architekturbüro PPP. Die Lösung, die ihr Büro in Zusammenarbeit mit den Behörden gefunden hat, ist eine breite Treppe in der Mitte, die die Galerien erschließt, als Fluchtweg dient und Sitzgelegenheiten bietet. An das Erdgeschoss schließt eine Mensa mit 220 Plätzen an.

Anbau aus den 50er Jahren könnte auch ersetzt werden

Ende 2020 soll der Bau fertig sein. Das Gebäude an der Kalkbrennerstraße wird abgerissen – irgendwann. Zunächst wird es noch als Ausweichquartier gebraucht, während kleinere Sanierungsarbeiten am Altbau am Mönkhofer Weg gemacht werden.

Vielleicht auch noch danach. Denn wenn es nach Pabst geht, wird dies nicht der letzte Neubau für seine Schule sein. Neben dem denkmalgeschützten Hauptgebäude von 1931 gibt es am Mönkhofer Weg auch noch einen Anbau aus den 50er Jahren. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob es wirtschaftlicher ist, ihn zu sanieren oder abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Die politische Entscheidung wird vermutlich im Herbst fallen.

Hanno Kabel