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Lübeck Geiseldrama in Lübeck: Er machte die rettenden Döner
Lokales Lübeck Geiseldrama in Lübeck: Er machte die rettenden Döner
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10:50 21.06.2019
Hasan Basel (24) bereitete zwei Döner für den Geiselnehmer zu – ohne es zu wissen. Quelle: Holger Kröger
St. Gertrud

Die beiden Polizisten bestellten zwei ganz normale Döner mit allen Zutaten und frisch gebackenem Brot. Etwas ungewöhnlich war, dass sie nicht im Geschäft bleiben wollten. „Sie haben draußen am Auto gewartet und mir gesagt: ,Wenn du fertig bist, kannst du winken’“, erzählt Hasan Basel (24). Er dachte sich nichts weiter dabei. Der Laden war voll, es war heiß, er hatte alle Hände voll zu tun.

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Der Döner brachte die Wende

Erst am nächsten Tag, als seine Kunden ihm von der Geiselnahme im Gefängnis erzählten, ging ihm auf, dass seine beiden Döner die entscheidende Wende in dem Drama brachten: Bei dem Versuch, sie durchs Fenster in das Zimmer zu ziehen, in dem er seine Geisel gefangen hielt, wurde der Täter von der Polizei ergriffen.

Seit anderthalb Jahren betreibt Hasan Basel mit einem Partner das Dönergeschäft am Marliring, nur einen Steinwurf entfernt vom Lauerhof-Gefängnis. Aber das hat ihm nie Sorgen bereitet. „Warum sollte ich Angst haben?“, fragt er.

Beim Friseur: Häftlinge auf Freigang

Angst vor den Häftlingen hat auch Fethi Demir (25) nicht, der mit seiner Schwester Iren (23) am Marliring einen Friseursalon betreibt. Im Gegenteil. „Einige Häftlinge kommen hierher zum Haareschneiden“, sagt er, „wenn sie Freigang haben.“ Die seien alle ganz nett, sagt seine Schwester. Trotzdem: „Als Frau ist es manchmal ein bisschen komisch, vom Bauchgefühl.“

Sie leben oder arbeiten dicht am Lauerhof-Gefängnis. Am vergangenen Montag wurden sie wieder einmal daran erinnert.

Wenn er die Häftlinge fragt, wofür sie ins Gefängnis gekommen sind, bekommt Fethi Demir auch Antwort. „Die sagen: ,Ich hab’ jemandem einen Kopfschuss gegeben’, oder: ,Ich sitz’ wegen Drogen.’“ Seine Schwester schränkt ein: „Es hat noch keiner gesagt: ,Ich sitz’ wegen Vergewaltigung.’“ Auch Justizbeamte in Uniform kämen manchmal als Kunden, erzählt Iren Demir. „Die sagen: ,Ich arbeite in Lauerhof’, mehr aber auch nicht. Die reden nicht über ihre Arbeit.“

Das Knallen der Blendgranaten

Das riesige Polizeiaufgebot am Montag ist den Demirs nicht entgangen. Alle, die in der Nähe waren, erzählen davon. Auch Michel Franke (20), der es knallen hörte, als die Blendgranaten explodierten. Er kenne das Gefängnis sogar von innen, sagt er – als Besucher. „Ich kenn’ welche, die da drin sitzen“, sagt er. Seine Freunde hätten aus ihren Fehlern gelernt. „Die sitzen ihre Zeit ab. Ich geb’ ihnen Unterstützung, damit sie auf einen anderen Weg kommen.“

„Ich dachte, die suchen jemanden“

Als Birgit Hamann (55) am Montagnachmittag auf den Bus wartete, sah sie Mannschaftswagen der Polizei an der Stellbrinkstraße. „Ich dachte, die suchen jemanden.“ Sie wohnt seit 1991 schräg gegenüber dem Gefängnis. Früher habe sie als Zustellerin in der Weihnachtszeit Pakete ins Gefängnis gebracht. Seit der Besuchereingang verlegt wurde, der früher ihrem Haus gegenüber lag, bekomme sie gar nichts mehr vom Gefängnis mit. Angst, sagt sie, habe sie ohnehin nie gehabt, auch nicht vor Ausbrechern. „Die sehen ja zu, dass sie wegkommen“, sagt sie. „Die bleiben ja nun nicht gerade hier.“

Hanno Kabel

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