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Lübeck IHK-Wahl in Lübeck: Streit um Vetternwirtschaft
Lokales Lübeck IHK-Wahl in Lübeck: Streit um Vetternwirtschaft
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08:10 04.02.2013
Lübeck

Am Dienstag wählt die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lübeck einen neuen Präses. Um dieses Ehrenamt bewerben sich erstmals in der Geschichte der Kammer zwei Unternehmerpersönlichkeiten: Friederike Kühn und Lutz Kleinfeldt.

Doch um die Kandidatur Kleinfeldts gibt es Diskussionen. Denn er ist der Schwager des Hauptgeschäftsführers der Kammer, Mathias Schulz-Kleinfeldt. Die Kritiker fürchten den Vorwurf der Vetternwirtschaft. Diese Sorge sei unbegründet, sagte ein Sprecher der IHK. Der Präses werde ja von der Vollversammlung gewählt und nicht vom Hauptgeschäftsführer bestimmt.„Bevor ich mich endgültig zur Kandidatur entschlossen habe, habe ich mit einer ganzen Reihe von Unternehmern über die familiäre Konstellation gesprochen und keiner hat ein Problem darin gesehen. Alle haben mit signalisiert, dass die Kompetenz das maßgebliche Kriterium für das Amt ist“, sagte Kleinfeld der Nachrichtenagentur dpa. Bei der jetzt aufgeflammten Diskussion könne es ohnehin nur um die mögliche Außenwirkung gehen.

„Gerade weil unsere Verwandtschaft bekannt ist, würden etwaige Mauscheleien doch sofort bekannt werden, weil wir unter besonderer Beobachtung stünden“, sagte Kleinfeldt.Der Geschäftsführende Gesellschafter des Lübecker Wachunternehmens, der von 2004 bis 2010 Präses der Lübecker Kaufmannschaft war, sitzt seit 2004 in der Vollversammlung, dem Parlament der IHK.

Seine Halbschwester ist mit Schulz-Kleinfeldt verheiratet, der seit 2006 hauptamtlich bei der IHK arbeitet und seit 2010 deren Hauptgeschäftsführer ist.Einer der Kritiker ist der Unternehmer Bernd Jorkisch aus Dalldorf im Kreis Segeberg, der von 2004 bis 2010 Präses der Lübecker IHK war. „Ich halte Kleinfeldt und Schulz-Kleinfeldt für absolut integer, aber in der Außenwirkung könnte ein falsches Bild entstehen. Schließlich ist der Präses Teil der Legislative, die den Hauptgeschäftsführer, also die Exekutive, kontrollieren soll“, sagte Jorkisch.Dabei hatte er als Mitglied der Findungskommission der Kandidatur Kleinfeldts selbst zugestimmt.

„Ich habe aber von Anfang an gesagt, dass ich Bauchschmerzen mit der Situation habe“, sagte Jorkisch. Er habe keine unnötigen Verletzungen provozieren, aber doch in der Sache deutlich sensibilisieren wollen, sagte er. „Die Entscheidung trifft die Vollversammlung in geheimer Abstimmung und mit Frau Kühn gibt es ja eine Alternative“, sagte Jorkisch.Der bisherige Präses Christoph Andreas Leicht wollte sich zu der Diskussion um seine Nachfolge nicht äußern. Seine dreijährige Amtszeit endet am Dienstag, er stellt sich nicht erneut zur Wahl.