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Immer die Ruhe zu bewahren, ist schwer. Was bringt es mit sich, Angehörige zuhause zu pflegen? Quelle: Foto: zinkevych - stock.adobe.com
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Immer mehr Menschen wünschen sich, so lange wie es irgend geht, zuhause zu leben. Doch je klarer sich dieser Trend abzeichnet, desto lauter werden auch die Warnungen. Wissenschaftler und die Deutsche Stiftung Patientenschutz verweisen darauf, dass die häusliche Pflege auf Dauer schwieriger werde: Immer mehr Frauen sind berufstätig, die Zahl der Singles steigt, und die Familienstrukturen ändern sich. Die Bundesregierung setzt deshalb auch darauf, Angebote im Wohnumfeld zu verbessern: Die Kommunen haben mittlerweile mehr Möglichkeiten bei der Beratung von Pflegebedürftigen und der Organisation von Hilfe erhalten. Nachbarschaften und ehrenamtliches Engagement sollen gestärkt werden.

Wie helfe ich jemandemin den Rollstuhl?

Denn die Wenigsten, die einen Angehörigen pflegen müssen, sind Experten. Wie ziehe ich einer bettlägerigen Person einen Pullover an? Wie wasche ich sie? Wie helfe ich jemandem in den Rollstuhl? Was tun, wenn ein Angehöriger sich gegen Pflege wehrt? Das alles sind Fragen, die sich niemand gerne stellt – aber die schlagartig an Bedeutung gewinnen, sobald ein Mitglied der Familie zum Pflegefall wird.

Solche Fragen werden in sogenannten Pflegekursen geklärt. In der Region bietet etwa das UKSH Lübeck regelmäßig Pflegekurse für Angehörige an. Diese Basiskurse richten sich an alle pflegende Angehörige. Unter dem Motto „Wie geht Pflege zu Hause – Anleitung, Tipps und Tricks“ vermitteln die Kurse allgemeine Pflegefertigkeiten und bieten die Möglichkeit, sich mit anderen über Pflegefragen auszutauschen. Die Teilnahme ist kostenlos und unabhängig von der Krankenkassenzugehörigkeit.

„Die Nachfrage ist groß, wir nehmen pro Kurs etwa zwölf Personen auf“, erläutert Svenja Holtze, beim Patienteninformationszentrum (PIZ) zuständig für den Bereich „Familiale Pflege“: „Wir bieten monatlich neue Kurse an.“

Die Teilnehmer seien zunächst betroffene Angehörige, die zuhause neu oder auch schon länger ihre Angehörigen in der Häuslichkeit pflegen. „Oftmals sind es auch die Kinder der betroffenen Eltern, die sich bei den Kursen Tipps und Tricks holen möchten“, so Holtze. „Bei unseren Kurs speziell für Demenzerkrankte geht es auch darum, die Krankheit besser zu verstehen und erklärt zu bekommen. Da es Gruppenkurse sind, wird der Austausch untereinander sehr geschätzt, die Angehörigen erfahren Verständnis und fühlen sich nicht mehr so allein gelassen, manchmal werden so Kontakte oder Netzwerke geknüpft.“ Auch Nachbarn von pflegebedürftigen Personen besuchen laut Holtze die Kurse. „Diese müssen dann aber immer mit Absprache der jeweiligen Krankenkasse eine gewisse Stundenzahl vorweisen müssen um Nachbarschaftspflege durch führen zu können.

Schwerpunkte des Interesses der Teilnehmer seien soziale Themen wie finanzielle und rechtliche Informationen zur Pflegeversicherung, Betreuungsrecht. „Hilfsmittel und deren Anwendung sind ein großes Thema, Tipps und Tricks in der Pflege. Aber auch Mobilisation und Transfer, Ernährung, oder Harn- und Stuhlinkontinenz.“ Zentral sei der Austausch miteinander.

Der DRK-Kreisverband Lübeck bietet mit einem eigenen Besuchsdienst Entlastung für Angehörige. Ehrenamtliche Besucher leisten Menschen Gesellschaft und stehen ihnen bei der Gestaltung des Alltags zur Seite. Sie widmen allein lebenden und mobil eingeschränkten Senioren ihre Aufmerksamkeit, ihre Zeit und leisten ihnen Gesellschaft sowie Unterstützung bei den alltäglichen Dingen des Lebens. Der Besuchsdienst umfasst etwa Gesellschaft und Abwechslung im Alltag, Gespräche, Vorlesen, Austausch, Zuhören, Hilfe beim Einkaufen und den Mahlzeiten, Unterstützung bei Behördengängen, Begleitung bei Arztbesuchen oder gemeinsame Spaziergänge. Der Besuchsdienst ist eine gute Ergänzung, wenn familiäre, freundschaftliche oder nachbarschaftliche Hilfen einmal nicht ausreichen.

Das Angebot ist rein ehrenamtlich und kostenfrei. Derzeit sind nach Angaben des DRK bis zu 20 Ehrenamtliche im Besuchsdienst aktiv tätig. Alle ehrenamtlichen Mitarbeiter werden demnach intensiv geschult- unter anderem im Umgang mit Rollstuhl und Gehhilfe, Erste-Hilfe-Maßnahmen, in der Kommunikation. „Wir wollen die Menschen aus ihrer Einsamkeit holen oder davor bewahren und mit unserem sozialen Angebot ihren Alltag etwas bunter gestalten“, sagt Jürgen Luig, Koordinator des DRK-Besuchsdienstes.

Das DRK Lübeck bietet zudem einen Fahrdienst an. Das ist ein Angebot für Menschen, die mobil eingeschränkt sind und etwa zum Arzt oder zur Dialyse, ins Krankenhaus, zu Behandlungen oder Untersuchungen gebracht werden müssen.

Der Servicepoint des DRK Lübeck bietet auch Hilfen im Alltag an, etwa Unterstützung im häuslichen Bereich, zum Beispiel durch Reinigungsarbeiten, Wäsche waschen, Erledigen von Einkäufen, Begleitung zu Arztbesuchen oder bei Behördengängen. Die Alltagshilfen können, wenn jemand eine Pflegestufe hat, auch von der Pflegekasse bezuschusst werden.

Kostenfreie Beratung beiPflegestützpunkten

Grundsätzlich für Pflege zuständig sind die Pflegestützpunkte in vielen Kreisen und kreisfreien Städten in der Region. Dort bekommen Betroffene Informationen zu Leben und Wohnen im Alter, Pflege und Betreuung sowie zur Auswahl und Inanspruchnahme von Leistungen der Pflegeversicherung und anderen Sozialleistungen und Hilfsangeboten. Die Mitarbeiter der Pflegestützpunkte beraten zu in Frage kommenden Hilfs- und Unterstützungsangeboten und helfen bei der Organisation der benötigten Leistungen. Die Beratung ist unabhängig und kostenfrei. Sie findet persönlich im Pflegestützpunkt oder telefonisch statt. Die Mitarbeiter machen bei Bedarf aber auch Hausbesuche.

In den Pflegestützpunkten gibt es auch regelmäßig Veranstaltungen – sowohl für den Umgang mit Pflegebedürftigen im Alltag als auch mit Anträgen und Formularen rund um die Pflege.

Von LN

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