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Lübeck Kneipen-Einbrüche in Lübeck – Ist es eine Bande?
Lokales Lübeck Kneipen-Einbrüche in Lübeck – Ist es eine Bande?
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08:30 06.10.2019
Uwe Richard, Inhaber der Kneipe „Dart Corner“, zeigt die aufgebrochenen Spielautomaten. Quelle: Holger Kröger
St. Lorenz Süd

Es ging verdammt schnell. Und es müssen Profis gewesen sein. „Ich weiß gar nicht, wie sie das gemacht haben“, sagt Uwe Richard, Besitzer der Kneipe „Dart Corner“ in St. Lorenz Süd. Vor etwa zwei Wochen wurde in die kleine Kneipe an der Ecke Dornestraße/Meierstraße eingebrochen. Die Täter kamen durchs Fenster, knackten die beiden Spielautomaten, nahmen das Geld und verschwanden. „Das Ganze hat höchstens fünf Minuten gedauert. Das waren Profis. Selbst die Alarmanlage hat sie nicht gestört.“

„Durch das Fenster passt kein normaler Mensch“

Als die Polizei am 19. September gegen 3.30 Uhr zu der Kneipe kam, waren die Täter schon lange weg. „Trotzdem haben sie die Tür aufgebrochen, weil sie dachten, dass die Täter noch drin sind“, sagt Richard. „Aber sie sind gegangen wie sie gekommen sind: durch das kleine Fenster – ich kann es nicht glauben.“ Denn das Fenster, das die Einbrecher aufgehebelt haben, ist ein kleines Kippfenster, etwa 30 Zentimeter hoch und auf rund zwei Metern Höhe. „Da passt kein normaler Mensch durch, höchstens Kinder.“

Die Einbrüche in Kneipen in der Dornestraße und im Hansering ähneln sich auf den ersten Blick. Trotzdem geht die Polizei zurzeit nicht von einer professionellen Bande aus.

Doch ob Kinder auch in der Lage wären, innerhalb kürzester Zeit die beiden Spielautomaten aufzubrechen und das Geld aus den Geldkassetten zu entwenden, scheint mehr als fraglich. „Es gab überhaupt keine Schäden an den Automaten“, sagt Uwe Richard, der nur froh ist, dass die Automaten erst zwei Tage zuvor geleert wurden. „Sie wussten genau, wie man sie aufkriegt und wo das Geld ist. Das müssen absolute Profis gewesen sein. Sie wussten genau, was sie taten.“

Auch im „Treff 39“ wurde eingebrochen

Profis waren auch bei Ümit Yilmaz am Werk. In seine Kneipe „Treff 39“ im Hansering wurde etwa eine Woche zuvor eingebrochen – und die Spielautomaten professionell geknackt. „Die haben hier eine fette Beute gemacht. In meinen drei Geldspielautomaten waren bestimmt 4000 Euro drin“, ärgert sich Yilmaz. Die Täter wollten zunächst durch die Tür in die Kneipe eindringen. Als das nicht klappte, haben sie das Gitter vor dem Toilettenfenster abgerissen, die Scheibe eingeschlagen und das Fenster geöffnet. „Die Nachbarn haben nichts gesehen, die Alarmanlage ging nicht an – das waren professionelle Einbrecher!“

Yilmaz hat erst von dem nächtlichen Einbruch erfahren, als er morgens in seine Kneipe kam. „Es muss so ungefähr um 3.40 Uhr gewesen sein. Zumindest hat der Automat angezeigt, dass zu dieser Zeit jemand den Automaten bedient hat“, sagt Yilmaz. Auch eine Sammlung von hochwertigen Benzinfeuerzeugen haben die Einbrecher mitgenommen, Alkohol und Zigarettenschachteln hingegen liegen gelassen. „Die wussten genau, was sie wollen.“

Im Stadtteil rüsten sich Kneipiers gegen Einbrecher

Den dritten Einbruch in den vergangenen drei Wochen gab es in der Ziegelstraße. Wieder war es eine Kneipe mit Spielautomaten, doch diesmal waren die Täter nicht erfolgreich. Sie wurden gestört und mussten ihr Vorhaben abbrechen.

Im Stadtteil geht derweil die Angst um, dass die Täter erneut zuschlagen könnten. Nach LN-Informationen rüsten sich einige Kneipiers und Kioskbesitzer im Viertel mit Gittern vor den Fenstern und modernen Videoüberwachungsanlagen gegen Einbrecher.

Einbrecherbande? Polizei hält es für unwahrscheinlich

Die Polizei bestätigt die beiden Einbrüche in der Dornestraße und im Hansering sowie die Versuchstat in der Ziegelstraße. Zum Stand der Ermittlungen macht Polizeisprecher Michael Bergmann keine Angaben. Er geht allerdings nicht davon aus, dass eine Einbrecherbande für die Taten verantwortlich ist. „Es liegen zwei verschiedene Tatbegehungsweisen vor: Einmal wurde das Fenster aufgehebelt, einmal wurde es eingeschlagen. Das spricht nicht für eine Bande“, sagt Bergmann, aber: „Mal gucken, was noch kommt!“

Von Hannes Lintschnig und Holger Kröger

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