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Lübeck Klau am Bau: Jetzt kommt das Werkzeug in den Safe
Lokales Lübeck Klau am Bau: Jetzt kommt das Werkzeug in den Safe
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02:00 04.09.2011
In schweren Tresoren wie diesem bewahrt die Baufirma Schütt wertvolles Werkzeug auf. So soll das teure Equipment vor Baustellendieben sicher sein. Foto: Holger Kröger Quelle: Holger Kröger
Lübeck

Überall sind die Metallleitungen herausgeschraubt, teilweise die kompletten Verteilerkästen. In rund 60 Prozent der 13 Wohnungen wurde geplündert. Installateur Sven Wendt und seine Kollegen können wieder bei null anfangen, die Fußbodenheizungen im Neubau am Kaufhof zu verlegen. Der Schaden liegt bei rund 5000 Euro.

„Das sind maßgefertigte, richtig teure Teile“, sagt der 40-Jährige. Doch das Material ist nur das geringste Problem, viel schlimmer sind die Folgen. Der Klau dauerte eventuell 20 Minuten, die Reparatur mehrere Tage. Wendt: „Das schmeißt uns wieder zurück.“ Teile müssen nachbestellt, Rohre erneut auf Dichtigkeit geprüft werden.

Auf manchen Baustellen klauen Unbekannte sogar bis zu fünf Zentimeter dicke Stromkabel, die zu den Kränen führen. „Das ist echt gefährlich“, sagt Polier Stefan Bierbaum von der Dietrich Schröder KG. Gemeinsam mit Peter Gagzow von Schütt ist Bierbaum der Chef auf der Großbaustelle. „Davon sind wir komischerweise hier aber noch verschont geblieben“, so Gagzow. Für die Neue Lübecker entstehen am Kaufhof Wohnungen und Geschäftsräume.

Den größten Einbruch erlebten die beiden Poliere im Herbst 2010. Damals wurde Material im Wert von rund 30 000 Euro aus einem Lager gestohlen – darunter Werkzeug und Maschinen. „Überwiegend werden aber Kabel geklaut“, sagt Bierbaum. Da juckt es die Diebe nicht, ob die Stränge bereits verlegt sind. Der Draht wird unmittelbar am Loch abgeknapst, das Bündel mitgenommen. Oft müssen die Elektriker anschließend die Leitungen komplett neu verlegen.

Doch nicht nur am Kaufhof verschwinden Materialien, sondern in ganz Lübeck. Die Firma Grothe Bau hat massiv mit Treibstoff-Diebstählen zu kämpfen. „Die Geräte werden leergetankt“, so Heiko Siss, Leiter der Maschinentechnik. Auf manchen Baustellen werden pro Tag um die 5000 Liter verbraucht. „Da sind abgesaugte 400 bis 600 Liter in manchen Fahrzeugen ein richtiger Kostenfaktor.“ Um noch Schlimmeres zu verhindern, werden die Tanks inzwischen nicht mehr abgeschlossen.

Die Polizei ist alarmiert. Mit Sorge betrachten die Ermittler die Entwicklungen. Wegen des hohen Kupferpreises schlagen Verbrecher vermehrt zu. „Die Tendenz ist steigend“, so Polizeisprecherin Carola Aßmann. Am 24. August wurden beispielsweise in Moisling Steigleitungen an einem Kran geklaut. Laut Aßmann wird jetzt vermehrt Streife gefahren. „Wir haben die Großbaustellen im Blick.“

Selbst Obermeister Carsten Groth von der Bauinnung Lübeck ist kürzlich beklaut worden. Am Mönkhofer Weg wurden ihm unter anderem Kettenstemmer, Schlagbohrer und Kompressor aus einer Baubude geklaut. Schaden: um die 6500 Euro. „Teilweise wird uns das Material später wieder angeboten“, sagt er. Groth geht sogar über Flohmärkte, um nach bekanntem Werkzeug Ausschau zu halten. Die Innung berät nun darüber, wie die Schäden eingedämmt werden können. „Manche Mitglieder lassen das Material wieder zu sich auf den Hof liefern“, so Groth. Von dort nehmen sie nur noch den Tagesbedarf mit auf den Bau. Außerdem fragen sie untereinander nach, wenn zu seltsamen Uhrzeiten Menschen auf den Baustellen unterwegs sind.

Schütt hat ebenfalls reagiert. Auf den Baustellen patrouilliert nachts ein Wachdienst. „Außerdem stehen dort Tresore, die abgeschlossen werden“, so Unternehmenssprecherin Inge Helbig. Die Firma von Heizungsinstallateur Sven Wendt wird am Kaufhof ebenfalls nachrüsten. „Wir werden in unserem Lager zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen treffen“, so Wendt.

Peer Hellerling

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