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Lübeck Königpassage bekommt einen neuen Namen
Lokales Lübeck Königpassage bekommt einen neuen Namen
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16:33 07.10.2019
Der markante Schriftzug, der über dem Haupteingang hing, ist bereits entfernt worden. Den neuen Namen der Passage verraten die neuen Eigentümer erst im Januar 2020. Quelle: Lutz Roeßler
Innenstadt

Die Lübecker müssen sich umgewöhnen. Zukünftig heißt das vor 25 Jahren eröffnete Einkaufszentrum in der Königstraße nicht mehr Königpassage. „Das Haus wandelt sich von einem Shoppingcenter zu einem Bürger- und Begegnungszentrum“, sagt Jörg Bretschneider, der für den neuen Eigentümer ERWE die Öffentlichkeitsarbeit macht, das soll auch durch einen neuen Namen deutlich werden.

In einem Ausstellungsraum wird die neue Gestaltung gezeigt

Wie das Gebäude, in dem die Stadt mit ihrem Bürgerservice der Hauptmieter wird, künftig heißt, werde erst im Januar verraten, erklärt Bretschneider. Dann werde der Öffentlichkeit auch die neue Gestaltung der Passage vorgestellt. Im Eingangsbereich wird ein Ausstellungsraum (Show-Room) aufgebaut, in dem die neuen Räume auf Bildschirmen präsentiert werden.

Mehrere Besitzer

Die Königpassagewurde im Herbst 1994 eröffnet – und wechselte mehrfach den Besitzer. Zunächst betrieb die ECE Projektmanagement GmbH die Passage, Eigentümer war aber eine Berliner Fonds-Gesellschaft. 2007 übernahm die GWB Immobilien AG aus Siek das Haus. Das Unternehmen musste 2012 Insolvenz anmelden. Seit Herbst 2014 gab es keinen Center-Manager mehr. Im Frühjahr 2018 übernahm die ERWE aus Frankfurt die Passage. Mehr als 50 Prozent der Flächen stehen leer.

Im April 2019 unterschrieb Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) einen zehn Jahre lang laufenden Mietvertrag für knapp die Hälfte der Flächen der Passage, um dort ein Verwaltungszentrum unterzubringen.

Mit dem neuen Namen will ERWE auch das Negativimage der weitgehend leeren Passage abstreifen. „Das ist ein fast zwingender Schritt“, sagt Dirk Gerdes, oberster Wirtschaftsförderer der Hansestadt, „durch einen neuen Namen erfahren die Bürger, dass dort etwas Neues entsteht.“ Derselben Meinung ist Bürgermeister Jan Lindenau (SPD): „Vor dem Hintergrund der kompletten Neuausrichtung der Passage ist es nur folgerichtig, dies aus durch einen neuen Namen zu unterstreichen.“

ERWE legt den neuen Namen der Passage fest

Die neuen Eigentümer aus Frankfurt legen den neuen Namen fest – ohne die Mitwirkung von Bürgern oder Politikern. Das gab es schon anders. Im August 1993 riefen die LN ihre Leser auf, dem im Bau befindlichen Einkaufscenter in der Königstraße einen Namen zu geben. 2167 Leserinnen und Leser beteiligten sich. „Eispickel“, „Das gläserne Herz von Lübeck“, „Glasnost“ oder „Centre de Marzipano“ lauteten einige Vorschläge. Eine sechsköpfige Jury einigte sich schließlich Anfang Oktober 1993 auf den Namen „Königpassage“.

Auch der schwedische Möbelriese Ikea bat die Bürger bei der Namensfindung für das Einkaufszentrum in Dänischburg um Mithilfe. 5023 Bürger machten mit. „Trave“ oder „Elchspot“ wurden es nicht, sondern „Luv-Shopping“ – die Idee eines Lübecker Werbeprofis.

Erste Räume wurden an die Stadt übergeben

Beim Umbau der Königpassage vom Shoppingcenter zum Bürgerzentrum legt ERWE Tempo vor. Die ersten 360 Quadratmeter neuer Bürofläche wurden an die Stadt übergeben. Ins zweite und dritte Obergeschoss jenes Gebäudeteiles, der in der Fleischhauerstraße liegt, ziehen städtische Personalräte ein. Einige Fahrtreppen seien demontiert und entsorgt worden, teilt ERWE weiter mit. In Kürze rechnet der Immobilienentwickler aus Frankfurt mit der Baugenehmigung für das Stadtteilbüro.

Fotostrecke: Aus Einkaufszentrum wird Verwaltungszentrum

„Wir freuen uns, dass wir schon früher als geplant erste Flächen an die Stadt übergeben können“, sagt Rüdiger Weitzel, Vorstand der ERWE Immobilien AG. Im ersten Quartal 2020 soll das neue Bürgerservicebüro eröffnet werden. „Der Servicegedanke gewinnt für die Passage mehr und mehr an Bedeutung“, erklärt Weitzel, „wir können jetzt schon großes Interesse von Anbietern verzeichnen, die sich im Umfeld des neuen Bürgerzentrums ansiedeln wollen.“

Stadt hat fast die Hälfte der Passage gemietet

Von den rund 15 000 Quadratmetern Nutzfläche, die in dem gesamten Gebäude zur Verfügung stehen, hat die Hansestadt 7766 Quadratmeter gemietet und zahlt dafür 1,378 Millionen Euro Miete im Jahr an ERWE. Das neue Bürgerservicebüro wird sich im Erdgeschoss auf der linken Seite ausbreiten, wo früher H & M Kleidung verkaufte.

In den Obergeschossen werden die Ausländerbehörde, das Gewerbeamt, der Ordnungs- und Verkehrsdienst, die Bußgeldstelle, Stabsstellen und der Innen- und Umweltsenator angesiedelt. Der Vertrag der Stadt mit ERWE läuft über zehn Jahre.

Von Kai Dordowsky

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