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Lübeck Kriminalität in Lübeck stark angestiegen
Lokales Lübeck Kriminalität in Lübeck stark angestiegen
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21:54 24.02.2017
Lübeck

Ganze 2766 Straftaten mehr als im Vorjahr hat es in der Hansestadt im Jahr 2016 gegeben. Insgesamt stieg die Zahl der Straftaten damit um 12,1 Prozent an. Das geht aus der aktuellen polizeilichen Kriminalitätsstatistik hervor, die die Polizei Lübeck gestern vorgestellt hat. Während die Schutz- und Kriminalpolizei mehr Rauschgiftdelikte, Ladendiebstähle und auch Körperverletzungen verzeichnet, gibt es aber auch positive Nachrichten aus der Hansestadt.

25 647 Verbrechen in der Hansestadt erfasst – Zahl der Drogendelikte massiv angestiegen – Aufklärungsquote über Landesdurchschnitt – Weniger Wohnungseinbrüche als im Vorjahr.

Insgesamt 25 647 Verbrechen wurden von der Polizei im letzten Jahr statistisch erfasst. Ein Prozentanteil von 12,1 Prozent, der im Vergleich zum Land Schleswig-Holstein hoch ist: Im Land wird nur ein Anstieg von 1,9 Prozent verzeichnet. „Natürlich kann nur das Hellfeld, also der Teil der Kriminalität, der angezeigt oder ermittelt wird, abgebildet werden“, erklärt Kriminaldirektor Jochen Berndt.

Wie groß das Dunkelfeld sei, könne nicht dargestellt werden. Seit 2009 ging die Anzahl der aufgezeichneten Gesamtstraftaten in der Hansestadt eher zurück. Zum ersten Mal seit vier Jahren liegt die Zahl der Straftaten erstmals wieder über 25000.

In der Hansestadt gibt es nicht das eine Verbrechen, das besonders oft verübt wurde. Vielmehr sind laut Polizei mehrere Bereiche für den Anstieg der Gesamtfallzahlen ausschlaggebend. „Bei Rauschgiftdelikten verzeichnen wir einen enormen Anstieg“, berichtet Berndt. Von 790 auf 1228 stieg die Zahl der Rauschgiftfälle von 2015 auf 2016 – und damit um ganze 55,4 Prozent. „Das ist auffällig, da es sich hier um Kontrolldelikte handelt, solche Fälle werden nämlich meist nicht angezeigt“, erklärt der Kriminaldirektor. Weil aber nicht mehr Personal in dem Bereich eingesetzt worden sei, sei die hohe Fallzahl erstaunlich. Es handle sich nicht zwingend um eine Steigerung der Rauschgiftkriminalität, sondern überwiegend um die Aufhellung eines Dunkelfeldes.

Für den Anstieg der Gesamtstraftaten sei auch das Feld der Körperverletzungsdelikte verantwortlich. Tatsächlich geht aus der Kriminalstatistik hervor, dass es hier einen Anstieg von 12,2 Prozent gibt.

Gefährliche und schwere Körperverletzungen stiegen von 586 auf 716 an; um ganze 22,2 Prozent. „Mit 2158 Fällen haben wir den höchsten Stand von leichten Körperverletzungen seit zehn Jahren“, erläutert Kriminaldirektor Berndt. Auch Brandstiftungen hätten in den letzten zehn Jahren zugenommen.

Besonders hervor stechen auch die steigenden Fallzahlen von Sexualdelikten. Sexualstraftaten sind im vergangenen Jahr häufiger verzeichnet worden, als noch im Jahr davor. So gibt es im Jahr 2016 insgesamt 53 Fälle mehr, was insgesamt einen Anstieg von 49,1 Prozent ausmacht. Gleichzeitig stieg allerdings auch die Aufklärungsquote der Sexualdelikte um elf Prozent.

Auch Sachbeschädigungen und Ladendiebstähle zeichnen sich in der Statistik besonders negativ ab und sorgen für den Gesamtanstieg der Straftaten in der Hansestadt. Während es insgesamt 17,4 Prozent mehr Sachbeschädigungen gab als noch 2015, stieg auch die Zahl der Ladendiebstähle rasant an. Mit 443 mehr Ladendiebstählen als im Vorjahr stieg die Zahl der Straftaten in diesem Bereich um 22 Prozent. „Im Jahr 2016 hat es außerdem einen erheblichen Anstieg von Diebstählen an und aus Fahrzeugen gegeben“, berichtet Berndt. Hier handle es sich um einen Anstieg von 13,6 Prozent.

Auch die Flüchtlingswelle lässt sich aus der polizeilichen Kriminalstatistik deutlich herauslesen. 1154 Mal wurde 2016 gegen das Aufenthalts- und Asylrecht verstoßen – eine Steigerung von 160 Prozent. „Hier handelt es sich aber natürlich um eine Straftat, die ein deutscher Bürger gar nicht begehen kann“, fügt Berndt hinzu. Insgesamt liegt der Anteil der „nichtdeutschen“ Tatverdächtigen in Bezug auf alle Straftaten laut Kriminalstatistik bei 32,3 Prozent. „Es wäre aber nicht fair, hier die Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylrecht einzurechnen“, sagt Polizeidirektor Bernd Olbrich. Rechne man diese Verstöße heraus, liege der Wert bei 23,9 Prozent.

Für die Hansestadt gibt es auch positive Nachrichten: Die Wohnungseinbrüche sind im vergangen Jahr um 6,4 Prozent zurückgegangen. „Hier bewähren sich unsere Präventionsmaßnahmen und die neue Ermittlungsgruppe“, so Olbrich. Erfolg für die Lübecker Polizei: Die Aufklärungsquote stieg insgesamt um 4,8 Prozent und liegt über dem Landesdurchschnitt.

 Tomma Petersen

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