Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Im Frauenhaus fehlen weiter Plätze
Lokales Lübeck Im Frauenhaus fehlen weiter Plätze
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:10 07.02.2013
Von Sabine Risch
Anke Kock vom Verein Frauen helfen Frauen: „Wir brauchen eine Platzaufstockung.“
Anke Kock vom Verein Frauen helfen Frauen: „Wir brauchen eine Platzaufstockung.“ Quelle: Jelonnek
Anzeige
Lübeck

„Wir sind im Moment wieder da, wo wir vor 35 Jahren angefangen haben“, sagt Anke Kock vom Verein Frauen helfen Frauen im Hinblick auf das Autonome Frauenhaus. Durch die Schließung des Awo-Frauenhauses Ende 2011 und das noch nicht eingelöste Versprechen der neuen Landesregierung, die dort weggefallenen Plätze zu kompensieren, verzeichnete das Autonome Frauenhaus 2012 eine durchschnittliche Belegung von 130 Prozent.

Die Zahlen im kurzen Jahresrückblick, den Anke Kock auch im jüngsten Sozialausschuss vorlegte, sprechen für sich. Im Jahr 2012 wurden 163 Frauen (Vorjahr 118) mit ihren 209 Kindern (Vorjahr 136) aufgenommen. 88 (Vorjahr 50) der Frauen kamen aus Lübeck.

105 Frauen und 147 Kinder konnten nicht aufgenommen werden, da kein Platz mehr zur Verfügung stand. Bei einer Auslastung ab 40 Personen wurden zeitweise nur Lübeckerinnen aufgenommen. Obwohl man schon Büroräume und Wohnzimmer zu Ausweichzimmern gemacht hatte. Dass die durchschnittliche Verweildauer von drei Monaten im Jahr 2011 auf 24 Tage sank, führt Kock auf die „Überfüllung“ zurück.

Im Laufe des Jahres habe sich die Situation ein wenig entspannt. Um dem gestiegenen Beratungsbedarf gerecht zu werden, hätten alle Kolleginnen ihre Arbeitszeit unentgeltlich um zehn Prozent aufgestockt, unbezahlte Bereitschaftsdienste am Wochenende hätten deutlich zugenommen.

Das Land trägt die Kosten für 34 Plätze im Autonomen Frauenhaus, sechs weitere finanziert die Hansestadt Lübeck. „Es kann nicht sein, dass Lübeck diese Plätze dauerhaft zahlen muss“, sagt Anke Kock.

Der Trägerverein hatte sich bereits voriges Jahr um eine Aufstockung der Plätze bemüht, „denn wir können nicht immer zu 100 Prozent ausgelastet sein.“ Gemeinsam mit der Hansestadt müsse man deshalb beim Land darauf hinwirken. Im März will der Verein einen ausführlichen Bericht vorlegen und dem Land zukommen lassen.

sr