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Lokales Lübeck Hamburg statt Lübeck: Ryanair geht zur Konkurrenz
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22:47 15.07.2014
„Der Airport sollte die Chance nutzen, möglichst viele Airlines zu gewinnen“, sagt IHK-Sprecher Can Özren. Ryanair dreht derweil eher ab.
Ziele

Der irische Billigflieger Ryanair hat Lübeck den Rücken gekehrt — und fliegt jetzt ab Hamburg. Ab Oktober wollen die Iren von Fuhlsbüttel aus nach Portugal starten: einmal täglich nach Lissabon und dreimal wöchentlich nach Porto. Die Stadt im Norden Portugals stand im letzten Jahr noch auf dem Flugplan in Blankensee. Für den Airport kommt der Wechsel von Ryanair nach Hamburg überraschend, so eine Sprecherin.

Dabei hatte Ryanair bereits im Juni angekündigt, ab August die Flüge von und nach Lübeck einzustellen — wegen der unsicheren Situation des insolventen Flughafens. Ob Ryanair 2015 wieder ab Lübeck fliegt, ist noch unklar. Möglich wäre es, denn inzwischen ist die Zukunft des Flughafens gesichert: Es gibt einen neuen Betreiber. Die PuRen Germany GmbH will den Airport ab August übernehmen. Dahinter steht als Geldgeber der Chinese Yongqiang Chen.

„Herr Chen hat erklärt, dass großes Interesse daran besteht, die Geschäftsbeziehungen zu Ryanair fortzuführen“, sagt der neue Flughafen-Chef Markus Matthießen. Er wolle in Kürze mit den Iren über eine mögliche Rückkehr nach Lübeck sprechen. „Es besteht die Hoffnung, dass die Ryanair-Linien zu einem späteren Zeitpunkt wieder einen festen Platz im Lübecker Flugplan finden“, sagt IHK-Sprecher Can Özren. Denn die jetzt in Hamburg angebotenen Destinationen seien keine angestammten Linienflüge. Die IHK setze auf den neuen Betreiber des Lübecker Airports. Der solle in Verhandlungen mit Ryanair und anderen Fluggesellschaften die Weichen für die Zukunft stellen. Özren: „Dabei sollte der Airport die Chance nutzen, möglichst viele Airlines zu gewinnen, um nicht wieder auf wenigen Standbeinen stehen zu müssen.“ Denn Ryanair war zehn Jahre lang der einzige Hauptkunde des Lübecker Flughafens.

In der Politik wird der Wechsel von Ryanair nach Hamburg gelassen aufgenommen. „Das sehe ich nicht als Drama an“, sagt SPD-Fraktionschef Jan Lindenau. Es gebe auch Fluggesellschaften, die gerne ab Lübeck fliegen wollten, wenn Ryanair das nicht tut. Der neue Eigentümer sei an „einem langsamen, stabilen Wachstum interessiert“. Deshalb setze er auf Kunden mit „langfristigen, soliden Plänen“.

Lindenau ist überzeugt: „Die Ryanair-Flüge ab Hamburg sind nichts, was Lübeck schrecken müsste.“ CDU-Vormann Andreas Zander sieht das genauso: „Das ist kein Drama. Wenn Ryanair nicht ab Lübeck fliegt, dann fliegen andere.“ Außerdem würden die Iren zurück nach Lübeck kommen, wenn sie dort mehr Geld verdienen könnten als in Hamburg. Nach Einschätzung von Grünen-Fraktionschef Thorsten Fürter ist der Wechsel der Iren „ein Zeichen, dass Ryanair sich aus Lübeck verabschiedet — oder dass die Iren eine bessere Verhandlungsbasis suchen“.

<div class='KASTEN'><div class='KASTEN_HZ'>Fliegen ab Blankensee</div> <div class='KASTEN_TEXT'> werden von Ryanair noch im Juli ab Lübeck angeboten: Palma de Mallorca in Spanien, Pisa sowie Bergamo/Mailand in Italien. Im August fliegt Ryanair überhaupt nicht ab Lübeck, im September und Oktober starten noch die Maschinen nach Bergamo und Mallorca ab Blankensee. <br /><b>2</b> Ziele fliegt der ungarische Billigflieger Wizz Air ab Lübeck an: Danzig in Polen und Kiew in der Ukraine. Es liegt bereits seit Ende April ein unterschriftsreifer Vertrag mit Wizz Air vor, die für die nächsten drei Jahre ab Blankensee fliegen wollen. Die Ungarn sind seit 2006 am Airport, wollen zwei weitere Ziele ab Lübeck ansteuern.<br /></div></div>

Josephine von Zastrow

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