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Lübeck Kabarettist Abdelkarim gastiert in Lübeck
Lokales Lübeck Kabarettist Abdelkarim gastiert in Lübeck
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14:07 03.12.2018
Comedian Abdelkarim war mit seinem Programm „Staatsfreund Nr. 1“ zu Gast im Kolosseum. Quelle: Wolfgang Maxwitat
St. Jürgen

„Lübecker Nachrichten, gibt’s die Zeitung wirklich?“ Abdelkarim sieht den Fotografen fragend an. „Klingt ja eher wie eine Fernsehsendung“, sagt er dann. Mit Smalltalk über die Stadt leitet der Komiker seinen Auftritt im Kolosseum am Freitagabend ein. „Staatsfreund Nr. 1“ heißt sein aktuelles Programm, und es gibt den 250 Zuschauern Einblicke in die skurrilen Erlebnisse von Menschen mit „Migrationsvordergrund“, wie Dunja Hayali es einmal genannt hat.

Der in Bielefeld aufgewachsene Deutsch-Marokkaner lebt im Spannungsfeld zwischen seiner Herkunftskultur und der deutschen Heimat. Verfremdung ist sein Alltag und auch sein Lieblingsmittel, um Komik zu erzeugen. Viele seiner Pointen hat er selbst erlebt, und Abdelkarim kann sie gut erzählen. „Mein liebstes deutsches Fest war St. Martin“, sagt er. „Bei uns Kindern hieß das: ,Kommst Du Laterne?‘ Die Lehrerin ging mit den drei deutschen Kindern mit Laternen vor, wir anderen hinterher, zwanzig Türken und ich, die Hände in den Hosentaschen.“ Verfremdung öffnet auch neue Perspektiven auf Bekanntes. So dachte Abdelkarim, Meerrettich, Kapern oder Schattenmorellen seien Meerestiere. „Und lange habe ich geglaubt, es heißt Strebergarten, nicht Schrebergarten.“

Er erzählt vom Drama der Ausgrenzung: „Viele Ausländer werden irgendwann Türsteher, weil sie sowieso nicht reinkommen würden.“ Auch mit der Political Correctness geht er hart ins Gericht. „Schwarze Menschen, das darf man sagen“, schimpft er. „Aber die sind nicht farbig, sie werden auch nicht farbig, wenn man sie lange anschaut. Das sind ja keine Schlümpfe.“

Die Zuschauer gehen gut mit an diesem Abend. Jonas Weber sieht die gesellschaftliche Relevanz von Abdelkarims Satire. „Er hält uns einen Spiegel vor“, sagt Weber. „Was er sagt, ist realistisch“, ergänzt Naim Cheraitea, ein Algerier, der seit 25 Jahren in Deutschland lebt. „Dass man als Ausländer oft verdächtigt wird, das kenne ich auch.“

Friederike Grabitz

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