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Lübeck Hunderte demonstrieren für Frieden in Afrin
Lokales Lübeck Hunderte demonstrieren für Frieden in Afrin
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11:58 26.03.2018
An der Demonstration beteiligten sich diverse Lübecker Initiativen.
An der Demonstration beteiligten sich diverse Lübecker Initiativen. Quelle: Holger Kröger
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Innenstadt

Laut Polizei versammelten sich circa 500 Menschen zu dem Demonstrationszug in der Lübecker Innenstadt, um auf die aktuelle Situation in Afrin in Syrien aufmerksam zu machen.

Die Demonstrationsstrecke führte von der Konrad-Adenauer-Straße in Richtung Kohlmarkt. Von dort aus gingen die Teilnehmer über Breite Straße und Hüxstraße in Richtung Koberg von dort über Beckergrube und die Fußgängerbrücke in Richtung des Geländes des „Lübecker Flüchtlingsforums“, wo ein „Friedensfest für Afrin“ gefeiert wurde. 

Klicken Sie hier, um weitere Eindrücke von der Demonstration in der Lübecker Innenstadt zu sehen.

"Der Demonstrationszug setzte sich gegen 14.10 Uhr in Bewegung, er verlief ruhig und friedlich, es wurden keine besonderen Vorkommnisse festgestellt", sagte ein Polizeisprecher. Aufgrund temporärer Sperrungen im Bereich der Aufzugsstrecke und im Bereich der Willy-Brandt-Allee sei es zu leichten Verkehrsbehinderungen gekommen.

Bereits am 3. Februar hatten sich rund 600 Teilnehmer zur Demonstration "Gegen den Krieg in Afrin" getroffen. 

100.000 Menschen auf der Flucht

Nach dem Einmarsch türkischer Truppen und ihrer Verbündeten in das Kurdengebiet Afrin im Nordwesten Syriens berichten Helfer von einer dramatischen humanitären Lage. Besonders stark betroffen sind Kinder, Frauen und Ältere. Tausende seien in den vergangenen Tagen „verzweifelt und in Panik“ aus Afringeflohen, twitterte der Regionaldirektor des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Robert Mardini, am Dienstag. Sie hätten keine Unterkunft sowie kaum Nahrung, Wasser und medizinische Versorgung.

Die UN meldeten, rund 100 000 Menschen seien in der Region bereits seit längerem auf der Flucht. Bis zu 50 000 weitere seien in den vergangenen Tagen hinzugekommen.

Türkei setzt bei der Offensive Panzer aus deutscher Produktion ein

Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef brauchen 100 000 Menschen aus Afrin dringend Hilfe, die Hälfte davon Kinder. Das IKRK meldete am Dienstag, ein Hilfskonvoi habe den von Kurden kontrollierten Ort Tal Rifat erreicht. Dort haben nach UN-Angaben mindestens 75 000 Vertriebene aus Afrin Zuflucht gefunden.

Türkische Truppen hatten die Operation „Olivenzweig“ gegen die YPG in der nordsyrischen Region Afrin am 21. Januar gestartet. Die Türkei sieht in der YPG den syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und rechtfertigt die Offensive mit dem Kampf gegen den Terrorismus.

Die Türkei ist Partner Deutschlands in der Nato und setzt bei der Offensive Panzer aus deutscher Produktion ein. Die Bundesregierung hat seit dem Einmarsch der türkischen Armee in Syrien auch weiter Rüstungsexporte in die Türkei genehmigt. In den vergangenen zwei Monaten waren es 20 Genehmigungen im Umfang von 4,4 Millionen Euro.

Wir berichten in Kürze mehr an dieser Stelle.