Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck „Segeln ist die inklusivste Sportart“
Lokales Lübeck „Segeln ist die inklusivste Sportart“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:45 28.07.2019
Paralympics-Sieger Heiko Kröger: Ich spreche mit den Menschen, weil ich selbst erlebt habe, dass es funktioniert.“ Quelle: Hannes Lintschnig
Travemünde

Auf dem Segelboot macht eine Behinderung keinen großen Unterschied. „Segeln ist die inklusivste Sportart, die es gibt“, sagt Heiko Kröger. Der Profi hat mit seiner 2.4mR-Klasse selbst zahlreiche nationale und internationale Siege erreicht, bei den Paralympics holte er einmal Gold und Silber. Als Projektleiter des Vereins „Sail United“ hat er auf der Travemünder Woche mit Interessierten über das Segeln mit einer Behinderung gesprochen.

„Es ist wirklich nicht kompliziert“

„Wir haben zahlreiche gute Gespräche geführt“, sagt Kröger, „die wichtigste Botschaft ist, dass es funktioniert.“ Der Austausch mit allen Menschen sei wichtig. „Einige haben selbst eine Behinderung, andere kennen jemanden in ihrem Verein, an den sie das Wissen weitertragen können“, sagt der Profi-Segler. Auch die DRK-Wasserwacht habe sich bei „Sail United“ informiert, unter anderen darüber, was bei der Bergung eines Rollstuhlfahrers beachtet werden muss.

Nur die Wetterverhältnisse waren für das inklusive Segeln ungünstig. Bei dem starken Wind war es leider nicht möglich, mit den Menschen auf das Wasser zu gehen. Dabei müssen an den Booten fast keine Vorkehrungen getroffen werden. „Vielleicht muss irgendwo ein Griff angebracht werden, aber das ist wirklich nicht kompliziert“, sagt Segler Kröger. Mit kleinen Adaptionen könne man jede Behinderung auf dem Wasser egalisieren.

Weltmeister Kröger hat in Travemünde Segeln gelernt

Auch Kröger hat an seinem Boot keine speziellen Umbauten vornehmen lassen. Der 53-Jährige wurde ohne linken Unterarm geboren. Das Segeln hat er in einem Verein in Travemünde gelernt. „Ich bin da ganz normal im Opti gesegelt, die Behinderung war nur eine Fußnote“, sagt er. Auf dem Wasser setzt er sich gegen Sportler mit und ohne Behinderung durch und erreichte zahlreiche Titel und Preise. Im Jahr 2001 wurde er mit seiner 2.4mR-Klasse Weltmeister. „Ich spreche mit den Menschen, weil ich selbst erlebt habe, dass es funktioniert“, sagt er.

Auf der Travemünder Woche lobt Profi-Segler Kröger die Zugänge für Menschen mit einer Behinderung an Land. Bei den Zugängen am Wasser gebe es dagegen noch Handlungsbedarf. „Aber das ist in Arbeit, dafür gibt es bereits Pläne“, sagt Kröger.

Wassersport für Menschen mit und ohne Behinderung in Großenbrode

Den Verein „Sail United“ unterstützt er seit etwa einem Jahr. Die etwa 25 Mitglieder schulen in Großenbrode Menschen im inklusiven Segeln. Gegründet wurde der Verein im Jahr 2015 von Tobias Michelsen. Er selbst brach sich nach einem schweren Surfunfall auf Fuerteventura seinen sechsten und siebten Halswirbel und musste notoperiert werden. Es sei ein Wunder, dass er noch auf zwei Beinen laufen könne. Seitdem will Michelsen etwas zurückgeben.

