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Lübeck Hund greift Flüchtlingsfamilie an - und der Besitzer schaut zu
Lokales Lübeck Hund greift Flüchtlingsfamilie an - und der Besitzer schaut zu
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18:12 17.12.2015
Der Vorfall ereignete sich im Lübecker Stadtpark. Die Polizei sucht Zeugen. Quelle: Hellerling
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Lübeck

Mitten im Stadtpark ist eine dreiköpfige syrische Flüchtlingsfamilie von einem Hund angegriffen worden – und dessen Herrchen hat „tatenlos dabei zugeschaut“, wie Polizeisprecher Dierk Dürbrook sagt. Der Zwischenfall ereignete sich bereits am vergangenen Sonntag gegen 14 Uhr, das syrische Ehepaar und ihr 22-jähriger Sohn blieben unverletzt und kamen mit dem Schrecken davon. Nachdem der Hund wieder von den dreien abgelassen hatte, ging dessen Besitzer einfach weiter.

„Die Familie hatte deutliche Angst, dass noch mehr passiert“, sagt Dürbrook. Der mittelgroße, schwarze Hund sei „mit hohem Tempo“ auf den 64-Jährigen zugelaufen, als die Familie im Stadtpark am großen Teich entspannen wollte. Die 54-jährige Frau und ihr Sohn saßen auf einer Bank, während der Vater daneben stand. Dürbrook: „Der Hund hatte den Mann umgeworfen und kauerte auf ihm.“ Der 64-Jährige sei nicht mehr in der Lage gewesen, aufzustehen – zu kräftig war das etwa 20 Kilogramm schwere Tier in diesem Moment.

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Die Familie forderte den etwa 50-Jährigen mehrfach auf Englisch auf, er möge seinen Hund zurückzurufen. Doch der habe die Situation laut Dürbrook aus etwa zehn Metern Entfernung lediglich „mit verschränkten Armen“ beobachtet und nicht reagiert. Stattdessen soll der Halter geantwortet haben, der Stadtpark sei „nicht für sie, sondern für die Hunde da“, so Dürbrook.

Nachdem das Tier den 64-Jährigen umgeworfen hatte, ließ es von ihm ab und wollte die Mutter attackieren. „Doch der Sohn stellte sich zwischen die beiden“, sagt der Polizeisprecher. Erst darauf habe der Hund von der Familie abgelassen und sei zurück zu seinem Herrchen gelaufen. Als der Unbekannte weiterging, sei er noch von zwei Frauen und einem Mann auf den Zwischenfall angesprochen worden. Danach sei er aus dem Stadtpark verschwunden.

Bis auf dreckige Kleidung blieb der syrische Vater unversehrt, die Familie lebt zurzeit in der Erstaufnahme auf dem Volksfestplatz. Die Polizei ermittelt nun wegen sogenannten Handelns durch Unterlassen, wie das Nicht-Eingreifen juristisch heißt. Gleichzeitig stehe der Verdacht der Körperverletzung im Raum. „Das Ganze hat aber nicht unbedingt einen ausländerfeindlichen Charakter“, sagt Dürbrook. Vielmehr sehe es so aus, als stelle der Mann die Rechte seines Hundes generell über die anderer Menschen.

Allerdings konnte der Unbekannte bislang nicht identifiziert werden, deshalb bittet die Polizei insbesondere die beiden Frauen und den Mann aus dem Park um Hinweise. „Vielleicht kennen sie ihn“, so Dürbrook. Der Halter soll etwa 1,80 Meter groß sein und hat kurze, dunkelblonde Haare. Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon 0451/13 10 zu melden.