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Lübeck Kollision mit Fähre: „Lisa“ hat es schon wieder erwischt
Lokales Lübeck Kollision mit Fähre: „Lisa“ hat es schon wieder erwischt
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21:10 12.06.2015
Rückkehr in den Heimathafen nach der Unglückstour: Die „Lisa von Lübeck“ legt gestern am frühen Abend bei den Media Docks an. Anschließend wird der zerstörte Klüverbaum von Bord geholt. Quelle: Fotos: Dirk Silz (2), Karl Erhard Vögele, Spyridon Aslanidis
Kücknitz

Der Juni ist scheinbar einfach nicht ihr Monat: Nachdem die „Lisa von Lübeck“ im Juni 2013 bereits in einen Unfall verwickelt war, ist die Kraweel gestern Mittag erneut mit einem anderen Schiff kollidiert. Gegen 13 Uhr befuhr sie die Trave in Richtung Ostsee. Auf Höhe der früheren Herrenbrücke kam der knapp 36 Meter langen Kraweel die 191 Meter lange Frachtfähre „Transpaper“ entgegen. Kurz darauf stießen die Schiffe zusammen. Dabei brach „Lisas“ Klüverbaum, also das Rundholz, das über das Vorschiff des Segelschiffes hinausragt, ab. Auch die Frachtfähre wurde beschädigt. „Die Höhe des Schadens steht noch nicht fest“, sagt Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach. Beide Schiffe seien weiterhin manövrierfähig, keiner der Passagiere sei verletzt worden. Schmerzlich für die Besatzung: Diesmal trägt offenbar die „Lisa“ selbst die Schuld. Gerlach: „Wie es aussieht, wurde der Unfall durch einen Manöverfehler der ,Lisa von Lübeck‘ im engen Fahrwasser verursacht.“ Die Wasserschutzpolizei Travemünde habe die Ermittlungen aufgenommen.

An Bord des Hanseschiffs befanden sich 16 Besatzungsmitglieder und 52 Fahrgäste, darunter 40 Mitarbeiter der KWL (Koordinierungsbüro Wirtschaft in Lübeck). KWL-Chef Dirk Gerdes erzählt, wie er den Zusammenstoß erlebt hat: „Die Ampel stand für uns auf Grün, aber da war noch ein riesengroßes Schiff in der Fahrrinne. Es war schnell erkennbar, dass wir es nicht schaffen.“ Er habe eine gewaltige Stahlwand auf sich zukommen sehen. Der Lübecker Grünen-Politiker und KWL-Mitarbeiter Spyridon Aslanidis berichtet: „In der Sekunde vor dem Zusammenstoß wurde mehrmals gerufen: Vorsicht da vorne!“

Dann habe es auch schon gekracht. Die Wasserschutzpolizei sei an Bord gekommen, um den Schaden zu begutachten. Die Passagiere hätten den Rest des Betriebsausflugs so gut es ging genossen. „Wir feiern, dass es doch recht unspektakulär ausging.“

Nach Angaben von Dieter Baars (74), Kapitän der „Lisa von Lübeck“, hatte die Kraweel nur etwa einen Knoten drauf, als der Unfall geschah. „Wir wurden durch die Fahrt der ,Transpaper‘ regelrecht angesogen und dadurch vom Kurs abgebracht“, erklärt er. Durch ein Rückwärtsmanöver habe die Besatzung versucht, dem Sog zu entkommen, doch es war zu spät. „Durch die indirekte Steuerwirkung der linksdrehenden Schraube wurde beim Rückwärtsmanöver der Dreh auf das Schiff erhöht.“ Drei bis vier Meter vor dem Heck habe die „Lisa von Lübeck“ den Frachter gerammt und der Klüverbaum sei mit einem lauten Knacks gebrochen. „Dumm gelaufen“, sagt der Kapitän sichtlich zerknirscht.

Im Juni 2013 kollidierte das Hanseschiff bereits mit der russischen Viermastbark „Sedov“ (die LN berichteten). Der Großsegler hatte offenbar beim Ablegen den starken Gezeitenstrom unterschätzt und war bei einem Wendemanöver vor der niederländischen Insel Texel mit der Kraweel aus der Hansestadt zusammengestoßen. Auch bei diesem Unfall war neben Reling und Vorderkastell der Klüverbaum beschädigt worden. Der Schaden belief sich damals auf 250000 Euro.

So hoch sei der Schaden diesmal nicht, sagt Kapitän Dieter Baars. Die Summe könne er derzeit noch nicht abschätzen. Die Reise- und Gästefahrten könnten jedoch auf jeden Fall weiterhin stattfinden.

Der Klüverbaum, der erst 2013 erneuert wurde, müsse ersetzt werden. „Nun müssen wir erstmal sehen, dass wir ein geeignetes, zehn Meter langes Stück Holz kriegen.“

Melina Ulbrich und Kai Dordowsky

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