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Lübeck Keine großen Schäden: Sturmtief „Benjamin“ verschont Lübeck
Lokales Lübeck Keine großen Schäden: Sturmtief „Benjamin“ verschont Lübeck
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18:30 09.01.2019
An der Obertrave schwappte das Wasser bis an die Häuser heran.
An der Obertrave schwappte das Wasser bis an die Häuser heran. Quelle: Holger Kröger
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Lübeck/Travemünde

Aufatmen in Lübeck und Travemünde: Das Sturmtief „Benjamin“ hat die Hansestadt und das Ostseebad nicht so hart getroffen wie sein Vorgänger „Zeetje“ Anfang des Monats. Größere Schäden blieben trotz Überflutungen aus. Auch der Fährbetrieb zum Priwall konnte normal weiterlaufen.

In Lübeck und Travemünde schwappte das Wasser über die Ufer

Schon in der Nacht zu Mittwoch gegen 1.36 Uhr schwappte das Wasser laut Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach erstmals im Malerwinkel übers Ufer. Um 1.55 Uhr folgte dann die gleiche Meldung für den hinteren Bereich der Obertrave. „Um 4.38 Uhr wurde die Straße An der Obertrave gesperrt“, so Gerlach. Dann hieß es Warten auf den Höchststand, der für die Mittagszeit angesagt war. Das Wasser schwappte zwar an die Häuser heran, die Anwohner hatten sich allerdings mit Sandsäcken vorbereitet. Nur ein Fahrzeug musste von der Polizei im betroffenen Bereich abgeschleppt werden. Alle anderen Anwohner hatten ihre Autos bereits in Sicherheit gebracht.

Auch die Feuerwehr beobachtete die steigenden Pegelstände entspannt. „Es gab keine Hochwasser-Einsätze“, sagte Pressesprecher Matthias Schäfer. Auch als der Pegel gegen 12 Uhr am Bauhof 1,32 Meter über dem mittleren Wasserstand lag, machte sich keine Panik breit. „Das ist noch unter den Prognosen“, so Schäfer.

Promenade wird zur Badewanne

In Travemünde zeigte die Anzeige an der Kurpromenade am frühen Nachmittag sechs Beaufort an. Ein kräftiger Wind blies die Wellen ans Ufer, doch der Strand wurde nicht komplett überflutet. Lediglich der Piratenspielplatz, der etwas tiefer liegt, stand wieder unter Wasser. Der Weg zum Leuchtturm auf der Nordermole war durch die Fluten abgeschnitten. Ein Trupp der Freiwilligen Feuerwehr Ivendorf fuhr mit einem Löschfahrzeug durch die Straßen und warnte die Bevölkerung vor dem Hochwasser.

Klicken Sie hier, um alle Bilder zu sehen, die unsere Reporter am Mittwoch von Sturmflut, Hochwasser und Sturm gemacht haben.

Die Travepromenade und die Tornadowiese waren in Teilen überschwemmt, letztgenannte zur Freude zahlreicher Wasservögel, die durch ihre neue „Badewanne“ schwammen. Im Fischereihafen war genau das eingetreten, was Gastronom Burghard Peschel einen Tag zuvor prophezeit hatte: Sein Lokal „Fischtempel“ stand etwa 30 Zentimeter unter Wasser. Glücklicherweise hatte der Wirt vorgesorgt, Tische und Stühle hochgestellt und sein Lokal gar nicht erst geöffnet. Wer sich an der Verkaufsbude des Fischkutters Anke mit frischem Fisch versorgen wollte, musste schon Gummistiefel anziehen, um keine nassen Füße zu bekommen.

Obwohl auf der Travemünder Seite ein Fähranleger wegen des Hochwassers gesperrt worden war, pendelten beide Fähren regelmäßig zwischen dem Priwall und dem Festland. „Es ist nicht so dramatisch wie vor einer Woche. Wir gehen davon aus, dass wir den Fährbetrieb aufrechterhalten können“, sagte Stadtverkehr-Sprecherin Gerlinde Zielke. Die Mecklenburger Landstraße, die am 2. Januar zeitweilig nicht passierbar war, blieb weitestgehend trocken. Der Priwallstrand dagegen stand fast bis an die Dünen unter Wasser. Doch auch Kurdirektor Uwe Kirchhoff blieb ruhig. „Das war nicht weiter schlimm. Jetzt kommen lediglich einige Aufräumarbeiten auf uns zu, vom Brodtener Ufer wurde einiges angespült, was wir nun absammeln müssen.“

Stürmische Böen

Schuld an dem Hochwasser war Tief „Benjamin“, das von Skandinavien kam. „Es entstand ein kräftiger Wind, der über einen sehr langen Zeitraum unverändert blieb“, erklärt Markus Eifried vom Deutschen Wetterdienst in Hamburg. Die Lübecker Bucht sei allerdings von starken Sturm- oder Orkanböen verschont geblieben. „Es kam lediglich zu stürmischen Böen“, so Eifried.

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Maike Wegner und Thomas Krohn