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Lübeck Harte Schläge, gezielte Tritte und eine tobende Menge
Lokales Lübeck Harte Schläge, gezielte Tritte und eine tobende Menge
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20:10 25.03.2013
In der K1-Klasse bis 69,85 Kilogramm kämpfte der Kieler Max Weiß (r.) gegen Alexander Pöhland (X-Fight Schwerin). Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

Tanzend versuchen sich Said Zakiev und Xia Sheng herauszufordern, täuschen an und gehen in Deckung. Dann geht alles ganz schnell: Zakievs Fäuste schlagen in die Deckung ein, Tritte bringen den Gegner ins Taumeln. Der nächste Schlag zwingt Zakiev in die Seile. Die Menge tobt. Es ist „K1-Warriors Fightnight“ — und die Hansehalle ist so gut wie ausverkauft. „Das ist mal was anderes als Handball“, sagt Jule, die sich mit ihren Freundinnen Anna und Marie die Kämpfe anschaut. Durch Freunde sind die 17-Jährigen auf die Veranstaltung aufmerksam geworden. 30 Sportler messen sich bei der Fightnight in verschiedenen Disziplinen und Gewichtsklassen. Neu im Programm ist Shooto, ein eigenständiger Mixed- Martial-Arts-Kampfsport aus Japan.

Heavy-Metal-Musik dröhnt aus den Lautsprechern und begleitet die Sportler durch das Publikum zum Ring — jeder Takt heizt die Menge etwas mehr an. Bevor es vom Ringrichter „Fight!“ heißt, werden die Bandagen der Kickboxer überprüft. Das dient nicht nur der Fairness, sondern auch der Sicherheit der Kontrahenten. Während des Kampfes sind lediglich die Rufe der Trainer zu hören. Sie geben ihren Schützlingen lautstark Anweisungen und motivieren sie. Für einige der Kampfsportler ist es das erste Duell vor großem Publikum. Für eine solche Anzahl Neulinge sei das technische Niveau insgesamt gut, sagt Andreas Wiechmann, ehemaliger Profi und stolzer Siegertrainer an diesem Abend. Seine Mutter Karin sitzt auch im Publikum. „Es ist schade, dass der Sport so wenig Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommt“, sagt die 65-Jährige. „Viele denken immer noch, dass Kampfsport Gewalt ist.“

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Die Kampfsportszene präsentiert sich an diesem Abend wie eine große Familie, die Kämpfe sind fair: Einige Sieger und Verlierer fallen sich nach der Entscheidung der Richter sogar in die Arme, alle beglückwünschen sich — an diesem Abend geht es um Sport. Das zeigt auch die Stimmung der 2000 Zuschauer, die gebannt die Kämpfe verfolgen, harte Treffer mit einem Raunen kommentieren und in den Pausen die Duelle diskutieren. Davor Glusac, der die Kampfnacht jedes Jahr mit organisiert, ist zufrieden: „Das war eine rundum schöne und friedliche Veranstaltung, die dem Zuschauer viel bot“, sagt er: „Ohne unsere Unterstützer wäre das nicht möglich.“

Mit Zurufen und Jubeln werden die Kontrahenten angefeuert — auch die Kämpfe gewinnen im Laufe des Abends an Härte. „Die Stimmung ist toll“, sagen Verena und Andreas (beide 45) Meinhold, die das Geschehen zusammen mit Sohn Fynn und Freunden von der Tribüne aus verfolgen. Auch der Cheforganisator der „K1-Warriors Fightnight“ zieht eine positive Bilanz: „An diesem Abend haben die Kämpfer gut zusammengepasst“, sagt Karsten Honhold, der Betreiber des World of Punch in Lübeck ist. „Das war eine runde Sache.“ Höhepunkt des Abends ist der Kampf um den Internationalen Deutschen Titel im Halbschwergewicht zwischen dem Kölner Patrick Kolbe und Alavutdin Gadhziev, den der Russe für sich entscheiden kann und sich dafür vom Publikum feiern lässt.

Am 2. November geht die „Fightnight“ in die nächste Runde.

Die Gewinner der Kampfnacht
K1 bis 86,16 kg, Internationale Deutsche Meisterschaft: Alavutdin Gadzhiev Boxen (Sparringkampf): Artiom Akopian K1 bis 69,85 kg: Max Weiß

K1 bis 69,85 kg: Deniz Vural K1 bis 76,2 kg (Frauen): Joana Neumann Shooto bis 76 kg: Damian Pikula K1 bis 76,2 kg: Slava Akimenko K1 bis 71,57 kg: Xia Sheng K1 bis 79,39 kg: Mike Wendt Shooto bis 76 kg: Arno Steudtner K1 bis 86,16 kg: Dominik Johnson Muay Thai bis 69,85 kg: Manuel Ruhrmann K1 bis 91 kg: Daniel Tex Shooto: Fabian Hindenberg Muay Thai bis 66,68 kg: Pavel Tofik

Philip Schülermann

Rüdiger Jacob 25.03.2013
25.03.2013
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