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Lokales Lübeck Diese Lübeck-Liebe geht unter die Haut
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10:37 20.06.2019
Flächendeckend: Peer Abrahams trägt die sieben Kirchtürme und das Holstentor auf seinem Rücken. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Innenstadt

Er hat in drei Sitzungen insgesamt zehn Stunden lang seinen Rücken mit Tausenden von Nadelstichen traktieren lassen, um ein Kunstwerk zu erschaffen, das ihm am Herzen liegt: Der 26-jährige Peer Abrahams trägt seit etwa anderthalb Monaten Lübecks sieben Türme und das Holstentor auf seinem Rücken.

Lübeck ist die schönste Stadt für mich“, sagt der angehende Handelsfachwirt klipp und klar. Und deshalb möchte er die Silhouette „seiner“ Stadt bei sich tragen, egal, wohin es ihn auch eines Tages verschlägt. Denn schließlich sei „das Ganze, zu dem man geworden ist“, durch die Hansestadt geprägt. Das Tattoo erinnere ihn an alle guten, aber auch die schlechteren Zeiten.

Peer Abrahams ist glücklich mit seinem ungewöhnlich großen Lübeck-Tattoo, das er hier in den Rathaus-Arkaden präsentiert. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Schon seit zehn oder zwölf Jahren, erzählt der 26-Jährige, habe er sich mit dem Gedanken getragen, ein solches Tattoo stechen zu lassen, „aber ich habe mich bisher nie getraut.“ Es ist sein erstes und gleich ein riesiges, denn „wenn schon, denn schon“, habe er sich gedacht.

Lange auf Termin gewartet

Neun Monate hat Abrahams auf dem Termin bei einem Tätowierer in der Dr.-Julius-Leber-Straße gewartet. Als es losging, sagte er dem Tätowierer nur, er wolle die Stadtsilhouette „in realistisch“, ein erster Entwurf überzeugte ihn sofort. „Die erste Sitzung war fast noch am angenehmsten“, sagt er, „denn vor lauter Aufregung und Adrenalin war es nicht so schmerzhaft.“ Die Sitzungen zwei und drei gestalteten sich unangenehmer, aber für 1300 Euro hat er sich einen langgehegten Wunsch erfüllt.

Positive Reaktionen bei Facebook

Dass das Kunstwerk auf seiner Haut unter einem T-Shirt oder Hemd komplett verschwindet, findet Peer Abrahams ganz praktisch. Am Strand dürfte er allerdings als Lübeck-Fan auffallen. Bei Facebook hat er ein Foto seines Rückens gepostet, „die Reaktionen waren überwiegend positiv, ebenso wie in meinem Freundeskreis.“

In dieser Größe eine Seltenheit

Lübecks Silhouette als derart großes Tattoo dürfte so ziemlich einmalig sein. Sein Tätowierer, der seit 15 Jahren selbstständig sei, habe bislang nur öfter Holstentore gestochen, die Silhouette der Hansestadt allerdings noch nicht. Auch Dirk Hormann von „Kingstreet Tattoo & Piercing“ hat in 25 Jahren Berufstätigkeit noch nie eine derart großflächige Stadtansicht gestochen, „höchstens mal eine kleine auf den Unterarm.“

Peer Abrahams jedenfalls ist glücklich mit seiner Tätowierung. Und überlegt bereits, ob er sich irgendwann ein weiteres Tattoo stechen lassen wird: „Wasser“, sagt er, „in dem sich das dann alles spiegelt.“ Spätestens dann wäre der junge Lübeck-Fan ein guter Werbeträger für die Hansestadt, auch und insbesondere für touristische Zwecke.

Sabine Risch

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