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Lübeck Tempo 50 auf der Travemünder Allee?
Lokales Lübeck Tempo 50 auf der Travemünder Allee?
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18:11 25.10.2019
Viel Verkehr: Der runde Tisch Karlshof-Israelsdorf hat Ideen zur Verkehrsberuhigung. Quelle: FOTO: Grabitz
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St. Gertrud/ Karlshof/ Israelsdorf

Als die Travemünder Allee noch „Israelsdorfer Allee“ hieß, war sie wirklich noch eine Allee, und über das Steinpflaster Richtung Norden holperten mehr Kutschen als Autos. In den 50-er Jahren bimmelten dann in der Mitte der Fahrbahn die Straßenbahnen – bis 1960 der „Volkswagen für alle“ politisches Programm wurde. Die Straßenbahn verschwand aus dem Stadtbild, und die Bäume mussten weichen, weil aus zwei nun vier Spuren wurden.

Bis heute ist auf einigen Teilstrecken Tempo 100 erlaubt. Für die Anwohner bedeutet das, dass die Bundesstraße wie eine Autobahn wirkt, die Tag und Nacht Motorengeräusche absondert. Wolfgang Nagel vom Runden Tisch Karlshof-Israelsdorf findet die Straße so nicht mehr zeitgemäß. In einem Vortrag bei einer Einwohnerversammlung am Mittwoch im Gemeinschaftshaus Karlshof erinnert er an die Geschichte der Travemünder Allee. Vor 65 Bürgern und Vertretern der Parteien stellt er einen Ideenkatalog des Runden Tisches für die Zukunft der Straße zur Diskussion.

Zurück zur Allee: Forderung nach Beruhigung der B75

Einige der Ideen sind so radikal, dass sie den Charakter der Straße gründlich verändern würden. Dazu gehört vor allem ein Rückbau der Straße auf zwei Spuren, und ein durchgehendes Tempolimit von 50 km/h. Verkehrsberuhigend sollen auch zusätzliche Zufahrten mit Ampeln wirken. Außerdem fordern die Bürger des Runden Tisches das Pflanzen einer Baumreihe sowie zahlreiche neue Parkmöglichkeiten für die Besucher der Sportplätze. Die ganze Straße, sagt Nagel, könnte dann einen ähnlichen Charakter haben wie der Abschnitt auf Höhe des Amtsgerichts, der vor Kurzem neu gestaltet wurde.

Kontroverse Diskussion

Für seine Visionen bekommt der Runde Tisch Anerkennung von Gästen wie Bürgerschaftsmitglied Arne-Matz Ramcke (Bündnis 90/ DIE GRÜNEN), der sich für „gute Ideen aus der Zivilgesellschaft“ bedankt. Skeptisch reagiert Manfred Prüß von den Unabhängigen: Bei einer Zweispurigkeit würde der Verkehr nicht ab-, sondern zunehmen, sagt er, denn es führen ja nicht weniger Autos dadurch, dass die Straße schmaler werde. „Es wäre besser, den ÖPNV so auszubauen, dass der Bus alle zehn Minuten fährt“. Damit würden Anreize geliefert, das Fahrverhalten zu ändern. Ein Anwohner regt an, stattdessen die Allee als Ausfallstraße zu erhalten und mit transparenten Schallschutzwänden zu umbauen.

Der Runde Tisch präsentiert auch die Ergebnisse eines Workshops zum Schutz vor Starkregen. In Lübeck gab es in den letzten Jahren vermehrt solche Extremwetterlagen mit teilweise 20 Litern Regen pro Quadratmeter. Referent Jürgen Dettmer erzählt, er habe selbst während eines solchen Niederschlags schwebende Gullideckel gesehen. „Jeder Hauseigentümer ist verpflichtet, sein Haus vor Starkregen und Rückstau zu schützen.“ Das könne durch Sickermulden, Entsiegelung und Gründächer sowie eine unterirdische Rückstaugrube geschehen.

Zukunft Rückbau? Die Ideen der Anwohner für die Travemünder Allee

- Zweispurigkeit der heutigen Bundesstraße.

- Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h.

- Drei zusätzliche Zu- und Abfahrten mit Ampeln und Querungen an der Zeppelinstraße, Wallstraße, am Jungborn und am Volksfestplatz.

- Schaffung von zusätzlichen Parkmöglichkeiten im Bereich der Sportplätze des 1. FC Phoenix.

- Pflanzung einer Baumreihe auf der linken Seite Stadt auswärts.

Tote Bäume für den Naturschutz

Überschwemmungen gibt es nicht nur in Wohngebieten, sondern auch im Lauerholz, durch das rechts der Travemünder Allee die Medebek verläuft. Manfred Macheit zeigt in einem Bildvortrag, dass die Medebek zurzeit kein fließendes Gewässer ist, sondern sich an vielen Stellen staut. Dadurch hätten viele Bäume nasse Füße bekommen, einige seien abgestorben. Förster Eckard Kropla beruhigt die Anwohner: „Das sind natürliche Gebiete, wo seltene Arten leben“. Insekten, Eisvögel und Bäume wie die Flatterulme, Baum des Jahres 2019, bräuchten Totholz als Lebensraum und jährliche Überschwemmungen. „Das sind die Wasserspeicher, die wir brauchen“. Nur noch 5,6 Prozent aller Auewälder seien so naturnah. Nach Fertigstellung eines Gutachtens werde die Medebek trotzdem an einigen Stellen freigeschnitten und gespült, ergänzt Annette Strumpf-Tischnek von Port Authority.

Von Friederike Grabitz

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