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Lübeck Da rollt was auf uns zu – gut so!
Lokales Lübeck Da rollt was auf uns zu – gut so!
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18:42 06.07.2019
Der E-Roller-Verleih ist auch in Lübeck gestartet. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Seit Freitag flitzen sie: Die schwarz-pinken E-Roller einer schwedischen Verleihfirma ergänzen Lübeck und Travemünde um ein neues Verkehrsmittel – und für viele um ein neues Ärgernis. „Kleine Räder, große Gefahr“, „Absurder Hype“, „Der Fußweg wird zur Kampfzone“ – so und ähnlich lauten viele Kommentare zum neuen Gefährt, auch auf der Facebookseite der Lübecker Nachrichten. Ergänzt werden sie durch erste Meldungen von Unfällen mit E-Scooter-Fahrern. Oder – wie in München geschehen – einer Verkehrskontrolle, bei der die meisten von der Polizei kontrollierten Fahrer betrunken durch die Stadt rollerten.

48 Seiten Regeln zum E-Scooter

Aber Deutschland wäre ja nicht Deutschland, wenn es für die Benutzung der Roller keine klaren Regeln geben würde. Die „Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr und zur Änderung weiterer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften“ umfasst ganze 48 Seiten – von der Höchstgeschwindigkeit (20 km/h) bis zu den „lichttechnischen Einrichtungen“ ist alles festgeschrieben.

Und ja – die ebenfalls darin festgeschriebene Regel, dass E-Roller nicht auf Gehwegen oder Straßen, sondern nur auf Fahrradwegen gefahren werden dürfen, wird zu Rangeleien mit Fahrradfahrern oder ausweichenden Autofahrern führen. Doch statt E-Roller deshalb zu verteufeln, sollten Verkehrsteilnehmer die Politik lieber drängen, dass Fahrradwege ausreichend vorhanden, sie entsprechend breit und nicht zugeparkt sind. E-Roller-Fahrer-und -Verleiher können für diese Forderungen künftig eine laute Lobby sein.

Der E-Scooter verdient eine Chance

Der Scooter verdient auch deshalb eine Chance, weil er für Bürger ohne Auto oder Fahrrad eine Mobilitätslücke schließen kann. Er eignet sich bestens für kurze Strecken und darf unkompliziert in Zügen transportiert werden. Er chauffiert die Touristen flott zu den Sehenswürdigkeiten (oder wird selbst zur neuen Touristenattraktion).

Kooperation mit dem Stadtverkehr

Und alternative Fortbewegungsmittel sind Kern einer dringend notwendigen Verkehrswende. E-Roller stehen für eine Abkehr vom teuren und klimabelastenden Individualverkehr. Von Autos, die mit nur einer Person besetzt sind und dennoch bei jeder Fahrt die Umwelt voll belasten. Von Autos, die ungenutzt herumstehen und so unnötige Kosten verursachen. Dass die Stadt die neue Leih-Flotte nicht nur duldet, sondern es mit dem Stadtverkehr Lübeck sogar eine Kooperation gibt, ist begrüßenswert. Bürgermeister anderer Städte zeichnen bereits Horrorszenarien von Chaos auf ihren Straßen. Schön, dass solche Töne nicht aus dem Lübecker Rathaus kommen.

Erstaunlich, dass in jüngsten Umfragen 73 Prozent der Befragten angaben, einen E-Roller in nächster Zeit „wahrscheinlich“ oder „bestimmt nicht“ ausleihen zu wollen. Dem Land der Automobilpioniere, das sich oft für seinen Fortschritt lobt, würde ein wenig mehr E-Mut gut tun.

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Von Jasmin Off

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