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Lübeck Hochwasser-Gefahr: Lösung für Priwall gesucht
Lokales Lübeck Hochwasser-Gefahr: Lösung für Priwall gesucht
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11:25 24.05.2019
So sah es am 2. Januar 2019 auf dem Priwall aus: Die Mecklenburger Landstraße ist an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern überflutet, Autofahrer können die Strecke nur mit großem Risiko passieren. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Gefahr durch Hochwasser – ein Dauerthema auf dem Priwall. Vor allem nach den Überflutungen Anfang Januar, als die Mecklenburger Landstraße und der Fährplatz innerhalb einer Woche zwei Mal unter Wasser standen. In einer Sitzung des Ortsrats Mitte Februar musste Innensenator Ludger Hinsen (CDU) viel Kritik einstecken. Er habe es bisher versäumt, mit Mecklenburg-Vorpommern Kontakt aufzunehmen, um nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen, lautete der Vorwurf.

Priwall: Informationsabend zur Hochwasser-Gefahr

Deshalb hatte Eckhard Erdmann, Vorsitzender der Gemeinschaft der Priwallbewohner, jetzt das Heft des Handelns in die Hand genommen: Er lud einen Vertreter des Schweriner Umweltministeriums zu einem Informationsabend ein. Thomas Zarncke, Leiter des Referats Küsten- und Hochwasserschutz, machte auf der Versammlung im Restaurant Seglermesse vor etwa 50 Besuchern deutlich: „Für den Hochwasserschutz an der Landesgrenze gibt es keine Alternative zur Erhöhung der Mecklenburger Landstraße.“

Schwachstelle Mecklenburger Landstraße

Zarncke stellte zudem klar, dass es eine Lösung für die Zuwegung vom Priwall nach Mecklenburg nur gemeinsam mit Schwerin gebe. Von der Ostsee gehe eher keine Gefahr aus, weil die Dünen zwischen dem Strand und der Straße bei normalem Hochwasser die Flut stoppten. Sie würden die Wasserstände bis zu drei Meter über Normalnull halten. Die größte Schwachstelle sei dagegen die Niederung zwischen Pötenitzer Wiek und der Mecklenburger Landstraße. Von der Wiek aus fließe das Hochwasser auf die Straße, wie im Januar geschehen. Eine Eindeichung käme nach seiner Einschätzung aus Umweltgründen nicht in Frage: „Das Gebiet steht unter Schutz, da wird die Naturschutzbehörde wohl nicht mitmachen.“

Fahrbahnerhöhung: Lübeck muss Finanzierung sichern

Bei einer Erhöhung der Landstraße als Hochwasserschutzmaßnahme müsse bedacht werden, dass dazu mehr Flächen benötigt würden, die teilweise auf Mecklenburger Gebiet und damit ebenfalls im naturgeschützten Bereich liegen, führte Zarncke aus. Die Finanzierung der Maßnahme sei ausschließlich Sache Lübecks, auch wenn eine Erhöhung auf Mecklenburger Gebiet vorgenommen werden müsse. „Das Land Mecklenburg wird da nichts unternehmen. Auf unserer Seite ist das zwar unsere Straße, aber wir haben ja kein Problem damit“, machte Zarncke unmissverständlich klar. Erstaunt sei er darüber, dass die Stadt Lübeck nach den Ereignissen im Januar bisher keinen Kontakt zur Behörde in Schwerin aufgenommen habe. „An uns liegt es nicht, wir sind gesprächsbereit.“

Keine kurzfristige Lösung in Sicht

Eckhard Erdmann, Vorsitzender der Bewohnergemeinschaft, gestand ein: „Wir werden eine kurzfristige Lösung für das Hochwasserproblem nicht erreichen können.“ Es müsse vor allem auch in der Politik der Wille vorhanden sein, sich des Themas anzunehmen. Travemündes CDU-Chef Thomas Thalau riet: „Dranbleiben und immer wieder nachhaken.“ Ortsrats-Mitglied Jan Ingwersen (CDU): „Wenn Anfang Januar auch noch Windstärke 8 gewesen wäre, hätten wir auf dem Priwall alt ausgesehen.“

Thomas Krohn

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