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Lübeck Hundebesitzer gegen FKKler: Wer darf am Strand bleiben?
Lokales Lübeck Hundebesitzer gegen FKKler: Wer darf am Strand bleiben?
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20:22 11.07.2014
Die Hundehalterinnen Karin Timm (v. l.), Katja Hess, Andrea Ewald und Anja Es kämpfen dafür, dass sie künftig mit ihren Vierbeinern den FKK- Strand passieren dürfen, um ans Brodtener Steilufer zu kommen. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat
Travemünde

Die Geschichte von Anja Es liest sich wie ein kleiner Krimi. Lebhaft berichtet die aktive Frau von ihrer Flucht vor den Travemünder Ordnungshütern. Erzählt aufgeregt, wie sie deswegen zwei Tage später von zwei Beamten auf einem Feldweg gestellt wird. Grund für das aufsehenerregende Ereignis: Ihr Labrador „Pinsel“, mit dem die Frau über den Badestrand lief. Denn in Travemünde herrscht seit Jahren ein Kleinkrieg zwischen Hundehaltern und FKKlern. Ein Streit, der nun sogar die Politik beschäftigt.

Doch vor vorne: Jeden Morgen gegen 8 Uhr geht Anja Es mit ein paar Freundinnen spazieren. Mit dabei sind dann auch „Pinsel“ und seine Spielgefährten. Doch der Hundestrand am Ende der Kaiserallee reicht den vitalen Vierbeinern nicht aus. „Wenn man sie artgerecht halten will, müssen sie richtig laufen können“, sagt Andrea Ewald. Und so spazieren die Damen über den FKK-Strand hinweg ans Brodtener Steilufer. Doch genau das ist nicht erlaubt. Laut einer Satzung der Stadt über die Ordnung im Strandgebiet ist es von April bis September nicht gestattet, Hunde außerhalb des Hundestrandes mitzubringen. Und auch das Landesnaturschutzgesetz untersagt das Mitbringen von Hunden auf Strandabschnitten mit regem Badebetrieb. Wer trotzdem mit seinem Vierbeiner den Hundestrand verlässt, läuft Gefahr, vom Ordnungsamt erwischt zu werden. Denn die Beamten haben Fälle wie den von Anja Es nun geahndet. „Dazu sind die Kollegen verpflichtet“, sagt Kurdirektor Uwe Kirchhoff, „Badegäste haben sich bereits im vergangenen Jahr beschwert.“

Vor fast einem Monat wurden Es und ihre Freundinnen nun aufgefordert, den Ordnungshütern ihre Personalien auszuhändigen. „Wir sahen keinen Anlass dafür und konnten dank unserer Fluchthelfer entkommen“, erzählt die Travemünderin schmunzelnd. Zwei Tage später sahen sie die Beamten erneut am Hundestrand stehen. „Damit sie uns nicht entdeckten, sind wir den Weg oben an der Steilküste gegangen“, sagt Es, „aber an einem Feld hat uns dann ein Streifenwagen angehalten.“ Nun dürfte die Damen ein Bußgeld erwarten. Doch auch andere Hundehalter sind mit der Situation unzufrieden. „Mein Mops ist viel zu klein, um über die Steine ins Wasser zu kommen“, erzählt Nadine Müller, „ein Stück weiter ist es besser, weil er in der kleinen Pfütze baden kann.“

Am FKK-Strand sind die Hunde tatsächlich Thema Nummer eins. Anders als erwartet scheint jedoch keine breite Masse gegen die freilaufenden Tiere zu sein. „Es sind einzelne Hundehasser, die hier mobil machen“, erzählt Bärbel Martinen, „ich hätte kein Problem damit, wenn die Hundebesitzer einen kleinen Weg bekommen zum Durchgehen.“ Das ist auch der Wunsch der Hundehalter. „Es würde ja reichen, eine kleine Schneise mit Pfählen abzustecken“, sagt Andrea Ewald, „für das Stück leinen wir die Hunde natürlich gerne an.“

Am kommenden Dienstag wollen sich die Hundebesitzer um 19 Uhr am Kiosk „Fisch und Meer“treffen, um Unterschriften für die Nutzung des FKK-Strandes zu sammeln. Der Fall beschäftigt derweil auch Kurdirektor Kirchhoff. „Wir haben mit allen Beteiligten gesprochen und werden nun die Interessen abwägen.“ Im September will man sich dann ausführliche Gedanken machen. Denn im Herbst und Winter dürfen die Hundebesitzer ohnehin auch den FKK-Strand nutzen. „Für die nächste Saison werden wir dann eine neue Lösung finden. Sicherlich werden damit aber nicht alle glücklich sein.“

Maike Wegner

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