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Lübeck Nach Hundeattacke bei Schlutup: Besitzer gibt Opfer falsche Daten
Lokales Lübeck Nach Hundeattacke bei Schlutup: Besitzer gibt Opfer falsche Daten
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15:16 08.07.2019
Annika Appel wurde im ehemaligem Grenzstreifen bei Schlutup von einem Hund angegriffen. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Schlutup

Plötzlich stand er vor ihr: ein Pitbull-Mischling. Ihr kleiner Hund Kaito konnte noch vor ihm flüchten. Annika Appel nicht. „Er hat mich sofort angesprungen und in die Hand gebissen“, sagt die 33-Jährige. „Meine Hand tat so weh und es hat angefangen zu bluten. Zum Glück hat der Hund irgendwann wieder losgelassen.“

Hundebesitzer hatte seinen Pitbull-Mischling nicht angeleint

Annika Appel war mit ihrem eineinhalbjährigen Hund im geschützten Landschaftsbestandteil am Ostufer der Untertrave in der Nähe des Grenzmuseums spazieren. Auf kleinen Trampelpfaden war sie mit einem Bekannten und drei Hunden am Pfingstwochenende in das Waldgebiet gelaufen.

Dann hörte sie Stimmen. „Ich dachte mir schon, dass da andere Spaziergänger sind und habe laut gerufen: ‚Achtung, hier sind zwei Personen mit drei angeleinten Hunden‘“, sagt Appel. Zu spät. Kurz danach kam es zu der Hundeattacke. „Der Besitzer hatte seinen Hund nicht angeleint. Als der Hund wieder von meiner Hand gelassen hatte, kam er und hat ihn an die Leine genommen.“

Annika Appel wurde von einem Pitbull-Mischling in die Hand gebissen. Sie musste operiert werden. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Personendaten gegeben, die es nicht gibt

Während sich Annika Appel um Kaito kümmerte, der sich verschreckt und ängstlich eingekauert hatte, fragte ihr Bekannter nach den Personendaten des Mannes. „Die hat er auch gegeben“, sagt Appel, die direkt ins Krankenhaus gebracht wurde, wo sie an der Hand operiert werden musste.

„Als ich ein paar Tage später zu der Adresse gefahren bin, konnte ich es nicht fassen. Die Daten waren falsch.“ Das bestätigte ihr auch die Polizei, als sie Anzeige gegen Unbekannt bei der Wache des 3. Polizeireviers im Meesenring stellte.

Im Video: So schützen Sie sich bei einem Hunde-Angriff

Schmerzen in der Hand und Physiotherapie

Die Handknochen in Annika Appels linker Hand sind heil geblieben, so stark hat der Pitbull-Mischling glücklicherweise nicht zugebissen. Auch die Sehnen und Nerven scheinen nicht beschädigt zu sein – wahrscheinlich. „Die Ärzte können noch nicht genau sagen, ob ich bleibende Schäden haben werde. Ich gehe fleißig zur Physiotherapie und hoffe, dass die Schmerzen bald ganz weg sind.“

Es war das erste Mal, dass Annika Appel von einem Hund gebissen wurde. Das belastet sie jetzt auch psychisch. „Wenn ich mit Kaito wieder hier spazieren gehe, dann habe ich schon ein komisches Gefühl. Es kann ja hinter jeder Ecke wieder ein Pitbull stehen“, sagt die Tierernährungsberaterin. „Ich habe nichts gegen Pitbulls, es sind schöne Tiere. Sie müssen nur einen vernünftigen Besitzer haben.“

Am Ostufer der Untertrave ist es nicht erlaubt, Hunde ohne Leine laufen zu lassen. Darauf weisen Schilder hin. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Polizei sucht nach Hinweisen aus der Bevölkerung

Als vernünftig kann der Besitzer des aggressiven Hundes gewiss nicht bezeichnet werden. Da der Vorfall auf mecklenburgischen Grund und Boden passiert ist, ermittelt die dort zuständige Polizei und sucht nach Hinweisen aus der Bevölkerung.

Annika Appel beschreibt den Hundebesitzer als etwa 1,80 Meter groß, etwa Mitte 40 und mit kurzen, dunklen Haaren. „Ich war in dem Moment mit anderen Sachen beschäftigt, an Genaueres kann ich mich wirklich nicht erinnern. Aber der Hund war rotbraun und im Brustbereich weiß, das erinnere ich genau.“

Hinweise zum Hundebesitzer nimmt die Polizei in Grevesmühlen unter der Telefonnummer 038 81/72 00 entgegen.

Hannes Lintschnig

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