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Lübeck Junger Fischotter überfahren
Lokales Lübeck Junger Fischotter überfahren
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20:10 31.10.2016
Der tote Fischotter ist einen Meter lang. Quelle: Privat
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St. Gertrud

Trauriger Fund auf der Bundesstraße 104 in Höhe der Ortsumgehung Schlutup: Ein junger Fischotter liegt auf dem kalten Asphalt. Er wurde überfahren. „Ein wunderschönes Tier, es ist wirklich eine Schande“, sagt Manfred Vesper, Förster im Lauerholz. Der 67-Jährige hat den kleinen Otter mit dem braunen Fell am Morgen gefunden. „Sein Körper war noch warm“, so Vesper. Wildunfälle passierten häufig auf der Bundesstraße, ein überfahrener Otter sei allerdings eine absolute Seltenheit.

„Es ist gerade die Zeit, in der die männlichen Otter neue Lebensräume suchen. Deswegen war das Tier auch abseits vom Wasser“, erklärt Vesper. In der Dämmerung sei der niedliche Räuber außerhalb des Wildschutzzaunes überfahren worden. „Der Otter hat das Pech gehabt, dass so weit vom Wasser entfernt kein Zaun war“, sagt Vesper.

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Die wendigen und neugierigen Tiere seien ein Indikator für artgerechte Gewässer und gute Ökologie. „Und Lübeck ist ein Knotenpunkt für Otter“, bestätigt auch Hanna Kirschnick-Schmidt, erste Vorsitzende des Vereins Wasser Otter Mensch. Die possierlichen Vierbeiner, die in klaren Gewässern leben, würden in der Wakenitz einen optimalen Lebensraum finden. „Dann schwimmen sie den Fluss aber hoch und kommen quasi in der Lübecker Innenstadt an“, sagt Kirschnick- Schmidt. „Deshalb hat die Hansestadt ein Otter-Gutachten erstellen lassen, damit Querungshilfen und Zäune an den richtigen Stellen errichtet werden konnten“, sagt Kirschnik-Schmidt.

Gleich drei Warnschilder stehen in der unmittelbaren Umgebung der Stelle, an der Manfred Vesper den kleinen Räuber fand. „Für Autofahrer ist es schwierig, wenn ein Wildtier vor den Wagen läuft, aber das Bewusstsein für die Tiere sollte da sein“, sagt Vesper. „Man sollte über eine bessere Warnbeschilderung nachdenken“, sagt Christoph Benett, Sprecher der Kreisjägerschaft. „Wir werden dazu das Gespräch mit der Stadtverwaltung suchen.“

Für den kleinen Otter mit den Knopfaugen kommt allerdings jede Maßnahme zu spät. „Er wird für die Wildtierforschung noch untersucht“, sagt Vesper.

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