In Großenbrode können Menschen mit und ohne Behinderungen Wassersportarten wie Standup-Paddeling, Kite- und Windsurfen und natürlich auch Segeln praktizieren. „Menschen mit Behinderung haben häufig sogar einen Vorteil beim Segeln, weil die sensorische Wahrnehmung bei ihnen ausgeprägter ist“,. sagt Michelsen. Es sei schade, dass die Gesellschaft ihnen gegenüber noch immer limitiert eingestellt sei. „Das Team von ’Sail United’“ will ihren Beitrag leisten, dass zu ändern. „Am schönsten wäre es, wenn keiner mehr darüber nachdenken würde, ob jemand eine Behinderung hat oder nicht“, sagt Segel-Profi Kröger.

Wer sich für das inklusive Segeln interessiert, kann sich gerne bei den Verein melden. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die wichtigsten LN-Artikel zur Travemünder Woche

Verfolgen Sie unseren LIVE-Ticker:Unsere Reporter sind zehn Tage lang für Sie vor Ort

Samstag: Yared Dibaba schnackt Platt beim Talk im Medienzelt

Stereopark: „Han Shot Greedo“ gewinnen die Wildcard für den Bandwettbewerb

„Passat“: Laserwhow wegen Wind ohne Pyro

Ohne Feuerwerk: Darum gab es an der Passat am Mittwoch keine Pyro-Show

Hitzewarnung für Travemünde: So schützen sich Segler und Sonnenstich-Patienten

Wie gut kennen Sie die TW? Beim Quiz mitmachen und Hansapark-Karten gewinnen!

THW-Taufe: Die schönsten Bilder der lustigen Taufe für THW-Einsatzleiter

Ist es wirklich die 130. Travemünder Woche? Ein historischer Rückblick

Abkühlung auf der TW –die schönsten Bilder

So frech sind die Möwen in Travemünde

Wie weit kommt eine Familie mit 50 Euro auf der TW? Wir machen den Test

Rotspon-Cup: Heinold erklärt, wie sie Lindenau geschlagen hat

So fischt das Müllsammel-Schiff „Seekuh“ Plastik aus der Trave

United Four rocken die Festivalbühne

Maultaschen und TW-Tassen – das ist neu auf der Travemünder Woche

Spektakulär: Drohnenbilder vom Gewitter über der Travemünder Woche

Turbulente Langstrecke mit UnwetterDer Segelbericht vom Samstagabend

Rettungswesten der Segler auf der TW – Diese Firma aus dem Norden rettet Leben

Sonnenschein und gute Stimmung –die schönsten Bilder vom Eröffnungsabend

Vorfreude auf die 130. Travemünder Wocheworauf sich die Besucher am meisten freuen

Sie wollen beim Segeln mitreden? Alle TW-Seglerklassen im Überblick

„Heißt Flagge“ – so war die Eröffnung mit Jan Lindenau

Plastikgeschirr und Feuerwerk –so klimafreundlich ist die Travemünder Woche

Parkplätze und Zugfahrplan: So kommen Sie zur Travemünder Woche 2019

Klimanotstand in Lübeck: Gibt es einen Feuerwerks-Stopp zur Travemünder Woche?

130. Travemünder Woche: 1300 Segler aus 15 Nationen am Start

Buntes Programm zur Travemünder Woche 2019: Workshops, Talk und Live-Musik: Das ist los im Medienzelt

Wir sammeln alle LN-Berichte zur Travemünder Woche (auch der letzten Jahre) auf einer Themenseite

Alessandra Röder

Markus Strobl vom Circus Roncalli sprach am Sonntag im Medienzelt über poetische Clowns, Holografien von Tieren und Roboter im Zirkuszelt.

28.07.2019

Überraschende Ankündigung auf der Travemünder Woche: Bürgermeister Jan Lindenau gibt bekannt, dass er gerade prüfen lässt, ob sich ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr für Urlauber lohnt. Wir haben mit ihm darüber gesprochen.

29.07.2019

Ein unansehnlicher Altstadt-Gang ist wieder schön. Der Künstler Stephen Perry hat die Gasse zwischen Großer Burgstraße und Rosenstraße gestaltet. Ein Dreiklang aus Kunst, Historie, Stadtverschönerung.

28.07.2019