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Lübeck Kultkneipe „Hein Mück“ schließt zum Jahresende
Lokales Lübeck Kultkneipe „Hein Mück“ schließt zum Jahresende
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15:03 22.08.2019
Aus für „Hein Mück“: Pächter Marco Büttner schließt den Betrieb des Kultlokals zum Jahresende. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Ein Stück Seebadgeschichte geht zu Ende: „Hein Mück“, die älteste Gaststätte Travemündes, schließt ihre Pforten. Ende Dezember ist an der Vogteistraße 42 Schluss mit Hausmannskost, Fischfrikadellen, gebratenen Heringen und Fassbier. Pächter Marco Büttner, der auch das Fischrestaurant „Lütt Hus“ an der Vorderreihe betreibt, will nicht weitermachen. „Ich habe genug zu tun mit meinem zweiten Standbein“, sagt der 43-Jährige. „Große Investitionen, die im ,Hein Mück‘ dringend notwendig wären, lohnen sich für mich nicht mehr.“

Kultiger Tresen im „Hein Mück“: Das Interieur des Lokals von Marco Büttner ist in seiner Art einmalig in Travemünde. Quelle: Thomas Krohn

KultkneipeHein Mück“ als Anlaufpunkt der Einheimischen

Seit 1898 ist das „Hein Mück“, das nach einem Bremerhavener Seemann und Stadtoriginal benannt wurde, Anlaufpunkt vor allem für Einheimische. Ganze Generationen von Travemündern haben in dem Lokal gegessen, getrunken und gefeiert. Herumgesprochen hat sich mittlerweile auch unter Urlaubern die hervorragende Labskaus-Spezialität. „Wir haben das von den Vorbesitzern übernommen. Die hatten das Essen mit großem Erfolg verkauft und uns ihr Rezept verraten“, sagt Marco Büttner. Für die Küche ist seine Mutter Renate Henning verantwortlich.

Klatsch und Kaffee am Tresen

In der Bevölkerung wird das „Hein Mück“ liebevoll „Pappschachtel“ genannt, wegen der länglichen Form des Gebäudes und des hellen Außenanstrichs. Ein Inventar mit Sitzbänken und Tischen aus dunklem Holz, ein kleiner Tresen mit Platz für vier Gäste, ein abgeteilter Raum für Raucher und eine große Terrasse vor dem im Seebäderstil gebauten Lokal – das „Hein Mück“ ist in seiner Art in Travemünde einmalig und längst Kult. Und wer etwas über den neuesten Klatsch im Seebad erfahren möchte, kommt am Vormittag auf einen Kaffee und ein belegtes Brötchen vorbei und gesellt sich zu den Einheimischen. „Bei uns herrscht eine ungezwungene Atmosphäre“, betont Wirt Marco Büttner.

Vorhänge an den Fenstern, Tische und Sitzgelegenheiten aus früheren Jahren: Das „Hein Mück“ hat einen besonderen Charme. Quelle: Thomas Krohn

Investitionen ins Gebäude wären notwendig

Die Kneipe ist allerdings in die Jahre gekommen, es sind etliche bauliche Investitionen notwendig. „Einige Bereiche müssten renoviert werden, etwa die Toiletten und die Rohrleitungen. Auch die Fassade muss mal neu gestrichen werden“, sagt Marco Büttner. Der Eigentümer wolle dies jedoch nicht mehr. „Deshalb möchte ich selbst auch kein Geld mehr in mein Lokal stecken“, betont der Gastronom. Sein Pachtvertrag laufe noch bis Mitte 2020, es gebe eine Option auf eine Verlängerung für weitere vier Jahre. Aufhören wolle er aber bereits Ende dieses Jahres.

Eigentümer plant Abriss der Kultkneipe

Eigentümer Christian Soldwisch bestätigt auf LN-Nachfrage: „Ja, ich will in das Gebäude nicht mehr investieren.“ Das Dach sei komplett kaputt, die Holzbalken im Keller seien vom Holzwurm befallen, und es müsste ein neuer Fettabscheider eingebaut werden. „Das ist ein Fass ohne Boden. Aber nur leer stehenlassen, bringt auch nichts.“ Er plant, das Haus abzureißen und an gleicher Stelle ein Gebäude mit bis zu 15 Mietwohnungen zu errichten. Das würde frühestens im Herbst 2020 geschehen.

Im Bereich Stadtordnung und Bauplanung der Stadt Lübeck seien bisher keine Anträge über eine neue Nutzung oder einen Abriss des Gebäudes eingegangen, sagt Sprecherin Nicole Dorel. Grundsätzlich bemühe sich die Hansestadt innerhalb ihres rechtlichen Rahmens, prägende Bauten der Seebad-Architektur zu erhalten. Rolf Fechner, gebürtiger Travemünder und Autor von mehreren Büchern über das Seebad, sieht das Aus des Lokals und vor allem mögliche Folgen kritisch: „Ein Abriss des Lokals wäre grundsätzlich eine Schande.“ Das Gebäude müsse unter Denkmalschutz gestellt werden. „Meine Befürchtung ist, wenn kein neuer Betreiber gefunden wird, dass das Gebäude dann verfällt, wie andere bereits denkmalgeschützte Bauten, etwa der Strandbahnhof und der Hafenbahnhof.“

Von Thomas Krohn

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