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Lübeck Wohnhaus in Lübeck abgebrannt: Anne Faber (22) konnte nur wenige Sachen retten
Lokales Lübeck Wohnhaus in Lübeck abgebrannt: Anne Faber (22) konnte nur wenige Sachen retten
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17:49 24.09.2018
Studentin Anne Faber (22) trägt am Morgen  nach dem Brand in der Straße Wakenitzmauer ihre Sachen aus der Wohnung. Das meiste aber ist unbrauchbar geworden. Quelle: Eoto: Holger Kröger
Lübeck

Ein paar Taschen und einen Koffer hat Mathematikstudentin Anne Faber (22) mit ihren Sachen gepackt. Auch ein kleiner Fernseher hat das Feuer überstanden. Viel mehr ist ihr nicht geblieben: Löschwasser und Qualm haben ihren gesamten Hausrat in der Wohnung im ersten Stock des ausgebrannten Hauses unbrauchbar gemacht.

„Jemand rief im Treppenhaus Feuer, Feuer!“

Der Schreck sitzt am Morgen noch tief. „Ich war in der Wohnung und habe Getrappel auf der Treppe gehört – jemand hat im Treppenhaus ,Feuer, Feuer!‘ gerufen.“ Schnell habe sie nach Portemonnaie, Schlüssel und Jacke gegriffen und sei aus der Wohnung gelaufen. Eine weitere Jacke habe sie noch im Auto gefunden – zum Glück, denn am Abend wurde es sehr kalt.

Feuerwehr rettet Mieterin mit der Drehleiter

Das Schlimmste aber war der Moment, als im Geschoss über der brennenden Wohnung eine Frau aus dem Fenster schaute und um Hilfe rief. „Ich habe ihr noch zugerufen, sie soll runterkommen – aber das ging ja wegen des Feuers schon nicht mehr.“ Die Feuerwehr rettet die Frau schließlich mit der Drehleiter. „Der Zusammenhalt hier in der Straße war richtig berührend. Es war echt nett, wie die Nachbarn uns mit Pullis, Jacken und Tee versorgt haben“, sagt Anne Faber. Sie habe die Nacht schließlich bei den Eltern ihres Freundes verbracht. „Ich war noch kurz im Bus, der für uns in der Kanalstraße bereitgestellt wurde, und habe mich durchchecken lassen.“ Die meisten anderen Nachbarn seien ihres Wissens ebenfalls bei Freunden und Bekannten untergekommen.

Mit dem Schutzhelm in die Wohnung

Wie es nun weitergehen soll, weiß sie nicht. Ob eine Versicherung für den Schaden aufkommt? „Darum habe ich mich noch gar nicht gekümmert, keine Ahnung.“ Zum Glück hatte sie wichtige Papiere wasserdicht verpackt gelagert. Möbel, Betten und fast alle Dinge des persönlichen Bedarfs seien zerstört. Bis auf ein Xylofon und Teile einer Marimba, die sie unversehrt retten konnte.

Brandschaden: Wer haftet?

Schäden am Hausrat durch Brände und deren Folgen bekommen Mieter durch die Hausratversicherung ersetzt, sagt Versicherungsberater Thorsten Müller von der Provinzial Lübeck. Der Gebäudeschaden sei in der Regel durch die Wohngebäudeversicherung des Eigentümers versichert. Damit sind auch Schäden versichert, die durch Löschwasser verursacht werden, so Müller.

Auch Mietausfälle in der Folge von Feuer seien innerhalb bestimmter Fristen abgesichert. Wird ein Verursacher des Brandes festgestellt, haben Geschädigte „einen klassischen Haftpflichtanspruch“. Aber auch dieser Anspruch sei leichter durchzusetzen, wenn jemand eine Hausratversicherung hat, sagt Müller. Im Schadensfall springe diese in Vorleistung ein und regele das anschließend mit der Haftpflichtversicherung des Verursachers.

Ein kleiner Trost für die Hobby-Schlagzeugerin, dass diese Instrumente überlebt haben. Mit einem Schutzhelm hat sie die Wohnung vorsichtig betreten, die Treppe bis dorthin sei noch nutzbar gewesen. Oberhalb des zweiten Geschosses sei alles ausgebrannt. In ihrer Wohnung sei alles nass gewesen, vor allem in der Küche: „Da war es richtig matschig.“ Anne Faber lächelt ein bisschen unsicher. Das alles erscheine ihr noch so unwahr. Aber die Hauptsache sei doch, dass offenbar niemand ernsthaft verletzt wurde.

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Nick Vogler

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