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Lübeck Lübecker Polizei testet Bodycams
Lokales Lübeck Lübecker Polizei testet Bodycams
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21:20 19.06.2018
Bodycams: Immer am Körper – und in der Hansestadt im Einsatz. Quelle: Fotos: Kay Nietfeld/dpa, Lutz Roessler
Lübeck

Konkret sind es Beamte des 2. Polizeireviers an der Hansestraße, die sich an dem Pilotprojekt „Bodycam“ der Landespolizei Schleswig-Holstein beteiligen. Ihr Einsatzgebiet erstreckt sich über die Lohmühle bis Stockelsdorf, Buntekuh und Dornbreite. Die Beamten mit den Bodycams sind ab sofort also auch an Brennpunkten wie der Diskothek A 1 und dem Zob im Einsatz. Sie unterstützen aber auch andere Reviere und werden beispielsweise bei der Travemünder Woche eingesetzt.

Die Lübecker Polizei testet für ein Jahr sogenannte Bodycams. Die Körperkameras filmen die Einsätze der Beamten. Die Polizei hofft so die Anzahl der Übergriffe auf Polizisten zu senken. Zudem wird getestet, ob die Videos als Beweismaterial genutzt werden können.

Der Hintergrund des Pilotprojektes, das in der vergangenen Woche gestartet ist, ist anhaltend hohe Gewaltbereitschaft gegenüber Polizisten. „Ich erhoffe mir von den Bodycams Abschreckungseffekte sowie verbesserte Möglichkeiten zur Strafverfolgung bei Gewalttaten gegen Polizisten“, sagt Norbert Trabs, Leitender Polizeidirektor in Lübeck. Die Anzahl der Vorfälle, in denen Polizeibeamte Opfer von Gewalt werden, sei in Lübeck seit Jahren konstant hoch. Alleine 2017 wurden 103 Polizisten im Dienst verletzt. „Die Verhinderung dieser Taten ist eines meiner vordringlichen Ziele“, so Trabs.

Es soll jedoch auch geprüft werden, inwieweit „die mobile Videoüberwachung als Mittel der visuellen Beweissicherung geeignet ist“, erklärt Polizeisprecher Stefan Muhtz. So sollten einerseits Beteiligte einer polizeilichen Maßnahme vor ungerechtfertigten Eingriffsmaßnahmen, aber auch vor ungerechtfertigter Strafverfolgung geschützt werden. Andererseits soll die Aufklärung von Straftaten deutlich erleichtert werden.

Das 2. Polizeirevier Lübeck ist eine von drei Dienststellen der Landespolizei, bei denen die Bodycams getestet werden. Schwerpunkte sollen Kontrollsituationen sein, bei denen aus Erfahrung mit einer Gefahr für die Polizeikräfte oder unbeteiligte Dritte gerechnet werden muss.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürwortet den Probe-Einsatz der Körperkameras. In anderen Bundesländern habe sich gezeigt, dass ihr Einsatz die Aggressivität von Angreifern mindere und auch dazu geführt habe, Straftaten zu verfolgen und aufzuklären.

Das GdP-Landesvorstandsmitglied Thomas Gründemann äußert aber auch Kritik. „Mit der Bodycam alleine ist es nicht getan“, sagt er. Die gesellschaftliche Ächtung jedweder Gewalt gegen Polizisten als Repräsentanten des Staates müsse weiter betrieben werden. „Und auch eine ausreichende Präsenz von Beamten ist ein bedeutender Baustein bei der Steigerung der Sicherheit im Streifen- und Einsatzdienst“, ergänzt Jörn Löwenstrom, GdP-Regionalgruppenvorsitzender Lübeck-Ostholstein. Im Klartext: Die Gewerkschaft fordert zusätzliche Polizeibeamte im Streifen- und Einsatzdienst, da die Polizeidirektion Lübeck in der Kriminalstatistik mit Abstand die höchste Anzahl von Gewaltdelikten gegen Polizisten aufweist.

Es gibt derzeit jedoch noch ein weiteres Projekt, das die Sicherheit der Lübecker Polizisten erhöhen soll. „Ich möchte wissen, welche weiteren Möglichkeiten es gibt, die Situation zu verbessern.

Daher wurde eine wissenschaftliche Untersuchung initiiert, die sich mit den Ursachen der Gewalt gegen Polizeibeamte in Lübeck befasst“, sagt Trabs. Mit den Ergebnissen wird im Frühjahr 2019 gerechnet.

Besonders betroffen

301 Straftaten zum Nachteil von Polizisten sind im vergangenen Jahr im Bereich der Polizeidirektion Lübeck registriert worden. Insgesamt waren 666 Beamte betroffen.

Vier Beamte im Bereich Lübeck und Ostholstein sind dabei teilweise schwer und 99 leicht verletzt worden.

161 Widerstandshandlungen gegen Polizeivollzugsbeamte weist die Statistik für 2017 aus.

Zum Vergleich: In den Polizeidirektionen Kiel und Neumünster sind im Jahr 2017 laut Kriminalstatistik 122 und 121 Widerstandshandlungen zur Anzeige gebracht worden.

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