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Lübeck Jaron ist Lübecks bester Vorleser
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20:40 18.02.2020
Früher wurde ihm viel vorgelesen, jetzt liest er lieber selbst. Jaron „liebt Bücher einfach“. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Wie aus einem Pony ein weißes Einhorn wird, warum Eltern von ihren Babys abhängig sind und wie man richtig „furzt“ – das und mehr haben insgesamt 21 Schülerinnen und Schüler aus Lübeck am Dienstagnachmittag eindrucksvoll erzählt oder besser gesagt: vorgelesen. Am besten machte es nach Ansicht der Jury der elfjährige Jaron.

Schulen suchten ihre Vorlese-Stars

Anlässlich des 61. bundesweiten Vorlesewettbewerbs der 6. Klassen hatten Schulen seit Oktober 2019 den Vorlese-Star ihrer Schule, den sie für den Stadt- oder Kreisentscheid im Februar präsentieren könnten. Für das Johanneum zu Lübeck fiel die Wahl dabei auf Jaron. Als Vorletzter las er aus „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ von Andreas Steinhöfel vor. Mit seiner deutlichen Aussprache, den gut gesetzten Betonungen und seiner Lässigkeit hat der Schüler sich in die zweite Runde gelesen.

Dort musste er sich unter anderem gegen Carlotta von der Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen beweisen. Die Elfjährige entschied sich in der ersten Vorleserunde für Band 16 der Zeitdetektive „Die Falle im Teutoburger Wald“ von Fabian Lenk. Nicht ohne Grund wählte sie dieses Buch. „Ich liebe Geschichte total“, erzählt Carlotta. „Ich würde auch gern in die Steinzeit reisen, weil sie dort von nichts abhängig waren, oder zu den Römern, weil die so stark und mächtig waren“, schwärmt sie. Zudem möge sie Pferdegeschichten.

Lieber vorlesen als lesen

Wenn es um Pferde geht, ist Johanna von der Geschwister-Prenski-Schule auch dabei. Sie reitet leidenschaftlich gern. Zum Buch greife sie allerdings nicht so oft: „Ich finde Lesen jetzt nicht schlimm“, sagt die zwölfjährige Schülerin. Ein gutes Buch zeichne sich für sie aber vor allem durch Humor und Fantasie aus. Vorgelesen hat sie deshalb von Walter Moers „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ und „weil meine Oma mir das immer vorgelesen hat“. Auch Johanna las sich mit ihrem Engagement in die zweite Runde des Stadtentscheids.

Warum sie überhaupt lesen, wie sie dazu kamen und was sie am Liebsten lesen – das verraten die Schülerinnen und Schüler selbst.

Das hat auch Mira Anita geschafft, die mit ihrer Buch- und Szenenwahl den ein oder anderen Lacher aus dem Publikum kitzeln konnte: Sie las von Simon Brett „Wie ich meinen Eltern den letzten Nerv raubte: Enthüllungen eines Säugling“. Das Buch habe sie gleich vom Titel und Cover her angesprochen. Viel lese sie aber nicht: „Wenn ich ein interessantes Buch finde, lese ich das schnell durch, aber sonst mag ich das Vorlesen lieber“, erzählt die Schülerin der Emanuel-Geibel-Schule.

Einigkeit bei den Finalisten

Jaron dagegen macht nicht nur das Vorlesen Spaß, sondern auch das Lesen selbst. Vielleicht auch einer der Gründe, weshalb er augenscheinlich ohne Aufregung in der zweiten Runde aus dem Fremdtext vorlas, als seien es seine Worte. Zwischendurch blickte der Schüler auch in das Publikum, das aus Eltern, Lehrern, Interessierten und auch seinen Freunden bestand. Fast alle Plätze im über 660 Jahre alten Scharbausaal waren besetzt. Doch das schien ihn kaum aus der Ruhe zu bringen, als er aus „Das hungrige Glas“ von Heiko Hentschel vorlas.

Aber auch der Großteil der 21 Teilnehmer schlug sich wacker. „Als Kind wäre ich in Ohnmacht gefallen“, merkt Jurorin Heike Wiechmann an. Sie ist zudem Kinderbuchautorin und Illustratorin und kürte Jaron zusammen mit Vorjahressiegerin des Vorlesewettbewerbs Anka Wagner, Lehrerin Alina Reischert, Kinderbuchautorin Anja Ackermann und Nicole Klingbeil sowie Bodo Kartelmeyer von der Stadtbibliothek Lübeck zum Sieger. Bewertet wurde nach den Kriterien Lesetechnik, Interpretation und Textauswahl.

2. Norddeutscher Leseförderkongress

Unter dem Thema „Für Bücher begeistern“ findet für alle Leseratten, Verlagsvertreter, Buchhändler, Pädagogen, Lektoren und Bibliothekare zum zweiten Mal der Norddeutsche Leseförderkongress statt. Dazu lädt der Verein Bücherpiraten vom 20. bis 22. Februar ins Lübecker Kinderliteraturhaus ein. Die Teilnehmer können sich auf dem internationalen Branchentreff für Kinder- und Jugendliteratur sowie Leseförderung in Seminaren und Vorträgen austauschen. Dabei soll der Fokus auf den gesellschaftlichen Veränderungen und ihren Folgen liegen. Das Anmeldeformular auf der Webseite muss für eine Teilnahme ausgefüllt per E-Mail oder Post an Bücherpiraten, Fleischhauerstraße 71, 23552 Lübeck geschickt werden.

Für Jaron geht es zum Bezirksentscheid

Die Freude über den ersten Platz sah man Jaron an. Auch Carlotta grinste als Zweitplatzierte fröhlich mit Charlotte, die den dritten Platz belegte. Zusammen mit ihren Mitstreitern erhielten sie zwei Bücher und eine Urkunde. Allerdings geht die Vorlese-Reise nur noch für Jaron weiter. Zwischen März und Ende April tritt er mit einem anderen Buch im Bezirksentscheid an. Doch da er Bücher „liebt“, dürfte das kein Problem für ihn sein.

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