Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Idee für Lübeck: Stehende Welle auf der Wakenitz
Lokales Lübeck Idee für Lübeck: Stehende Welle auf der Wakenitz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:01 27.05.2019
An der Wakenitz in unmittelbarer Nähe des Freibades wäre Platz für eine „Stehende Welle“, die Prof. Mario Oertel von der Technischen Hochschule (l.) und Friedrich Thorn, Bereichsleiter Schule und Sport, sich für Lübeck vorstellen könnten. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Am 1. Juni reisen Prof. Mario Oertel und einige Studierende der Technischen Hochschule Lübeck nach Nordrhein-Westfalen. In Langenfeld steht eine Wasserskibahn, und die verfügt über eine „Stehende Welle“. Für diese Anlage, auf der Surfer auf einer künstlich erzeugten Welle reiten können, interessieren sich die Lübecker Forscher. Denn sie tüfteln an einem Modell für Lübeck. Die Sportverwaltung kann sich eine solche Anlage auf der Wakenitz in Höhe des Sportzentrums Falkenwiese vorstellen.

Noch ist das alles nur eine kühne Idee, ein studentisches Projekt. „Wir bauen gerade in unserem Labor ein Modell“, erklärt Prof. Oertel, Leiter des Wasserbaulabors und Dekan für Bauwesen an der Technischen Hochschule. Das Modell soll auf dem Campusfest und auf der Nordbau in Neumünster präsentiert werden. Die Lübecker Sportverwaltung versteht sich als „potenzieller Abnehmer dieser studentischen Ideenskizze.“

Vorbild ist das nordrhein-westfälische Langenfeld

Im nordrhein-westfälischen Langenfeld wurde ein 28 mal zwölf Meter großes Kunststoffbecken ins Wasser gesetzt, Zwölf Pumpen bauen eine acht Meter breite und 1,50 Meter hohe, künstliche Welle auf. Pro Sekunde werden 14 Kubikmeter Wasser durch die Anlage gepumpt.

So ähnlich stellt sich Wasserbauer Oertel auch eine Lübecker Anlage vor. „Wir brauchen ein schwimmendes Becken, durch das wir ganz viel Wasser pumpen.“ Entscheidend sei die Sohle des Beckens, die auf eine bestimmte Weise geformt sein muss. An dieser Stelle baut sich die stehende Welle auf. Surfer können darauf mit ihren Brettern reiten. Fallen sie um, werden sie vom ablaufenden Wasser aus dem Becken gespült.

Im Wasserbaulabor der Technischen Hochschule zeigt Prof. Mario Oertel das Modell, das die Studierenden bauen. Quelle: Lutz Roeßler

Prof. Oertel: „Man braucht neben der technischen Einrichtung einen Stromanschluss, um die Pumpen zu betreiben.“ Zu den Forschungsaufgaben der Studierenden gehört aber nicht nur die technische Konstruktion der Welle. Sie sollen sich auch mit einem energiesparenden Betrieb und mit behördlichen Auflagen beschäftigen.

„Das ist der perfekte Standort“

„Umweltauflagen und baurechtliche Genehmigungen können in einem fortgeschrittenem Projektstadium Gegenstand der studentischen Arbeit werden“, schreibt Friedrich Thorn, Bereichsleiter Schule und Sport, in einem Vermerk für die Kommunalpolitiker. Im März informierte Thorn den Schul- und Sportausschuss der Bürgerschaft.

Die Idee, eine solche Anlage direkt an das neu eröffnete Sportzentrum Falkenwiese zu platzieren, drängt sich förmlich auf. „Das ist der perfekte Standort“, sagt Prof. Oertel, „in den Umkleideräumen auf dem Gelände des Sportzentrums könnten sich die Surfer umziehen.“ Durch eine kleine Pforte könnten die Wassersportler direkt zur „Stehenden Welle“ gehen. Nur wenige Meter entfernt liegen die Stege des Naturbades Falkenwiese. Oertel: „Unsere Anlage wäre viel kleiner.“

Das neue Sportzentrum Falkenwiese grenzt an die Wakenitz, so dass Surfer sich in den Umkleideräumen auf dem Gelände umziehen und durch eine Pforte zur Wakenitz gehen könnten. Quelle: Lutz Roeßler

Die Studierenden untersuchen in ihrem Projekt auch, ob eine „Stehende Welle“ den Standort aufwertet. Technische Hochschule und Sportverwaltung sind felsenfest davon überzeugt, dass das eine riesige Attraktion wäre. Oertel: „Wenn Lübeck eine solche Welle hat, folgt Kiel als nächstes.“ Bereichsleiter Thorn: „Lübeck ist eine Sportstadt des Wassers.“

Ein privater Investor müsste die Anlage betreiben

Die Anlage müsste von einem privaten Investor finanziert und betrieben werden, stellt Bereichsleiter Thorn klar, „die Stadt wäre nur für die Genehmigungen zuständig.“ Über die Höhe der Investitionskosten gibt es noch keine Angaben.

Im nordrhein-westfälischen Langenfeld nehmen die Betreiber Eintritt. Eine Stunde auf der „Stehenden Welle“ zu surfen kostet 34 Euro. Ohne Eintritt gehe es nicht, erklärt Wasserbauer Oertel: „Wenn das kostenlos wäre, würden hier 500 Leute stehen, um zu surfen. Das kann man dann nicht mehr steuern.“

Kai Dordowsky

Wie hat ihr Stadtteil abgestimmt? Welche Parteien liegen vorne? Hier zeigen wir Ihnen die Ergebnisse zur Europawahl 2019 in Lübeck.

27.05.2019

Das gab es noch nie: Die Grünen holen Platz eins in Lübeck – uneinholbar mit mehr als zehn Prozent Abstand. Dann kommt die CDU, knapp dahinter der SPD. Historisch ist auch die hohe Wahlbeteiligung.

26.05.2019

Große Schrecksekunde in der Nacht zum Sonntag: An einer Hauswand in der Mengstraße brennt ein Abfallcontainer. Dutzende Feuerwehrleute rücken aus, damit das Feuer nicht auf die historischen Gebäude in der Innenstadt übergreifen kann. Es blieb nicht der einzige Brand.

27.05.2019