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Lokales Lübeck Uni Lübeck: Teure „heilige“ Campus-Eiche
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11:55 25.07.2019
Neben der Hochschul-Bibliothek steht auf dem Campus eine alte Eiche, die unbedingt erhalten bleiben soll. Quelle: Agentur 54°
St. Jürgen

 Die Freude war mal wieder groß auf dem Uni-Campus, beim jüngsten Spatenstich für einen neuen Forschungsgebäude-Komplex an der Marie-Curie-Straße. Geschätzte 60 Millionen Euro werden von Bund und Land investiert, um ab Mitte 2022 unter anderem Hautspezialisten der Lübecker Universität und des Uniklinikums ein modernes Zuhause mit bester Laborinfrastruktur ermöglichen zu können. Dass die Baukosten allerdings durchaus einen Tick niedriger hätten ausfallen können, merkte bei der Zeremonie Festredner Frank Eisoldt an – wenn nämlich nicht diese eine, „legendäre, heilige Eiche“ gewesen wäre, so seine Worte.

Gefahr für das Wurzelwerk

Eisoldt ist Geschäftsführer der GMSH in Kiel, des Gebäudemanagements Schleswig-Holstein, das mal wieder als Bauherr fungiert. „Wir haben schon so viel investiert und müssen noch weiter viel investieren, um diesen einen Baum zu erhalten. Und ich hoffe unbedingt, dass die Spundwand, die wir für die Baugrube setzen müssen, das Wurzelwerk der Eiche verschont. Ansonsten ist sie endgültig heilig“, merkte er halb ernst, halb scherzhaft an. In Richtung der lübschen Verwaltung setzte er dann noch hinzu: „Ich hoffe, dass sich auch der Klimabeitrag dieses Baumes in der CO2-Bilanz der Stadt nachweisen lässt.“

„Mehrere Zehntausende Euro extra“

Insgesamt habe man neun genehmigungspflichtige Bäume für die aktuellen Bauflächen fällen müssen, heißt es von der GMSH. Allerdings würden nach Beendigung der Bauarbeiten Ersatzbäume gepflanzt. „Die 100 Jahre alte Eiche im Bereich Isotopenlabor und Mensa allerdings wird erhalten. Die Mehrkosten können dazu nicht genau benannt werden, belaufen sich jedoch auf mehrere Zehntausende Euro für verschiedene Maßnahmen“, so die weiteren Angaben.

Naturschutzgesetz verlangt es

Nicole Dorel, Pressesprecherin der Hansestadt, kann das öffentliche Nachkarten des GMSH-Chefs beim symbolischen Spatenstich nicht verstehen. „Die Eiche wurde in Absprache mit der UKSH-Bauleitung und dem Bauherrn als schützenswertes und prägendes Element erkannt und in beiderseitigem Einverständnis geschützt“, stellt sie klar. Im Übrigen sei es nach Bundesnaturschutzgesetz die Verpflichtung von GMSH und UKSH als Landesbehörden, die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu „unterstützen“ und „in besonderer Weise“ zu berücksichtigen.

Umplanung fand nicht statt

Und: Da die Bauherren nicht gewillt gewesen seien, umzuplanen – was nach Gesetzeslage eigentlich hätte erfolgen sollen – sei ein Überleben in der Tat wacklig. „Dies ist aber nicht das Verschulden der Stadt und auch nicht auf die Klimapolitik zu schieben“, so Dorel weiter. Ihrer Meinung nach ist auch nicht ersichtlich, wo und welche Mehrkosten durch die Eiche entstanden sein sollen.

Michael Hollinde

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