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Lübeck „Kaiserhof“ schließt zum Jahreswechsel
Lokales Lübeck „Kaiserhof“ schließt zum Jahreswechsel
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14:43 21.12.2018
Edle Adresse: das Hotel „Kaiserhof“ an der Kronsforder Allee. Quelle: Lutz Roeßler
St. Jürgen

Es ist eine gute Adresse, in gediegenen Räumlichkeiten in zwei Gründerzeit-Villen wurden in den vergangenen Jahrzehnten viele Hochzeiten und andere Anlässe gefeiert, in den insgesamt 57 Zimmern nächtigten Promis wie Helmut Schmidt, Lech Walesa, Sir Alec Guinness und Mitglieder der Familie Mann. Zum Jahresende wird es vorübergehend geschlossen. Der Grund: Die Hamburger Centro Hotelgruppe hat den Vertrag mit Eigentümer Stefan Krumbholz gekündigt. Nun sucht der Hamburger Steuerberater einen neuen Hotelbetreiber.

„Ich habe mich einfach in dieses Haus verliebt“, sagt Eigentümer Stefan Krumbholz, der das Gebäude 2013 bei einer Zwangsversteigerung erworben hatte. Im ersten Versteigerungs-Anlauf gab es zwar viele Interessenten, aber keinen Bieter. Im zweiten Anlauf erhielt Krumbholz den Zuschlag.

Den alten Stil erhalten

Dieses Haus, in das er sich verliebt hat, möchte er auf alle Fälle „vom Stil her erhalten“. Doch genau da beginnt das Problem: Alte Häuser sind, wie jeder weiß, sehr pflegeaufwendig. Und bisweilen, wie im Falle des „Kaiserhofs“, denkmalgeschützt.

Differenzen über Verantwortung

„Wir reden über ein altehrwürdiges Haus, das in die Jahre gekommen ist“, sagt Arne Söhns, Justiziar der Centro Hotelgruppe, die Anfang 2015 den „Kaiserhof“ übernommen hatte und „ein modernes Hotel betreiben“ wollte. Gemeinsam mit Eigentümer Krumbholz habe man die Verantwortung übernommen, die Immobilie zu sanieren und instandzuhalten. Was auch vertraglich so fixiert worden sei. Söhns: „Beide Seiten haben Rechte und Pflichten – eine Seite hat den Vertrag aber anders gelesen als die andere.“ Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sei es nur vernünftig gewesen, den Pachtvertrag zu kündigen.

Haus mit Historie

1898 werden an der Kronsforder Allee zwei Wohnhäuser für Senatoren errichtet, die der Ursprung des „Kaiserhofes“ sind und im Krieg konfisziert werden. Später dienen sie als Flüchtlingsunterkunft.

1964 erwirbt Helmut Klemm Haus Nummer 13, 1967 eröffnet er darin mit Ehefrau Ruth ein Hotel. 1974 wird im Haus Brehmerstraße 3 ein Gästehaus mit Apartments eingerichtet, 1987 kommt Haus Nummer 11 hinzu, Ehepaar Klemm schafft einen Verbindungstrakt zwischen beiden Häusern.

Im Jahr 2000 übernimmt der Lübecker Bankkaufmann Michael Veit Iwanschitz den Betrieb, im Zuge des Zwangsversteigerungsverfahrens geht die Immobilie 2013 für 2,05 Millionen Euro an die GbR des Hamburger Steuerberaters Stefan Krumbholz und seines Sohns Arne. Sie wollen den „Kaiserhof“ zumindest teilweise zum Therapiehotel machen. Daraus wird nichts.

2015 verpachtet Krumbholz das Hotel an die Hamburger Centro Hotelgruppe, die aktuell 56 Hotels an 27 Standorten betreibt.

Stefan Krumbholz spricht derweil von Problemen mit der Denkmalpflege, vielen Verzögerungen bei der Sanierung und der Schwierigkeit, während des Booms in der Baubranche zeitnah qualifizierte Handwerker zu bekommen. „Wir müssen renovieren und sind seit zwei bis drei Jahren am Ball.“

Verzögerungen

Allein in eine moderne Brandmeldeanlage, die inzwischen installiert ist, habe er 500 000 Euro investiert. Das Haus sei zwar präsentabel, aber heutige Anforderungen und Auflagen deutlich höher als noch vor einigen Jahren. Krumbholz: „Je länger sich das hinauszögert, desto teurer wird es.“

Verhandlungen laufen

Also möchte der Eigentümer schnellstmöglich einen neuen Betreiber für das Hotel suchen, sanieren und wieder Gäste beherbergen. Und der denkt an die Mitarbeiter, „die daran interessiert sind, am Standort zu bleiben, statt für Centro nach Hannover zu gehen.“ Aktuell sei er in Verhandlungen mit potenziellen Hotelbetreibern.

Selbst wenn sich schnell ein neuer Pächter fände: Ein paar Monate werden wohl mindestens ins Land gehen, bis der altehrwürdige „Kaiserhof“ wieder Gäste beherbergt. Auch Centro-Justiziar Söhns drückt die Daumen: „Ich hoffe, dass das Haus wieder in ruhiges Fahrwasser kommt und in altem Glanz erstrahlt.“

Sabine Risch

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