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Lübeck Hoch hinaus auf den Schiffsmast der „Passat“
Lokales Lübeck Hoch hinaus auf den Schiffsmast der „Passat“
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17:03 15.07.2019
Keine Angst in luftiger Höhe: Für Sabine Machinia (49) war es eine „tolle Kletterpremiere“. Quelle: 54°/Felix König
Travemünde

Wenn das keine Leistung ist: Mit stolzen 91 Jahren ist Wilhelm Schmitt mutig in die Wanten der „Passat“ geklettert. Der Travemünder war einer von vielen Besuchern, die das Erlebnis mit einem atemberaubenden Blick vom Großmast der Viermastbark wagten. Initiiert wurde die Aktion vom TSV Travemünde in Kooperation mit der Stadtschule – und feierte am Sonntag eine gelungene Premiere.

Tolle Kletterpremiere

„Als ich 16 Jahre alt war, hat man uns einfach da hochgescheucht, ohne Sicherungsseil“, erinnert sich Schmitt. Der Travemünder war einst Seemann auf einem Schulschiff. Jetzt ließ er es sich nicht nehmen, in die Wanten des Großmastes der Viermastbark zu klettern, legte die Sicherungsgurte an und stieg hinauf. „Ein tolles Erlebnis“, so der rüstige Mann lachend. Für Sabine Machinia war es eine „tolle Kletterpremiere“. Spontan hatte sich die 49-Jährige dazu entschieden, hoch hinaus zu steigen. „Ich habe von der Aktion aus der Zeitung erfahren – und einfach mitgemacht“, sagte Machinia. „Im Kletterpark war ich schon, aber noch nie auf einem Großmast“, erzählt sie begeistert. „Die Höhe macht mir gar nichts aus. Es war sehr reizvoll“, so Machinia. „Man hat einen wunderbaren Blick über das ganze Hafenbecken und auf den Priwall. Da kommt Freude auf. Einfach fantastisch“, so das Fazit der Lübeckerin, die mutig die übergroße Strickleiter hinaufstieg. Mit 64 Jahren ging auch Ingrid Meyer-Jülich aus Herrnburg in die Wanten. „Es war immer schon mein Wunschtraum, einmal so hoch nach oben zu klettern“, sagt Meyer-Jülich. „Das ist einfach ein tolles Erlebnis“, sagte sie nach dem 30-Meter-Abstieg. „Es war einfach nur schön“, so Meyer-Jülich.  

Impressionen vom Mast

„Etwas Kribbeln im Bauch“   

 Spaß hatte auch Connor. Der zwölfjährige Schüler hat schon Erfahrung mit dem Klettern, hat mit der Schulklasse schon Kletterfahrten gemacht. Den Großmast eines so großen Schiffes zu entern, das war auch für ihn neu: „Es war ein wenig wackelig, und ich hatte anfangs etwas Kribbeln im Bauch“, so der Schüler, der etwa eine Höhe von 20 Metern erklomm. „Das ist eine ganz tolle Aktion der Stadtschule“, lobt Mutter Marion Vits vor allem das Engagement des Schulleiters. Und der war am Sonntag zusammen mit Lehrerkollegen voll im Einsatz. Er sicherte die Kletterer und gab Tipps zum erfolgreichen Entern. Seit vier Jahren ist in seiner Schule eine Kletterwand installiert. „Etwa 100 Kinder kraxeln bei uns“, sagt Cordes. In der Nähe der „Passat“ sei der selbst passionierte Kletterer „schon immer mal interessiert“ gewesen, die Masten zu entern. Aber so einfach geht eine solche Aktion nicht. „Wir sind nach entsprechenden Vorbereitungen vom Institut für Qualitätsentwicklung und dem Deutschen Alpenverein zertifiziert worden“, sagt Cordes. Drei Klettertrainer und vier erfahrene Schüler hatten die vielen Hobbykletterer gesichert und betreut. Bis zur sogenannten zweiten Saling, fast einem kleinen Podest ähnlich, konnten die Gäste hinaufklettern. „Das sind etwa 30 Meter“, so der Schulleiter.

Teambildung und Vertrauen

„Sollte tatsächlich einmal jemand Angst bekommen, und nicht mehr runterkommen, haben wir Rettungsszenarien entwickelt, um die Person sicher herunterzubegleiten“, versicherte Cordes, der auch mal eben die Salings für spezielle Sicherungen erklomm. Die Person, die den Kletterer am Seil sichert, dürfe maximal zehn Kilogramm leichter sein als der Kletterer, so Cordes. „Der spannende Effekt bei dieser Kletterei ist, dass das subjektive Gefahrenerlebnis sehr groß ist“, erklärt Cordes. „Objektiv aber ist die Gefahr, beim an Bord gehen eines Schiffes zu stürzen, viel größer.“ Schüler erlebten unter anderem den Vorteil einer Teambildung und Festigung des Vertrauens gegenüber anderen Personen.

Die nächsten Klettertermine sind: 10. August, 13 Uhr bis 16 Uhr, und 1. September, 13 Uhr bis 16 Uhr. Neben dem Eintrittspreis der „Passat“ (vier Euro für Erwachsene, zwei Euro für Jugendliche) kostet das Mitmachen fünf Euro. Der Erlös kommt einem Kletterfonds der Schule zugute.

Rüdiger Jacob

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