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Lübeck VfL-Handballer verlieren gegen TV Emsdetten
Lokales Lübeck VfL-Handballer verlieren gegen TV Emsdetten
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23:10 28.04.2018
Quelle: Felix König

Wo sonst die VfL-Fans die letzten Minuten des Spiels mit Standing ovations begleiten, waren wenige Minuten nach dem Schlusspfiff nur noch die gut 30 mitgereisten Fans aus Emsdetten von den Tribünen zu hören, sangen und trommelten ihre Freude heraus. Wie schon beim überdeutlichen 32:22 im Hinspiel, der höchsten Saisonniederlage des VfL, hatten „ihre TVE-Jungs“ auch das Rückspiel gewonnen. Zwar nicht annähernd so deutlich, aber doch verdient. Obwohl es danach zunächst nicht aussah.

Denn der VfL startete in eigener Halle einmal mehr furios, war sofort auf Betriebstemperatur. Genda, Metzner, Akerman trafen, „wir hatten ein gutes spielerisches Konzept“, befand Toni Podpolinski, der aufgrund seiner Knieprobleme noch nicht wieder im Kader stand. Und am eigenen Kreis packte die Deckung gleich kräftig zu. Organisiert von Kapitän – und Jung-Vater – Martin Waschul, der zwar wenig geschlafen hatte, aber doch hellwach war. Freundin Josephine hatte am Freitag in Bad Segeberg den gemeinsamen Sohn Bosse (57 cm, 4395 Gramm) zur Welt gebracht.

Doch der VfL-Angriff geriet ins Stocken: Zwei verworfene Siebenmeter von Damm, dazu erste Fahrkarten (Damm, Schult, Metzner) und eine offensivere, sehr robuste Deckung des TVE – damit kam das Greve-Team zusehends schlechter zurecht. Als dann Marten Franke – der Ex-VfLer, der Weihnachten 2016 nach Emsdetten gewechselt war, weil er beim VfL zu wenig Spielanteile bekam – seinen zweiten Treffer erzielte, war der Gast beim 11:11 (25.) wieder gleichauf und hielt das Remis bis zur Pause. Weil Damm seinen letzten Wurf von außen eine Sekunde zu spät angesetzt hatte, der Ball erst die Linie überquerte, als die Hallensirene bereits die Pause signalisiert hatte.

Eine, die dem VfL nach den Schwierigkeiten im Angriffsspiel nur scheinbar gelegen kam. Denn nach Wiederbeginn setzte sich das Bild einer zerfahrenen Offensive fort, nun kam auch Genda, der bis zur Halbzeit mit seinem Durchsetzungsvermögen immerhin noch viermal getroffen hatte, nicht mehr zum Abschluss. Zudem war auf TVE-Seiten vor allem Adams im linken Rückraum kaum noch zu bremsen. Nach dem 18:22 (51.) kam der VfL zwar noch einmal heran, ließ sich – anders als im Hinspiel – auch in der Schlussphase nicht hängen. Doch es reichte nicht mehr. „Wir haben im Angriff den Faden verloren“, fasste Podpolinski die erste Heimniederlage seit November letzten Jahres (21:28 gegen Rimpar) zusammen. Bis zur nächsten Auswärtsaufgabe am Freitag sollten sie ihn wiedergefunden haben. Und danach kommen mit dem Bergischen HC (13. Mai) und fünf Tage später Bietigheim die beiden Top-Teams der Liga in die Hansehalle.

 Christian Schlichting