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Lübeck Weißer Ring Lübeck hat eine neue Leiterin
Lokales Lübeck Weißer Ring Lübeck hat eine neue Leiterin
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18:00 13.09.2018
Manuela Söller-Winkler (links), Landesvorsitzende Weißer Ring , gratuliert im Rathaus Heike Schulz, neue Außenstellenleiterin Lübeck. Quelle: Lutz Roeßler
Innenstadt

Der Audienzsaal des Rathauses ist mit über 130 Gästen voll besetzt. Auch Radio und Fernsehteams sind zur Amtseinführung von Heike Schulz, der neuen Außenstellenleiterin des Weißen Rings Lübeck, gekommen. Nach dem Skandal um den früheren Opferhelfer Detlef H. (73), ist das Interesse groß. Die Staatsanwaltschaft Lübeck wirft dem Ex-Polizisten vor, mehrere Frauen sexuell genötigt zu haben. Monatelang wurde ermittelt, jetzt ist Anklage in vier Fällen erhoben worden. Zu einer Hauptverhandlung kommt es nur in einem Fall wegen einer exhibitionistischen Handlung. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

„Der Weiße Ring ist bundesweit in schweres Fahrwasser geraten“, sagt Landesvorsitzende Manuela Söller-Winkler in ihrer Begrüßung. Sie betont, dass man sich mit den „gravierenden Vorfällen“ auch weiterhin auseinandersetzen und „nach Mitteln und Wegen suchen muss, die eine Wiederholung derartiger Fälle verhindern“. Ein Zusammenspiel aus Transparenz, genauem Hinsehen und Vertrauen sei erforderlich, betont Söller-Winkler im Beisein von Jörg Zierke, Vize-Bundesvorsitzender.

Weißer Ring hilft Kriminalitätsopfern

Der Weiße Ring wurde 1976 in Mainz gegründet. Der Verein zählt etwa 50 000 Mitglieder und hilft Menschen, die Opfer von Kriminalität und Gewalt geworden sind. Der bundesweit tätige Opfer­hilfe­verein hat über 3000 ehren­amtliche Helfer und verfügt über rund 400 Außenstellen. In Lübeck sind sieben ehrenamtliche Opferhelfer im Einsatz. Laut Außenstellenleitern Heike Schulz ist das Büro damit „sehr knapp besetzt“. Gesucht werden dringend Ehrenamtliche, die die Gruppe unterstützen. Die Opferhelfer werden in einem mehrstufigen Seminarprogramm auf ihre professionelle Arbeit vorbereitet. Mehr Infos gibt es hier.

Als eine Konsequenz der vergangenen Monate habe der Weiße Ring für Gespräche mit weiblichen Opfern von Sexualdelikten „Sechs-Augen-Gespräche“ eingeführt. Außerdem seien in Schleswig-Holstein „gravierende personelle Konsequenzen“ gezogen worden. Der bisherige Landesvorstand ist zurückgetreten und die Außenstelle Lübeck wurde neu besetzt. Söller-Winkler betont, dass man im Land und vor allem in Lübeck nun an einem Neuanfang stehe, der „erlauben sollte, mit Zuversicht und neuem Selbstvertrauen in die Zukunft zu sehen“.

Bürgermeister Jan Lindenau betont, dass das „Fehlverhalten einzelner nicht dazu führen dürfe, dass die wichtigen Aufgaben des Vereins infrage gestellt werden“. „Da sind wir als Hansestadt Lübeck, als Mitglied im Verein, ganz klar an ihrer Seite: Die Arbeit steht im Vordergrund – und diese wollen wir auch in Zukunft unterstützen.“ Das ehrenamtliche Engagement verdiene Respekt, Anerkennung und Unterstützung, so Lindenau.

Polizeidirektor Norbert Trabs bezeichnet die Arbeit des Weißen Rings als unverzichtbar. „Um die Opfer schwerer Straftaten nicht in ihrem Leid und ihrer Verzweiflung allein zu lassen, sind wir sehr froh, dass es den Weißen Ring gibt.“ Als Garant für die „unvoreingenommene Hilfe“ stehe nun Heike Schulz an der Spitze. „Die Polizeidirektion Lübeck freut sich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen.“

Neue Außenstellenleiterin wird feierlich im Rathaus begrüßt

Heike Schulz berichtet, dass sie 36 Jahre bei der Staatsanwaltschaft Lübeck gearbeitet hat. Der Weiße Ring richte den Blick nun „von einer anderen Perspektive auf die Straftat“, sagt die Oberstaatsanwältin a.D.. In Lübeck würden etwa 23 000 Straftaten im Jahr begangen. „Es sind Taten, die in großer Zahl persönliche Opfer zurücklassen“, sagt Schulz. „Diese Menschen fordern Hilfe und fordern unsere Empathie heraus, weil sie ohne eigenes Verschulden ins Unglück geraten sind.“ Mit Blick auf die Zukunft betont sie: „In der Mitte der Schwierigkeiten liegen die Möglichkeiten und die wollen wir finden.“

Cosima Künzel

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