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Lübeck Nachwuchsforscher, kommt in diese Stadt
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18:18 18.12.2018
Unterzeichnet den Vertrag zwischen dem Forschungsforum und der Stiftung Jugend forscht im Audienzsaal des Rathauses: Dr. Philipp Murmann (vorne), dahinter Lars Schöning (IHK, v. l.), Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) und Dr. Nico Kock. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Die Elite der Nachwuchsforscher kommt in die Hansestadt – allerdings erst im Mai 2022. Doch das Großereignis wird langfristig vorbereitet. Die Stiftung Jugend forscht und das Forschungsforum Schleswig-Holstein haben jetzt eine verbindliche Vereinbarung unterschrieben, dass Lübeck vom 26. bis 29. Mai 2022 zum Mekka der MINT-Elite wird.

Seit 53 Jahren fördert die Stiftung naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchs. Beim Bundesentscheid, der jedes Jahr in einer anderen Stadt ausgetragen wird, treffen sich die Landessieger, um in sieben verschiedenen Disziplinen die Bundessieger zu küren.

Kathrin Ostertag, Projektleiterin der Handelskammer, organisiert das Großereignis. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Kathrin Ostertag, Projektleiterin der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck (IHK), die das Spitzentreffen der Nachwuchsforscher organisiert: „Wir müssen 1200 Leute unterbringen.“ Hotels sind bereits gebucht, ebenso die zentralen Veranstaltungsorte MuK und Gollan-Werft. Ostertag muss die Veranstaltung so geschickt organisieren, „dass sich Jury und Jungforscher nicht über den Weg laufen.“

220 junge Forscher werden in der Rotunde der MuK rund 120 Projekte vorstellen. Die Jury besteht aus Lehrern und Mitarbeitern von Unternehmen. Geladen sind zudem rund 80 ehemalige Bundessieger.

Jessica Fintzen, Malte Lackmann (r.) und Andreas Decker aus Schleswig-Holstein gewannen 2008 den Bundesentscheid in Mathematik. Quelle: Jugend forscht

Davon hat Schleswig-Holstein bisher nur wenige zu bieten. 2008 gewannen Neumünsteraner einen Bundespreis. Das Forschungsforum Schleswig-Holstein, das 2006 von Unternehmern gegründet wurde, hat deshalb für Lübeck 2022 das Ziel ausgegeben: mindestens ein Bundessieger aus Schleswig-Holstein.

Lübeck soll Start-Ups helfen

Der Bund hat eine Reallabor-Strategie veröffentlicht. Sie bildet die Grundlage dafür, dass Start-Ups sich ausprobieren können. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Prof. Claudia Schmidtke und der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU in der Bürgerschaft, Ulrich Krause, fordern von der Hansestadt eine eigene Reallabor-Strategie. Schmidtke: „Die Bundesregierung legt vor, nun müssen Länder und Kommunen mitziehen.“ Lübeck biete als Wissenschaftsstadt mit relativ geringen Lebenshaltungskosten beste Voraussetzungen für Existenzgründungen im High-Tech-Bereich. Die Kommunalpolitik sollte für Reallabore sorgen, damit Start-Ups eine Zukunft haben.“

Die Konkurrenz ist übermächtig und kommt vor allem aus Bayern. „In Bayern gibt es 13 Regionalwettbewerbe“, berichtet Nico Kock von der Stiftung Jugend forscht, „das Land stellt regelmäßig die meisten Teilnehmer.“ Bayern ging in diesem Jahr mit 16 Projekten ins Rennen, Schleswig-Holstein mit zwei. Schleswig-Holstein kommt auf drei Regionalwettbewerbe und liegt noch weit hinter Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Bundesfinale an der Trave

Umso stolzer sind Forschungsforum, Stiftung und Hansestadt, dass es gelungen ist, das Bundesfinale an die Trave zu holen. „Das ist wie eine Bewerbung für die Olympischen Spiele“, sagt Philipp Murmann vom Forschungsforum, „wir sind glücklich, dass wir nach Kiel 2011 jetzt 2022 wieder ausrichten dürfen.“ 600 000 Euro kostet die Veranstaltung. 230 000 schießen die Stiftung und das Forschungsforum zu, 240000 Euro kommen von Sponsoren wie der Possehl-Stiftung und den Dräger-Werken. „Ich setze mich in den politischen Gremien für eine finanzielle Unterstützung durch die Stadt ein“, sagt Bürgermeister Jan Lindenau (SPD).

Der Verwaltungschef sieht in dem Bundesentscheid der MINT-Elite ein „außergewöhnliches Ereignis“, das eine „bundesweite Strahlkraft“ entwickeln wird. Im Mai dieses Jahres hatte die Hansestadt gerade den Bundeswettbewerb Jugend musiziert zu Gast – mit noch weit mehr Teilnehmern. Lindenau will weitere hochkarätige Veranstaltungen nach Lübeck holen.

Stadt der kurzen Wege

„Die jungen Forscher können sich schon jetzt auf Lübeck freuen“, erklärt Lars Schöning, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handelskammern in Schleswig-Holstein, „Lübeck ist die Stadt der kurzen Wege.“ Noch wichtiger als das Stadt- und Regionalmarketing sei die Gewinnung von naturwissenschaftlich-technischem Nachwuchs für die Unternehmen. Schöning hofft, dass sich so mancher Nachwuchsforscher für eine Karriere im Norden entscheidet. Unternehmen aus der Region werden sich beim Bundesentscheid in der MuK präsentieren.

Das Forschungsforum hat sich noch ein großes Ziel gesetzt. Präsident Murmann: „Wir hoffen, dass der Bundespräsident 2022 nach Lübeck kommt.“

Kai Dordowsky

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