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Lübeck Idylle gestern wie heute im „Hosengang“
Lokales Lübeck Idylle gestern wie heute im „Hosengang“
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18:10 28.06.2016
Innenstadt

Damals, als Karl Braune das Idyll in einem Lübecker Gang fotografierte (LN vom Sonntag, Seite 4), hing noch die Wäsche an Stangen aus dem Obergeschoss und gab es kein Grün oder gar blühende Stauden vor den Haustüren. Und dennoch erkannte Johannes Meyer „seinen“ Gang sofort wieder. Genau gesagt ist es ein Durchgang zwischen Aegidien- und Wahmstraße.

Ehemaliger Anwohner erkannte auf Schwarz-Weiß-Bild sein einstiges Revier.

Der 74-jährige Meyer, der als Kind in der Aegidienstraße wohnte, weil sein Vater Pastor an St. Aegidien war, hat täglich in dem Gang gespielt. „Das war mein Revier“, sagt er. Noch heute – Meyer wohnt an der Untertrave – nutzt er den Durchgang fast wöchentlich. „Wenn ich von A nach B will, verbinde ich das Nützliche mit dem Schönen“, erklärt Meyer, der vom Durchgang No. 47 als unvergleichlicher Idylle spricht.

Einige Häuser wurden zwar in den 1960er-Jahren abgerissen und gleich nebenan im alten Stil neu errichtet, doch das habe für ihn keine Bedeutung, sagt der einstige Kirchenvogt und Küster. Die Schönheit des Durchgangs fasziniert ihn, denn heute zieren blühende Rosen, Stockrosen, Lavendel und Margeriten den Durchgang, an einer platzähnlichen Stelle spenden drei Bäume Schatten.

Johannes Meyer erinnert sich auch noch gut daran, dass der Durchgang No. 47 im Volksmund einfach nur „Hosengang“ genannt wurde oder immer noch genannt wird – weil er einen Eingang von der Aegidienstraße und zwei schmale Ausgänge zur Wahmstraße hat. Aber Achtung: Wer über 1,60 Meter misst, sollte den Kopf etwas einziehen.

sr