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Lübeck Rassistischer Tweet, aber auch viel Zuspruch
Lokales Lübeck Rassistischer Tweet, aber auch viel Zuspruch
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17:57 12.11.2018
Soabre Ouattara an seinem Arbeitsplatz in der Küche des Radisson Blu Senator Hotels.
Soabre Ouattara an seinem Arbeitsplatz in der Küche des Radisson Blu Senator Hotels. Quelle: foto: 54° / Felix König
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Lübeck

Die LN-Geschichte vom Lübecker Koch Soabre Ouattara (27), der vor einigen Wochen Mister Schleswig-Holstein geworden ist und demnächst Mister Germany werden möchte, schlägt in den Sozialen Medien hohe Wellen – und das nicht nur im Norden. Und leider blieben auch rasstistische Tweets nicht aus.

So twitterte der nordrhein-westfälische AfD-Landtagsabgeordnete Christian Blex: „Ich gratuliere Herrn Outtara zum Titel Mr. Schleswig-Holstein und werde gleich mal googeln, ob es schon zu spät für die Anmeldung zum diesjährigen Mr.-Ghana-Wettbewerb ist.“ Prompt hagelte es Retweets: Jörg Jordan twitterte: „Wenn das nicht Rassismus ist, was dann?“. Frank Sarfeld schrieb, er schäme sich, „dass so jemand als Abgeordneter im Landtag meiner #Heimat NRW sitzt. #Rassismus pur.“ Und sogar „Die Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt reagierte: „Die Rache des verbitterten, blassen Eckenstehers an der Welt, die bunt, schön und aufregend ist. Und ein weiterer Beleg für blanken Rassismus in der AfD.“ Der AfD-Tweet ist mittlerweile wieder gelöscht worden.

Bei Facebook hingegen erhielt Soabre Ouattara, der im westfälischen Münster aufwuchs und einen deutschen Pass hat, überwiegend nette Kommentare: viele Likes und Textnachrichten wie „Viel Erfolg!“. Mit den Sozialen Medien, so der 27-Jährige, habe er bislang noch nie Probleme gehabt. Hass-Tweets oder unschöne Facebook-Kommentare seien für ihn unwichtig. „Deren Meinung zählt nicht.“ Er denke, „es ist nur ein Test, wie ich mit sowas umgehe.“ Und das macht er ziemlich cool: „Ich verfolge davon unbeeinträchtigt meinen Weg.“ Positive Kommentare auf Facebook freuen ihn verständlicherweise: „Das stärkt mich, wenn Leute da sind, die mich unterstützen.“ Und das hat auch, fernab der Sozialen Medien, sein Chef im Radisson Blu Senator Hotel, Küchendirektor Wolfgang Meistes, getan – unmittelbar von Mensch zu Mensch.

Fragwürdige Kommentare in sozialen Medien beschäftigen auch die LN-Redaktion immer wieder. „Hass und Populismus gehören leider zum Alltag in diesen Kanälen. In den meisten Fällen reagiert die Netzgemeinde schlagfertig und legt damit Rassismus und Intoleranz offen“, sagt LN-Chefredakteur Gerald Goetsch, der beeindruckt ist von der coolen Haltung des 27-jährigen Lübeckers. „Ich wünsche Soabre Quattara, dass sein Traum in Erfüllung geht.“

Sabine Risch

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