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18:29 15.05.2019
Sarah Hermann (33) sitzt mit Sohn David (anderthalb) in der ehemaligen Bar, die kaum wiederzuerkennen ist. Nur der Lastenaufzug zur Küche blieb erhalten. Quelle: Felix König
St. Lorenz Süd

Zwei Tage lang sind die Mitarbeiterinnen mit Sack und Pack umgezogen, noch immer schleppen einige Helferinnen Kisten durchs Haus. Mittwoch ist der erste Tag in der neuen Kita Lachswehr. Es ist kurz vor 14 Uhr, und Leiterin Cornelia Ryschka (49) sagt: „Wir müssen leise sein, die Kinder schlafen noch.“

Holzhäuser in den festlichen Räumen

Draußen vor der Tür des 1751 errichteten Hauses ahnt der Besucher noch nicht, welche Veränderungen drinnen stattgefunden haben. Auch beim Betreten der Eingangshalle fällt lediglich auf, dass alles hell, freundlich und frisch gestrichen ist. Die größte Veränderung folgt hinter der Tür zum großen Saal, in dem noch vor kurzem ein Flügel stand: Ein Holzhaus steht mitten im Raum und zieht sich bis zur anderen Seite des Erdgeschosses durch. Es dient als Wickelraum und WC, von der anderen Seite ist es eine Schlafhütte.

Barraum ist kaum wieder zu erkennen

Diese Hütten wurden an vielen Stellen eingebaut – quasi als Häuser im Haus. Nach Absprache mit der Denkmalpflege nämlich sollen die Stuckdecken sichtbar bleiben. Und das sind sie. Der frühere Bar-Raum mit dem langen Tresen und den schwarzen Fliesen ist kaum wiederzuerkennen: Ein Stück Wand wurde von der Denkmalpflege freigelegt und soll sichtbar bleiben, ansonsten dominieren auch hier Weiß und Grau sowie neues, frisches Mobiliar für Kinder. Das Parkett in der Bar wurde komplett erneuert, in anderen Räumen aufgearbeitet.

Beryl Earley war 1978 Mitgründerin der „Babygruppe Lübeck“, seit vielen Jahren arbeitet die Irin jetzt schon dort. Sie probiert den durch einen gefällten Ahorn geschaffenen Spieltunnel im weitläufigen Garten der Lachswehr. Quelle: Felix König

Auch Durchgänge und Schiebetüren wurden verändert, „aber so, dass man das nach 25 Jahren, wenn unser Vertrag ausläuft, alles wieder problemlos zurückbauen könnte“, erklärt Joachim Karschny, Geschäftsführer des Vereins Kinderwege. Im Sommer 2018 hatte der Verein die Trägerschaft für die 1978 gegründete „Babygruppe Lübeck“ übernommen und die Lachswehr vom Lübecker Motorboot-Club (LMC) angemietet. Schon damals war klar: Es wird nicht bei der Babygruppe bleiben. Künftig sollen zehn Kinder in einer Krippengruppe hier betreut werden, 30 weitere Kinder in zwei altersgemischten Gruppen.

Glücklich über neuen Standort

Kurz nach 14 Uhr sitzen die Kinder mit ihren Betreuerinnen an Tischen und essen frisches Obst. „Ich finde es super hier, es ist alles sehr geräumig und der Garten ist auch größer als am alten Standort“, sagt die sozialpädagogische Assistentin Aline Jagielka (22), die mit einigen Kindern am Tisch sitzt. „Auch bei den Kollegen ist die Stimmung anders – besser.“ So langsam trudeln auch die ersten Mütter und Väter ein, um ihre Kinder abzuholen. Sarah Hermann (33), Mutter des anderthalbjährigen David, sagt: „Der Standort hier ist super, ich arbeite bei Dräger und wohne in der Nähe.“

Erste Kontakte zu Nachbarn

Kita-Leiterin Cornelia Ryschka ist nicht nur begeistert von den neuen Räumlichkeiten, sondern auch von der Kontaktaufnahme durch die Nachbarschaft. „Gleich heute wurde ich von Kleingärtnern angesprochen, die uns im Herbst Kürbisse schenken möchten, und auch der Kontakt zum Motorboot-Club ist toll.“ Hier seien künftig Kooperationen geplant. Noch ist nicht alles fertig, beispielsweise die Küche. Zwar ist die Spül- und Frühstücksküche bereits in Betrieb, doch die große Küche, aus der auch andere Einrichtungen versorgt werden sollen, muss aufwendiger saniert werden. Bis August soll alles fertig sein.

Umbau für rund 340 000 Euro

In der Kita arbeiten aktuell 13 Kolleginnen und Kollegen (inklusive Hauswirtschaft). Die Baukosten betragen laut Karschny rund 340 000 Euro, aus öffentlichen Mitteln werden rund 125 000 Euro gezahlt. Die restlichen Kosten werden durch Kinderwege über einen Kredit und über Stiftungsmittel finanziert.

Wer wissen möchte, wie es dazu kam, dass die Lachswehr jetzt Kita ist:

Sabine Risch

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