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Lübeck HanseTalk: Debatte über Lübecks Zukunft
Lokales Lübeck HanseTalk: Debatte über Lübecks Zukunft
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07:20 23.11.2018
Hansetalk zum Thema Zukunft der Stadt (v. l.): LN-Redakteur Sven Wehde, Abiturientin Annika Rothe, Bürgermeister Jan Lindenau (SPD), Stadtschülersprecher Lukas Leitner, Leitender LN-Redakteur Lars Fetköter. Quelle: Lutz Roeßler
Innenstadt

Blick nach vorn: So sieht Lübeck in 25 Jahren aus. Das ist das Thema des HanseTalks im Beichthaus des Hansemuseums. In lauschiger Runde haben die LN mit jungen Leuten und Bürgermeister Jan Lindenau (39, SPD) über die Zukunft der Stadt diskutiert. Hauptthema: der Verkehr. Dazu startet auch gleich ein Testversuch: Am 1. Dezember ist das Busfahren in Lübeck kostenlos – für alle. Pünktlich zum ersten Weihnachtsmarkt-Wochenende. Damit am ersten Adventssonnabend weniger Autos durch die Stadt fahren.

Kostenlos Busfahren als Test

Premiere in Lübeck: „Im gesamten Stadtgebiet ist das Busfahren kostenlos am ersten Adventssamstag“, verkündet Lindenau. Es gehe dabei auch darum, zu testen, wie viele Menschen vom Auto auf den Bus umsteigen. „Ist ein freier Tag nicht ein bisschen kurz, um daraus Schlüsse ziehen zu können?“, ist Stadtschülersprecher Lukas Leitner (17) skeptisch. „Das ist eine teure Tasse Tee“, meint Lindenau. „Mehr als einen Tag können wir uns im Moment nicht leisten.“ Das Ganze koste „ein paar 10 000 Euro“ und sei daher nur einmalig machbar. Lindenau: „Ich wundere mich schon, warum keiner der Politiker protestiert.“

Neue Bustarife in Lübeck

Allerdings: „Das Busfahren in Lübeck könnte generell billiger sein“, sagt Abiturientin Annika Rothe (18). In Lübeck zahle man 2,60 und 3,20 Euro. Rothe: „In Madrid kostet ein Ticket 1,20 Euro.“ Außerdem sei Busfahren besser für die Umwelt. Immerhin: Lindenau will die Preisstruktur der Busse langfristig ändern. „Entweder wird Busfahren für bestimmte Zielgruppen billiger – wie für Schüler“, so Lindenau. Oder: „Wir machen aus drei Preisstufen zwei Preisstufen.“ Dann würde ein Busticket in ganz Lübeck dasselbe kosten. Lediglich die Randgebiete wie Bad Schwartau wären teurer. Aber: „60 Prozent der Fahrgäste zahlen den teuersten Preis.“ Dann fallen natürlich Einnahmen weg. Und die Stadt zahlt jährlich 15 Millionen Euro für den Stadtverkehr.

Lindenau will ein Fahrradparkhaus

Führerschein? Ist das heute überhaupt ein Thema wollen die LN-Redakteure Sven Wehde und Lars Fetköter wissen. Rothe: „Führerschein war für mich wichtig.“ Das sei ein ganz großes Thema unter ihren Freunden gewesen. „Für mich ist es eine Wette gegen die Zeit“, meint Leitner. Er hofft, dass die Autos von alleine fahren, wenn er sich den Führerschein irgendwann leisten kann. Er sei viel mit dem Rad unterwegs. „Da könnte man etwas verbessern“, meint er. Er fordert mehr Fahrradständer, bessere Radwege und welche, auf denen man schneller fahren kann. „Wir planen einen Fahrradschnellweg“, meint Lindenau. Vor allem eine Schnellstrecke, die den Hochschul-Campus mit der Innenstadt verbindet.“ Und: „Persönlich kümmere ich mich um ein Fahrradparkhaus“, so der Bürgermeister. Aber die Gespräche darüber liefen noch. „Es soll eine zusätzliche Brücke gebaut werden“, sagt Lindenau; die seit zwölf Jahren geplante Stadtgrabenbrücke, die den Bahnhof mit der Altstadt verbindet.

Alle Schulen bekommen bis Sommer 2019 WLan

Neben dem Verkehr geht es um Bildung und Kultur. „Ich würde mir ein Viertel für Jugendkultur wünschen“, sagt Leitner. Und Rothe fordert mehr politische Bildung und internationale Studiengänge. Immerhin: Lindenau verspricht, dass alle Schulen Lübecks mit WLan ausgestattet werden – bis zum Sommer 2019. Außerdem: Er will sieben Millionen Euro in die digitale Infrastruktur der Hansestadt stecken, um Projekte wie Smart City voranzubringen.

Josephine von Zastrow

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