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Lübeck Freisprechung der Hörgeräteakustiker
Lokales Lübeck Freisprechung der Hörgeräteakustiker
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18:12 26.01.2019
Jill-Maureen Hupe, Bianca Oehlerking und Maike Ahrlich (v. l. ) bestanden als Jahrgangsbeste.
Jill-Maureen Hupe, Bianca Oehlerking und Maike Ahrlich (v. l. ) bestanden als Jahrgangsbeste. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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St. Jürgen

„Es ist richtig kuschelig hier“, sagt Jürgen Matthies, Vize-Präsident der Bundesinnung der Hörakustiker (biha) bei der Freisprechung der Hörgeräteakustiker im Kolosseum. Kein Wunder: Während man im Sommer noch eine XXL-Freisprechung in der voll besetzten MuK feierte, war der Rahmen jetzt ein wenig kleiner.

Ihre Gesellenbriefe bekamen die 184 Prüflinge, die ihre Ausbildung im Winter 2016 starteten, ihre Lehrzeit verkürzen oder im vergangenen Sommer durchgefallen waren. Sie beschlossen ihre duale Ausbildungszeit an der Akademie für Hörakustik und der Landesberufsschule für Hörakustik und wurden nun mit der Übergabe der Gesellenbrief in das Berufsleben verabschiedet. Zur Prüfung angetreten waren insgesamt 258 Lehrlinge, 74 von ihnen schafften die Anforderungen nicht und können in einem halben Jahr einen neuen Versuch wagen.

Besondere Ehrung für die Besten

Jill-Maureen Hupe gehört nicht dazu. Die Neustädterin schaffte ihre theoretische Prüfung mit 87,7 Prozent als Beste und wurde dafür ausgezeichnet. Genau wie Bianca Oehlerking, die den praktischen Teil der Prüfung mit 78,2 Prozent als Beste bestand. Mit 81 Prozent schloss Maike Ahrlich ihre Prüfung als Gesamtbeste ab. Die drei jungen Berufsanfängerinnen wurden besonders geehrt.

Für Jürgen Matthies ist die Freisprechung jedes Mal ein wichtiger Moment. „Das Gesundheitshandwerk verbindet in großartiger Weise technische, medizinische und handwerkliche Leistungen. Es verbindet aber auch Menschen.“ Auch Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Lübeck, sieht den Abschluss einer Handwerksausbildung als wichtigen Meilenstein. „Sie haben einen wunderbaren Beruf gewählt. Sie leben in einer Welt, wo Sie und Ihr Handwerk gebraucht werden“, sagt Stapelfeldt.

Einstieg ins Berufsleben beginnt

Für Lisa Prath beginnt nun ein neuer Abschnitt. Die 19-jährige Bambergerin wollte ursprünglich Optikerin werden, hat sich dann aber umorientiert und ist froh darüber. „Ich wollte mit Menschen arbeiten“, sagt sie. Nun startet sie in einer neuen Firma und an einem neuen Standort in ihr Berufsleben. Doch mit dem Lernen ist nicht Schluss. „Vielleicht mache ich irgendwann noch meinen Meister.“

Auch Kim Arnold ist froh, die Prüfung hinter sich zu haben. Die 22-jährige aus Frankfurt am Main hat aufregende Wochen hinter sich. „Jetzt, wo alles vorbei ist, bin ich sehr erleichtert“, sagt sie. Dass sie ihre Klassenkameraden allerdings nun nicht mehr regelmäßig beim Blockunterricht sieht, findet sie aber traurig. „Es ist komisch, die anderen nicht mehr zu treffen.“ Dafür hat sie Lust auf das Arbeiten in ihrem Beruf. Ihr gefällt die Mischung aus Technik, Handwerk und Kundenkontakt.

Sie bestanden ihre Prüfung zum Hörgeräteakustiker und starten nun ins Berufsleben.

Domenic Schulze (26) hat schon eine Ausbildung zum Tontechniker hinter sich. „Das Arbeiten mit Menschen und der Bereich Akustik, den ich ja schon kannte, haben mich dabei gereizt.“ Wie es weitergeht, weiß der junge Berliner schon genau. „Ich mache meinen Meister, im März geht es los.“

Majka Gerke